Pro Frankenhausen will Austausch zur Ortsumfahrung anschieben

Bad Frankenhausen.  Stadtratsfraktion schlägt Treffen aller Fraktionen vor, um Pro und Kontra zum geplanten Verkehrsprojekt auszuloten.

Thomas Richter von der Wählergemeinschaft Pro Frankenhausen.

Thomas Richter von der Wählergemeinschaft Pro Frankenhausen.

Foto: Grit Pommer

Braucht Bad Frankenhausen eine Ortsumfahrung? In der Kurstadt sind die Auffassungen darüber gespalten. Einerseits würden damit Lärm und Abgase aus der Stadt verschwinden – andererseits möglicherweise viel Kundschaft wegbleiben, die bislang auf der Durchfahrt die Restaurants und Läden frequentiert.

Die Ortsumfahrung – seit Jahren wiederkehrendes Gesprächsthema in der Stadt – ist im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 als vordringlich eingestuft. Sieben Kilometer lang soll die Strecke werden, 13 Millionen Euro sind in den ursprünglichen Planungen dafür veranschlagt. Doch über den Austausch von Standpunkten ging die Diskussion in der Stadt bislang nicht hinaus.

Verantwortliche an einen Tisch bringen

Um endlich eine klare Positionierung der Stadt zu diesem Verkehrsprojekt anzuschieben, will die Stadtratsfraktion Pro Frankenhausen Verantwortliche an einen Tisch bringen. „Wir als Pro Frankenhausen sind der Meinung, dass sich der Stadtrat und die Bevölkerung aktiv in diesen Prozess einbringen sollten“, findet Thomas Richter und schlägt im Rahmen der Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes einen Workshop vor, der sich „unter Mitwirkung aller Fraktionen, der maßgeblichen Institutionen und der Bevölkerung mit der komplexen Betrachtung der Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmer in Bad Frankenhausen, möglicher Ortsumfahrung, Parkplatzsituation und innerstädtischer Verkehrsberuhigung beschäftigt“.

Belastungen treffen die Anwohner weit über das zulässige Maß hinaus

„Es ist unstrittig, dass mit Inbetriebnahme der Autobahn 71 der Fahrzeugverkehr in der Stadt enorm zugenommen hat. Besonders der Durchgangsverkehr zu den Autobahnauffahrten in Heldrungen und Artern belastet mit Lärm und Abgasen die Ortsdurchfahrt/B 85“, so Richter in einer Mail an die Zeitung. „Der verkehrsintensivste Bereich, die Kyffhäuserstraße, verläuft unmittelbar entlang der Kurzone mit Therme und Schlosspark. In diesem Bereich befinden sich die meisten Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie diverse Einkaufsmärkte. Die damit verbundenen Belastungen treffen die Anwohner weit über das zulässige Maß hinaus“, sagt er. Darüber müsse man reden und zu einem Konsens finden.

Gerechnet wurde mit einer Planungszeit von neun und einer Bauzeit von zwei Jahren

Laut Planentwurf soll die Ortsumfahrung auf der B 85 aus Richtung Seehausen kommend hinter der Kaserne beginnen und bis Rottleben führen. Allerdings ist die Strecke noch auf einem großen Abschnitt der ehemaligen Kyffhäuserbahntrasse gezeichnet, der inzwischen Radweg ist. Gerechnet wurde mit einer Planungszeit von neun und einer Bauzeit von zwei Jahren. 2019 wurde mit der Planung begonnen, beauftragt ist ein Planungsbüro in Erfurt. In den Planungsprozess sollen Bürger und Stadtrat einbezogen werden.

Workshops hat es in der Stadt schon zu vielen anderen Themen gegeben

Dass größere Zusammenkünfte in Coronazeiten schwierig zu bewerkstelligen sind, räumt Richter ein. „Aber wir haben ja die Rotbart-Arena. Da kann man sich weit auseinander setzen.“ Workshops habe man in der Stadt schon zu vielen anderen Themen gegeben, jetzt könne auch mal einer zum Thema Ortsumfahrung gemacht werden. „Es geht einfach darum, jetzt mal den ersten Schritt zu tun, außerhalb vom Stadtrat mal an die Öffentlichkeit zu gehen und Pro und Kontra auszuloten“. Einladen könne man außerdem beispielsweise auch die Straßenverkehrsbehörde. „Der Verkehr wird in Zukunft zunehmen, so viel steht fest. Durch den Rewe-Neubau wird eine weitere Verlagerung des innerörtlichen Verkehrs in der Esperstedter Straße einsetzen“, so Richter.