5 Tage nach Eröffnung: Schulplatz in Roßleben mutwillig zerstört

Roßleben.  Fünf Tage nach der Eröffnung werden auf dem Schulplatz in Roßleben Lampen in der Nacht von Unbekannten kaputtgemacht.

Am Morgen des 1. Advent meldeten Anwohner zwei zerstörte Lampen. Anscheinend wollten die Täter im Dunkeln bleiben und traten die Leuchten kaputt.

Am Morgen des 1. Advent meldeten Anwohner zwei zerstörte Lampen. Anscheinend wollten die Täter im Dunkeln bleiben und traten die Leuchten kaputt.

Foto: Jochen Sauerbier

Nur fünf Tage nach der offiziellen Eröffnung ist das eingetreten, was viele Roßlebener befürchtet haben. Es gibt die erste mutwillige Zerstörung auf dem neuen Parkgelände, wo einst der Gasthof Zum Hirsch stand. In der Nacht zum 1. Advent haben Unbekannte zwei Lampen zerstört. Im Vorfeld hatte Roßleben-Wiehes Bürgermeister Steffen Sauerbier (SPD) fast schon gebetsmühlenartig immer wieder die Hoffnung ausgesprochen, dass dies hoffentlich nicht passieren würde.

„Mir fehlen die Worte dazu, dass es scheinbar immer wieder Leute gibt, die keinerlei Respekt vor Werten und öffentlichem Eigentum haben“, betont Sauerbier. Als Leiter der Stadtverwaltung traue er sich kaum noch, etwas Neues für die Stadt zu gestalten, weil es ohnehin wieder zerstört werde. „Andererseits, wenn ich nur verwalte und nichts schaffe, ist die Kritik zu recht auch da“, klagt der Bürgermeister. Dennoch wolle er sich nicht entmutigen lassen und weiterhin Neues in der Landgemeinde schaffen für die Öffentlichkeit.

In jedem Falle will Sauerbier alles daran setzen, die Verursacher der Zerstörungen ausfindig zu machen. „Ich habe Anzeige bei der Polizei erstellt, und es gibt auch schon Hinwiese, wer die Täter sein könnten“, sagt er. Sollten die Täter zuverlässig ermittelt werden, hat er bereits ein Versprechen für diese: „Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Sanktionsmittel ausschöpfen, um gegen diese Leute vorzugehen.“

Das Hotel und Gasthof Goldener Hirsch am Roßlebener Schulplatz war einst eine renommierte Adresse mit Saal. Doch der Zahn der Zeit und ausbleibende Werterhaltung nagten an dem Gebäudekomplex. Schon in den 1980er-Jahren wurde der Saal, der zur Schulspeisung genutzt wurde, wegen Baufälligkeit gesperrt.

Zeitweise diente das Haus dem Club der Volkssolidarität, weitere Mängel führten aber Anfang der 1990er-Jahre zur endgültigen Schließung.

Nach diversen erfolglosen Projekten verkaufte die Stadt den „Hirsch“ für eine symbolische D-Mark an einen Kleinunternehmer, der mit seiner Großfamilie hochfliegende Pläne hatte. Dann tauchte der Komplex auf einer Immobilienbörse auf und die Stadt erwarb diese für rund 4000 Euro zurück.

Mit Hilfe des Präsidenten des Thüringer Landesverwaltungsamtes, Frank Roßner, wurden die nötigen Mittel für den Abriss im Rahmen des Förderprojektes Neue Stadtmitte beschafft. Die Arbeiten waren über Wochen ein Anziehungspunkt für viele Schaulustige und brachten teilweise einige Kuriositäten zu Tage. Darunter ein gelbes Auto, das noch immer in einer der Garagen geparkt war.

Auf den Grundmauern des „Hirsch“ wurde über die Sommermonate eine kleine Parkanlage errichtet. Diese Investitionen kosteten insgesamt etwa 300.000 Euro. Am 26. November wurde der kleine Park durch Bürgermeister Steffen Sauerbier, die beteiligten Baufirmen, die Planer und Fördermittelgeber offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der Bürgermeister sprach vom schrittweisen Umbau der Roßlebener Innenstadt und bat alle Anwohner des Platzes, ein Auge auf die schöne Anlage zu haben. Er sprach auch dabei die Hoffnung aus, dass die Investition nicht irgendwelchen Randalierern zum Opfer falle. Jedoch meldeten am Sonntagmorgen meldeten Anwohner zwei zerstörte Lampen.

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