In Wiehe wirft Bartholomäus-Markt seine Schatten voraus

Susann Salzmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Mit großer Inbrunst organisieren die Wieheschen ihren Bartholomäus-Markt. Kümmerer Manfred Reinhardt stöberte zu diesem Anlass einmal in den historischen Unterlagen und fand eine originale Marktordnung von 1851.

Mit großer Inbrunst organisieren die Wieheschen ihren Bartholomäus-Markt. Kümmerer Manfred Reinhardt stöberte zu diesem Anlass einmal in den historischen Unterlagen und fand eine originale Marktordnung von 1851.

Foto: Susann Salzmann

Wiehe.  Lange ist es nicht mehr bis zum 330. Bartholomäus-Markt in Wiehe. Besucher erwartet Tradition, Kultur, Rummel und Stände zum Shoppen.

Der traditionsreiche Bartholomäus-Markt in Wiehe könnte schon fast zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe gehören. Denn die Tradition des Festes reicht in die letzten Jahrhunderte zurück. In nicht einmal zweieinhalb Wochen ist es nun wieder soweit. Die Tradition hält mit der 330. Auflage Einzug in Wiehe. Vom 19. bis zum 21. August wird zum Bartholomäus-Markt mit dreitägigem Kulturprogramm geladen. Gut einen Kilometer entlang der Hauptstraße des Ortes erstreckt sich die Festmeile, zu der rund 30 Händler kommen werden, erzählte Manfred Reinhardt vom Kirchspiel Wiehe, der sich jedes Mal wieder auf das stadtprägende Kulturerlebnis freut.

Eine Woche lang Vollsperrung der Hauptstraße Leopold-von-Ranke

Früher herrschte zum Markt Ausnahmezustand in Wiehe. Nicht nur Wiehesche, sondern zig Leute im Umland pilgerten zum Markttreiben. „Vor dem Stadtbrand 1659 fand der Markt um das Rathaus und den umliegenden Straßen statt; drei Krammärkte und ein Viehmarkt wurden abgehalten“, erzählte Reinhardt aus der Geschichte. Von diesen vier Märkten überdauerte nur der Bartholomäusmarkt die Zeiten, fand Reinhardt durch den Blick in historische Unterlagen heraus.

Seit 1320 gibt es in Wiehe Marktrecht. Und der Bartholomäus-Markt wurde über die Jahrzehnte zu einem Anziehungspunkt der Region im gesamten Unstruttal und der Finne. Häufig gab es zum großen, einmal jährlichen Markttreiben in Wiehe ein Problem: „Die Gastronomie war problematisch, denn die zwei Gasthöfe und drei Schenken im Ort reichten für die Bewirtung von Händlern und Gästen nicht aus“, erzählte Reinhardt. Zusatzquartiere mussten her. Und die gab es. Jeder Besitzer eines sogenannten Bürgerhauses bekam anlässlich des Marktes ein Beherbergungsrecht. Durch grüne Büsche mussten die entsprechenden Häuser jedoch gekennzeichnet werden.

Für den Auf- und Abbau sowie die Veranstaltung selbst wird die Leopold-von-Ranke-Straße in Wiehe im Zeitraum vom 15. bis 22. August voll gesperrt, sagte Reinhardt. Anwohner und Versorgungsfahrzeuge haben weiterhin freie Fahrt. Freitag ab 17 Uhr öffnen die Schausteller ihre Geschäfte; um 19.30 Uhr gibts mit den „Pipes & Drums“ ein Konzert in der Bartholomäus-Kirche. Das Markttreiben startet Samstag und Sonntag jeweils 10 Uhr; nachmittags findet auf dem Marktplatz ein Kulturprogramm statt.