In fünf Bereichen im Kyffhäuserkreis wechseln die Kontaktbereichsbeamten

Kyffhäuserkreis.  Vier Kollegen verabschieden sich dieses Jahr in den Ruhestand. An der Schmücke wird es nun doch Vertretungssprechstunden geben.

Das Thüringer Innenministerium kündigte voriges Jahr die flächendeckende Ausweitung des Kontaktbereichsdienstes in Thüringen an.

Das Thüringer Innenministerium kündigte voriges Jahr die flächendeckende Ausweitung des Kontaktbereichsdienstes in Thüringen an.

Foto: Fabian Klaus / Mediengruppe Thüringen

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Bad Frankenhausen hat wieder einen, die Stadt An der Schmücke hat derzeit keinen und in Roßleben-Wiehe, Kyffhäuserland, Ebeleben und Helbedündorf stehen in diesem Jahr Wechsel bei den Kontaktbereichsbeamten, den so genannten Kobbs, an. Vier Kollegen verabschieden sich in den Ruhestand. Dass die Posten wieder neu besetzt werden, ist für den Leiter der Polizeiinspektion Kyffhäuser keine Frage. Doch wann, kann Hans-Jürgen Feierabend bislang noch nicht sagen.

„Fest steht, die Stellen werden wieder ausgeschrieben. Das Verfahren bis zur Wiederbesetzung kann zügig gehen. Aber es kann sich auch hinziehen. Bestenfalls ist eine Stelle nach einem Vierteljahr wieder besetzt“, kündigt der Polizeioberrat am Montag bei einem Gespräch in Artern an, an der auch der Arterner Dienststellenleiter Michael Dittrich teilnimmt. Insgesamt gibt es in den acht Kontaktbereichen von Helbedündorf bis Roßleben-Wiehe neun Kobb-Stellen.

Kontaktbereichsbeamte sind direkte Ansprechpartner für die Bürger. Sie gehen Streife, zeigen in den Ortschaften Präsenz, fertigen Anzeigen. Damit entlasten sie die Kollegen in den Dienststellen. Für den ausgeschiedenen Peter Horn in Bad Frankenhausen nahm zu Jahresbeginn Mario Schabrocker seine Arbeit auf. Damit hat Ingo Wagner wieder einen Partner an seiner Seite. Die öffentliche Amtseinführung soll noch erfolgen.

Und dann geht es Schlag auf Schlag: Ende Februar verabschiedet sich in Ebeleben Detlef Seiffge, Ende April folgt Hans Pfeifruck in Helbedündorf, Ende Mai geht Bernd Meyer in Roßleben-Wiehe und im Sommer hat Martin Boretzki im Kyffhäuserland seinen letzten Arbeitstag. Und dann ist da auch noch die Stelle in der Stadt An der Schmücke – nach dem Wechsel Holger Wenkels zurück in den Streifendienst seit Jahresbeginn ebenfalls unbesetzt. „Dass Kollegen in den Ruhestand gehen, ist kein ja plötzliches Naturereignis, sondern lange bekannt. Natürlich hätte ich die Stellen gern schon voriges Jahr ausgeschrieben“, sagt Feierabend. Doch das sei gegen die Vorschriften.

Anzahl der Kobbs soll im Kyffhäuserkreis nicht steigen

Zudem hatte das Innenministerium eine Neustrukturierung des Kontaktbereichsdienstes in Aussicht gestellt und angekündigt, im ländlichen Raum mehr Kobbs einsetzen zu wollen. Für die Kyffhäuserregion laufe es inzwischen aber darauf hinaus, dass „sowohl Personal als auch Zuschnitt der Kontaktbereiche bleiben wird wie bisher“, berichtet der PI-Chef und scheint damit nicht unzufrieden.

Was die Umbesetzung von Kollegen auf die Kobb-Stellen aber erschwere, sei die dünne Personaldecke im Kyffhäuserkreis. Und der PI-Chef scheut sich nicht, dieses Problem bei den übergeordneten Stellen und gegenüber der Politik immer wieder anzusprechen. Wird innerhalb der Polizeiinspektion eine Kobb-Stelle besetzt, reißt das ein Loch in den Streifendienst.

Sollen die frei werdenden Stellen noch dieses Jahr besetzt werden, sei der Schichtdienst 24 Stunden täglich nicht mehr zu gewährleisten. „Wir sind an der Grenze“, spricht der Polizeichef fehlenden Berufsnachwuchs an. Es sei „nichts nachgekommen“.

Dies spiegele sich auch im Altersdurchschnitt von 49,8 Jahren wider. Damit sei die Polizeiinspektion die älteste Dienststelle. Entsprechend hoch sei der Krankenstand, und ein Teil der Kollegen überdies auch nur eingeschränkt einsetzbar.

Die Kobb-Stelle an der Schmücke soll noch im Januar ausgeschrieben werden. Für die anderen Stellen will der PI-Chef ein Gesamtpaket schnüren. Anders als zunächst vermeldet, wird es an der Schmücke nun aber doch Vertretungssprechstunden geben: Die Frankenhäuser Kollegen übernehmen diese einmal die Woche jeweils dienstags. Vorerst bis Ende Februar.

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