Im Bus läuft’s mit dem Azubi-Ticket des Kyffhäuserkreises

Kyffhäuserkreis.  Jugend-Fahrschein kommt im Kyffhäuserkreis gut an. Nachschulung bei der Bahn nötig

Vom Busbahnhof in Sondershausen fahren immer mehr  junge Leute mit dem Azubi-Ticket durch den Landkreis.

Vom Busbahnhof in Sondershausen fahren immer mehr junge Leute mit dem Azubi-Ticket durch den Landkreis.

Foto: Dirk Bernkopf

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Immer mehr junge Menschen sind auch im Kyffhäuserkreis mit dem Azubi-Ticket mobil. Das geht aus einer Erhebung bei den drei Verkehrsunternehmen, die im Kreis Buslinien betreiben, hervor. In von nur etwas mehr als einem Jahr seit Einführung der vergünstigten Dauerfahrkarte für Schüler und Auszubildende hatte sich die Zahl der Nutzer auf einigen Strecken mehr als verzehnfacht.

Probleme, mit dem neuen Ticket auf den Buslinien im Kreis unterwegs zu sein, sind in der Landratsamt nicht bekannt geworden, wie es auf Nachfrage heißt. Nicht so reibungslos funktionierte es offenbar bei der Deutschen Bahn auch fast ein Jahr nach Einführung des neuen Fahrausweises nicht, mit dem Azubi-Ticket durch Nordthüringen zu reisen. So sei einer 17-Jährigen aus dem Eichsfeld, die täglich nach Sondershausen fährt, wo sie eine Ausbildung an einer Fachschule absolviert, von Zugpersonal mehrfach eine Geldstrafe von bis zu 60 Euro angedroht worden, weil sie die angeblich zum Azubi-Ticket nötige Berechtigungskarte nicht vorweisen konnte. Ihren Ärger darüber machte Elke Krahl aus Leinefelde, die Tante der Schülerin, in einem Schreiben an die Redaktion Luft. Normalerweise reiche der Schülerausweis mit Lichtbild als Legitimation. Das bestätigte ein Sprecher der Bahn auf Nachfrage und versprach, das Unternehmen werde seine Mitarbeiter noch einmal gezielt zu den Regeln im Zusammenhang mit dem Azubi-Ticket zu schulen.

Im Busverkehr durch den Kyffhäuserkreis lief es mit dem neuen Ticket offenbar von Anfang an rund. Die größte Zahl an jugendlichen Mitfahrern, die so in Bussen unterwegs sind, verzeichnet die Regionalbusgesellschaft Unstrut-Hainich und Kyffhäuserkreis. Das Unternehmen betreibt auch die meisten Linien im Kreis. Allein auf 17 Überlandstrecken sind seine Bussen unterwegs, zudem auf fünf Stadtlinien in Sondershausen. Im November wurden in den Bussen der Gesellschaft fast 1900 Nutzer mit dem neuen Fahrschein gezählt. Erfasst wurde dabei jeder Fall, in dem ein Azubi-Ticket beim Einsteigen vorgezeigt wurde, wie es vom Landratsamt heißt. Als das Ticket im Oktober 2018 eingeführt worden war, nutzten es im ersten Monat gerade einmal 204 jugendliche Passagiere der Regionalbusgesellschaft. Schon im Mai 2019 war die Zahl der Nutzer auf schon über 700 gestiegen.

Noch größere Steigerungsraten bei Mitfahrern mit Azubi-Ticket, wenn auch insgesamt nicht so viele jugendliche Passagiere verzeichneten auch die Verkehrsgesellschaft Südharz (VGS). Von 43 im Oktober 2018 registrierten Nutzungen des Tickets stieg die Zahl bis Dezember 2019 auf 655. Die VGS deckt nur einen kleinen Teil des Personennahverkehrs im Kyffhäuserkreis ab und betreibt vor allem Linien im östlichen Landkreis.

So deutlich die Zahlen auch darauf hinweisen, dass die Einführung des Azubi-Tickets die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ankurbelt. Welche Strecken die jungen Passagiere aber damit im Landkreis verstärkt nutzen, lässt sich daraus nur bedingt ablesen. Registriert wurde bei der Erfassung der vorliegenden Zahlen lediglich ob und auf welcher Linie das Ticket vorgezeigt wurde. Wo die Passagiere ausstiegen, wurde nicht erfasst.

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