Lauter rote Herzen

Kerstin Fischer über die Erinnerung an den Valentinstag.

Kerstin Fischer

Kerstin Fischer

Foto: Wilhelm Slodczyk

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Die einen lieben ihn. Die anderen hassen ihn.

Mit dem Valentinstag ist es irgendwie wie mit Fasching. Oder Porreegemüse. Oder Lakritze.

Ich liebe Lakritze. Aber den Valentinstag würde ich glatt vergessen, wäre da nicht die Werbung, die einen im Fernsehen, im Schaufenster des Blumenladens oder am Kosmetikregal seit Wochen daran erinnert. Ich käme aber auch nicht auf den Gedanken, nicht geliebt zu werden, wenn ich am Valentinstag leer ausgehe. Wie ich auch nie auf den Gedanken kommen würde, dass das Licht der Fußgängerampel nur für Männer gelten könnte, weil auf der Lampe keine Frau abgebildet ist. Oder ein Fahrradverbot nicht für Frauen gilt, weil das Piktogramm ein Herrenfahrrad zeigt. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Nun. Es ist der Tag der Liebenden und wer will sich schon nachsagen lassen, dass er nicht liebt. Natürlich ist uns auch diesmal wieder was Nettes eingefallen. Die Angebote der Händler werden ja immer origineller. Im Einkaufsmarkt entdeckte ich neben den üblichen Pralinen sogar Zahnpasta mit Liebesgeständnis. Oder Küchenkrepp und Klopapier mit Liebesherzen (mit Pfeil!).

Da kann man seine Liebesbezeugung gleich mit einer praktischen Anschaffung verbinden – und schon ist der böse Kommerzvorwurf vom Tisch. Genial!

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