Hilferuf aus Bad Frankenhausen: Lieferengpässe bei Schutzmasken und Händedesinfektion

Bad Frankenhausen.  Diakoniesozialstation Bad Frankenhausen ist in der ambulanten Pflege tätig und bittet Privatleute und Firmen um Unterstützung.

Hier ein Auszug aus der Bitte der Diakoniesozialstation Bad Frankenhausen um Unterstützung. Foto: Screenshot

Hier ein Auszug aus der Bitte der Diakoniesozialstation Bad Frankenhausen um Unterstützung. Foto: Screenshot

Es ist ein Hilferuf aus Bad Frankenhausen in den sozialen Medien. „Da die ambulante Pflege in keiner Weise von der Bundesregierung bedacht wird, müssen wir jetzt kreativ werden und um Hilfe bitten“, schreibt Beatrice Wachlin, sie ist Pflegedienstleiterin der Diakoniesozialstation. In der Einrichtung arbeiten 45 Frauen und drei Männer, sie versorgen und betreuen 310 Patienten in den Städten Bad Frankenhausen, Sondershausen, Wiehe, jeweils mit den umliegenden Dörfern, sowie der Gemeinde Kyffhäuserland. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog.

Ältere und kranke Menschen bräuchten die ambulante Pflege in diesen schweren Zeiten ganz besonders. „Wir geben jeden Tag 100 Prozent und mehr, um unsere Patienten und uns zu schützen. Leider ist dies im Augenblick nicht möglich, da Schutzmasken, Schutzkittel sowie Händedesinfektion nicht lieferbar sind“, schildert die Pflegedienstleiterin auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Die Bestände brauchen sich mit der Zeit auf. Die Vorräte sind bei uns nicht so umfangreich wie in der stationären Pflege. Es gibt in vielen Bereichen Lieferengpässe. Nur ein Beispiel: Ich habe am 13. März Desinfektionsmittel bestellt. Wann die Lieferung kommt, kann mir niemand sagen. Trotz mehrerer Nachfragen. Und natürlich fragen wir auch ständig bei anderen Anbietern nach“, sagt Beatrice Wachlin.

Die Pflegedienstleiterin wisse aus Gesprächen mit anderen Einrichtungen wie Pflegeheime und Krankenhäuser, dass es diese Lieferengpässe auch bei ihnen gibt. Deshalb der Hilferuf an Firmen und Privatpersonen, um der Diakoniesozialstation zu helfen: „Gebt etwas ab, ob Schutzmasken, Schutzkittel oder Händedesinfektionsmittel.“

Es habe nach dem Aufruf am Wochenende schon erste Reaktionen gegeben. „Privatleute haben allgemeinen Mundschutz sowie Desinfektionsmittel gegeben. Näherinnen haben sich gemeldet, sie würden Mundschutzmasken nähen. Dafür sind wir sehr dankbar und freuen uns“, betont Beatrice Wachlin. Und da ist die große Hoffnung, dass es weitere positive Reaktionen auf den Aufruf gibt.

Die Mitarbeiter der Diakoniesozialstation kümmern sich bei ihren Patienten beispielsweise um die Gesundheitspflege, Insulingabe, Inkontinenzversorgung, Wundversorgung. Es gibt die Hilfe der Patienten, um aus dem Bett zu kommen, zudem werden auch Einkäufe erledigt. Denn die älteren Leute sollen ja zu Hause bleiben. Das betone man auch immer in den Gesprächen. Doch es gebe hier und da schon die Situation, dass ältere Leute den Ernst der Lage in Zeiten des Coronavirus nicht so verstehen.

Kontakt Diakoniesozialstation: Telefon 034671/6990.

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