Neue Chefin seit vielen Jahren vertraut mit Abwasserzweckverband in Oldisleben

Noreen Schädlich ist seit Jahresbeginn neue Werkleiterin beim Abwasserzweck-verband „Thüringer Pforte“ in Oldisleben.

Der Abwasserzweckverband "Thüringer Pforte" hat eine neue Werkleiterin: Noreen Schädlich (44) übernahm die Aufgabe zum 1. Januar 2020.

Der Abwasserzweckverband "Thüringer Pforte" hat eine neue Werkleiterin: Noreen Schädlich (44) übernahm die Aufgabe zum 1. Januar 2020.

Foto: Wilhelm Slodczyk

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Zehn Monate nach dem Weggang von René Wicht hat der Abwasserzweckverband (AZV) Thüringer Pforte in Oldisleben eine neue Werkleiterin. Zum 1. Januar 2020 nahm die 44-jährige Volljuristin Noreen Schädlich aus Erfurt in Oldisleben ihre Arbeit auf.

Freuen Sie sich auf die neue Aufgabe?

Ja. Auch wenn ich auf diese Frage vor zwei Wochen noch überzeugter geantwortet hätte. Denn inzwischen hat sich herausgestellt, dass es etliche Baustellen gibt. Zum Beispiel ist die Entwässerungssituation in vielen Fällen ungeklärt. Da muss man einiges nachprüfen.

Wie gut kennen Sie die Materie und das Verbandsgebiet?

In das Thema Wasser/Abwasser bin ich seit dem Referendariat beim Eigenbetrieb Abwasser der Stadt Sömmerda einfach so reingerutscht. Beim AZV Oldisleben hatte ich mich aus Verbundenheit beworben. Vorher war ich selbstständig als Rechtsanwältin und habe kommunale Aufgabenträger im Bereich Wasser/Abwasser betreut. Dazu gehörte auch der AZV Thüringer Pforte. Ich bin also mit dem Zweckverband seit vielen Jahren vertraut.

Wie war Ihr beruflicher Werdegang?

Seit 2006 war ich als Rechtsanwältin selbstständig. Davor arbeitete ich zwei Jahre bei der Thüringer Wasser- und Abwasser-Management GmbH, die der damalige Ministerpräsident Dieter Althaus zur Beratung ins Leben gerufen hatte.

Was werden nach knapp einem Jahr Werkleiter-Vakanz Ihre vordringlichsten Aufgaben sein?

Wir brauchen ganz schnell ein neues Abwasserbeseitigungskonzept, kurz ABK genannt. Das wird alle sechs Jahre fortgeschrieben. Es beinhaltet die Planung, welche Gebiete in den kommenden Jahren an die zentrale öffentliche Kläranlage angeschlossen werden und welche dezentral entsorgt werden. Das letzte bestätigte ABK stammt aus dem Jahr 2013. Ohne dieses Konzept gibt es bei Investitionen keine Förderung. Wir brauchen beispielsweise eine Lösung für Braunsroda. Auch die Schulstraße in Bretleben haben wir auf dem Schirm, sowie den dritten Bauabschnitt in Hauteroda.

Bis wann muss das Konzept stehen?

2018 war das Konzept schon mal überarbeitet worden, aber es hatte einige offene Punkte und wurde seitens der Unteren Wasserbehörde nicht bestätigt. Bis Mitte des Jahres muss das Konzept fertig sein.

In der Zeit der Vakanz des Werkleiterpostens wurden mit einem Gerichtsbeschluss die geschätzten Abwasserverbräuche für unzulässig erklärt. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Punkt?

Manche Verbräuche sind bei einer normalen Lebenssituation einfach nicht nachvollziehbar.

Jeder Mensch braucht zum Leben eine gewisse Menge Wasser. Wenn davon aber nur die Hälfte auf dem Zähler steht und der Kunde das nicht erklären kann, ist das nicht nachvollziehbar.

Was geschieht nun mit den Bescheiden?

Diese werden bei uns im Haus korrigiert.

Das bleibt aber sicher nicht ohne Folgen für alle AZV-Kunden?

Fakt ist, man braucht eine gewisse Wassermenge zum Leben. Die Frage ist noch, erhöhen wir künftig die Grundgebühr oder holen wir uns den fehlenden Betrag über die Verbrauchsgebühr. Darüber wird im Zweckverband zu reden sein.

Ab wann müssten die Kunden also mit der Preissteigerung rechnen?

Wir stecken mitten im Kalkulationszeitraum 2019 bis 2022. Bei der Neukalkulation der Gebühren wird dann berücksichtigt, was jetzt zu wenig eingenommen wurde.

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