Roßleben hofft auf Finale der Champions League

Roßleben-Wiehe. Uwe Lewinski strahlt, wenn er „unser Schmuckstück“ betrachtet. Und der Vereinschef hat mit der fast fertig sanierten Bundeskegelbahn seines Kegelsportvereins (KSV) 92 Roßleben große Pläne: „Sie ist so modern, da könnten internationale Top-Veranstaltungen drauf stattfinden – Ländervergleiche oder sogar das Finale der Champions League. Ich halte das in zwei, drei Jahren für möglich“, sagt Lewinski.

Dem Landesverband würde so etwas mitunter angeboten. In Thüringen könnten höchstens fünf Bahnen mit Roßlebens neuer Qualität mithalten. „Doch bei sanitären Anlagen und Parkplatzsituation liegen wir klar vorn.“

Reibungslos sei die Sanierung der 26 Jahre alten Sechs-Bahn-Anlage in nur anderthalb Monaten vonstatten gegangen. Die Vereinsmitglieder leisteten viel Vorarbeit, dann rückte am 24. August die Leipziger Bahnbau-Firma Ahlborn an. Die hochmoderne Segmentbahn wurde auf die alte draufgesetzt, so dass der neue Boden komplett zehn Zentimeter höher liegt. „Es klingt anders, wenn die Kugel rollt. Und die Kegel sollen besser fallen“, hofft Lewinski auch auf Rekordergebnisse.

Investiton des Vereinswird mit Fördermitteln unterstützt

Das Schmuckstück kostet freilich: gut 80.000 Euro. So waren die Fördergeld-Schecks, symbolisch und zufällig pünktlich zum 55. Geburtstag des Vorsitzenden, willkommen. „Es ist gut investiertes Geld – so etwas belebt kleine Städte“, befand Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD). Sie hatte 10.000 Euro im Gepäck. Thomas Zirkel freute es besonders, dass auch Kindergärten und Schulen das Domizil nutzen wollen. „Das könnte gute Impulse für den Nachwuchs geben“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes. Er überbrachte aus Landesmitteln 31.300 Euro.

Bürgermeister Steffen Sauerbier (SPD), dessen Stadt ebenfalls finanziell half, findet „das Risiko, das der Verein eingeht, bemerkenswert und vielleicht signalgebend.“ Denn der KSV – der bereits vor 15 Jahren die Anlage kaufte und seitdem viel investiert hat – nahm für das aktuelle Projekt ein Darlehen von 30.000 Euro auf. „Mutig, aber so kann man etwas auf die Beine stellen“, so Sauerbier. Noch ist einiges zu erledigen, bis die etwa 60 Mitglieder ihre ersten Kugeln offiziell schieben können.

Die Elektronik der Anzeige muss noch angeklemmt werden. Die Beleuchtung wollen sie auf LED umrüsten. Die veralteten Heizungskörper werden demnächst getauscht. Und der Verein möchte in einem Nebenzimmer noch ein Sportbüro einrichten.

Wettkampfpremiere der neuen Bahn ist am 3. Oktober

Die Leistungsträger des Vereins wie Maximilian Bischoff, Uwe Lewinskis Sohn Patrick oder der beste Senior Klaus-Dieter Arnold trainierten während der Bauphase auswärts, zum Beispiel beim befreundeten Verein in Reinsdorf. Denn bereits dieses Wochenende beginnt der Punktspielbetrieb, in Zeiten von Corona mit erteilter Genehmigung. Die Landesliga-Männer treten in Hopfgarten bei Weimar an.

Ihre Wettkampf-Premiere wird die neue Roßleber Bahn am 3. Oktober erleben, wenn die KSV-Männer zum Heimspielauftakt Schwarza empfangen. Fünf Mannschaften schickt der Verein in die Saison -- zwei Männer- und zwei Senioren-Teams sowie die Frauen-Mannschaft. „Deren Niveau ist aktuell sogar einen Tick besser als das der Männer“, lobt Lewinski. Einst schickte der KSV elf Teams in die Ligen. Die besten Männer liebäugelten mit der Bundesliga. Das ist vorerst weit weg. „Etablieren heißt das Ziel“, betont der Vereinschef. Und vielleicht trage die Bahn dazu bei, manchen Trend umzukehren.

Doch bevor solche Träume reifen, ist Lewinski erst einmal froh, dass sich der Baustress nun langsam legt. „Ich denke, dies ist jetzt etwas fast für die Ewigkeit – so schnell bauen wir keine neue Bahn wieder.“

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.