Landwirte protestieren in Erfurt

Kyffhäuserkreis.  Auch Vertreter aus dem Kyffhäuserkreis dabei, die sich Sorgen um die Zukunft ihres Betriebes machen.

Rund 350 Schlepper fuhren am Mittwoch rund um den Landtag auf.

Rund 350 Schlepper fuhren am Mittwoch rund um den Landtag auf.

Foto: Gerit Brockmann

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Mit einer Demonstration haben Thüringer Landwirte am Mittwoch in Erfurt auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Mit rund 350 Schleppern fuhren sie am Vormittag vor dem Landtag vor, unter ihnen auch Bauern aus dem Kyffhäuserkreis. „Wir haben diesen Tag gewählt, weil sich der Agrarausschuss konstituiert und wir ins Gespräch kommen und uns vorstellen wollten“, sagt Gerit Brockmann von der Betriebsgemeinschaft Bottendorf, Brockmann und Grimme GbR.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zufolge habe der amtierende Agrarminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) Verständnis für die Sorgen der Bauern geäußert. „Für gute Arbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben muss von den Verbrauchern ein fairer Preis gezahlt werden“, sagte er.

Als Zeichen ihrer Sorge um die Zukunft stellten die Landwirte grüne Kreuze auf, die sonst auf ihren Feldern stehen. „Sie symbolisieren, dass der Landwirt für sich und seinen Betrieb keine Zukunft mehr sieht“, erklärt Brockmann. Auch die so genannte „Gummistiefelzeremonie“ hätten einige als Zeichen dafür verstanden, dass für den Landwirt niemand in Aussicht steht, der seinen Betrieb weiterführt.

Man wolle erreichen, dass Landwirte wieder als Gesprächsteilnehmer wahrgenommen würden, so die Bottendorferin, als sich der Demonstrationszug am Nachmittag langsam auflöste und sich die Bauern aus allen Teilen Thüringens mit ihren Traktoren wieder auf den Weg in ihre Heimatorte machten. Beide Seiten hätten Gesprächsangebote unterbreitet, „sowohl die Landesregierung, als auch die Landwirte“. Von der Landespolitik und den -politikern erhoffen sich die Bauern zudem, „dass sie unsere Interessen wahrnehmen und nach Berlin und Brüssel tragen“.

Das Agrarpaket der Bundesregierung sieht einen Ausstieg aus der Glyphosat-Nutzung, mehr Schutz für Insekten und ein neues Tierwohl-Kennzeichen vor und enthält neue Auflagen zum Schutz des Grundwassers vor zu viel Nitrat durch Überdüngung. Sie seien dazu nicht gehört worden, so die Kritik der Landwirte.

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