Mehr Sicherheit für Fußgänger beim Überqueren der Straßen

Bad Frankenhausen.  Ermittlungen zum tödlichen Verkehrsunfall in Bad Frankenhausen dauern an. Verkehrssicherheit ist Thema im Stadtrat.

In der Seehäuser Straße in Bad Frankenhausen (B85) gab es vor wenigen Tagen einen schweren Verkehrsunfall.

In der Seehäuser Straße in Bad Frankenhausen (B85) gab es vor wenigen Tagen einen schweren Verkehrsunfall.

Foto: Wilhelm Slodczyk

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Es passierte vor wenigen Tagen. Ein Fußgänger überquerte die Bundesstraße (Seehäuser Straße) in Bad Frankenhausen in Höhe der Liefereinfahrt des Herkules-Marktes in Richtung Stadtrandsiedlung (nahe des einstigen Bahnübergangs). Ein Autofahrer war stadtauswärts unterwegs. Es kam zum Zusammenstoß, der Fußgänger wurde schwerst verletzt, er starb an der Unfallstelle. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen zum Unfallhergang wurde ein Gutachter hinzugezogen. „Die Ermittlungen dauern an“, hieß es von der Landespolizeiinspektion in Nordhausen auf TA-Nachfrage.

In der öffentlichen Sitzung des Stadtrates von Bad Frankenhausen am Donnerstagabend gab es einen Antrag der Fraktion Die Linke, dass sich die Stadtverwaltung schnellstmöglich einer verkehrssicheren Lösung für die Bewohner der Stadtrandsiedlung und der Kleingärtner zum Überqueren der Bundesstraße annehmen soll. Es gebe keine geschützte Möglichkeit, zu Fuß in die Stadt, in die Schule und zum Einkaufszentrum zu kommen. Es fehle entweder ein Fußweg auf der linken Seite stadteinwärts, ein Fußgängerüberweg oder eine Ampel, um zur anderen Straßenseite zu kommen. Die Situation sei, wie Ratsmitglied Kersten Steinke sagte, katastrophal. Der Stadtrat stimmte dem Fraktionsantrag einstimmig zu.

Es habe, wie Ordnungsamtsleiter Reinhard Lemp sagte, durch die Straßenverkehrsbehörde des Kreises eine Reduzierung der Geschwindigkeit von 70 auf 50 Stundenkilometer gegeben. Es werde ein Vor-Ort-Termin mit allen Zuständigen, Landesamt für Bau und Verkehr – Region Nord (es ist eine Bundesstraße), Straßenverkehrsamt, Polizei sowie Stadtverwaltung geben, daran könnten auch interessierte Bürger teilnehmen. Der Termin stehe noch nicht fest.

Muss erst etwas Schlimmes passieren? Was sollte mit Blick auf die Verkehrssicherheit, ob Kinder, Erwachsene oder Senioren, in der Kernstadt und in den Ortsteilen von Bad Frankenhausen verbessert werden? Handlungsbedarf sieht die Fraktion „Gemeinsam für Bad Frankenhausen“ (GfBF) nicht nur in der Seehäuser Straße. Sondern auch in der Esperstedter Straße zwischen den Wohngebieten Ahornweg/Fliederweg und dem Teichfeld. Man hoffe, dass es hier wie zugesagt im Rahmen des Rewe-Neubaus zu einer Lösung kommt. Zwei Mitglieder der Wählergruppe sprechen seit etwa sechs Jahren das Problem sichere Straßenüberquerung für Fußgänger in diesem Bereich an.

Ein Esperstedter sei auf die Wählergruppe zugegangen, er sehe Handlungsbedarf in der Straße am öffentlichen Spielplatz. Hier gebe es keine verkehrsberuhigte Zone, nicht alle Autofahrer würden sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Der Vorschlag „Bremsschwelle für die Autofahrer“ sollte geprüft werden. Ratsmitglied Steffen Kobrow (GfBF) regte an, dass sich der Stadtrat Anfang kommenden Jahres wieder mit dem Thema Verkehrssicherheit beschäftigt. Ratsmitglied Silvana Schäffer (CDU) schlug vor, dass sich die Ortsteilräte mit der Verkehrssicherheit beschäftigen sollten. In Seehausen sei auf der Bundesstraße ein Fußgängerüberweg oder eine andere Variante schon seit Jahren ein Thema.

In der Ratssitzung sprach ein Bürger die gefährliche Situation zu bestimmten Zeiten, vor allem am Morgen, in der Bahnhofstraße an. Hier ist das neue Gymnasium, es gibt über 500 Schüler. Sie kommen mit dem Bus, dem Rad oder zu Fuß, Eltern bringen sie mit dem Auto. Die Schüler würden zwischen den Autos die Straße überqueren, da könne schnell mal etwas passieren. Man werde mit der Schulleitung sprechen, sagte Bürgermeister Matthias Strejc (SPD).

Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung im September die Vergabe von Planungsleistungen, sie haben einen Umfang von rund 65.000 Euro, für die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes sowie Verkehrsentwicklungsplanes für die Kernstadt und ihre fünf Ortsteile beschlossen. Das Konzept, Ausgangspunkt ist natürlich eine Analyse des Ist-Zustandes, soll im September kommenden Jahres vorliegen.

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