„Sabine“ legt im Kyffhäuserkreis nachts eine Bundesstraße lahm

Kyffhäuserkreis.  Umgestürzte Bäume, herabfallende Dachziegel, Windbruch: Sturmtief Sabine fegte über den Kyffhäuserkreis. Unfallopfer blieben zum Glück unverletzt,

Zwei Autos stießen bei Neuheide auf der B 4 mit einem umgestürzten Baum zusammen. Die Bundesstraße war bis Montagmittag.

Zwei Autos stießen bei Neuheide auf der B 4 mit einem umgestürzten Baum zusammen. Die Bundesstraße war bis Montagmittag.

Foto: Silvio Dietzel / TA

Sturmtief „Sabine“ ist über Thüringen hinweggefegt und hat mit umgeknickten Bäumen, herabfallenden Ästen für eine Nacht die Bundesstraße 4 bei Sondershausen komplett lahmgelegt. Bis Montagmittag war die wichtige Verbindung zwischen Sondershausen und Nordhausen gesperrt. Eine 64-jährige Autofahrerin und ihr 72-jähriger Begleiter kamen mit dem Schrecken davon, als vor ihnen ein Baum umfiel. Sie holperten über den Stamm und knallten in die Leitplanke. Auch ein 51-jähriger Mann in seinem Volvo touchierte den Baum.

Den Betroffenen blieb nur die Flucht von der Unfallstelle. Dort war es während der Nacht so gefährlich, dass die Autos nicht geborgen werden konnten. Sicherheitshalber wurde die Straße gesperrt. Am Montagmorgen war die Umleitung über Kleinfurra und Hain völlig überlastet. Den ganzen Vormittag waren Mitarbeiter der Straßenwartung noch mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Gegen 12.30 Uhr rollt der Verkehr wieder.

Umstürzte Bäume und heruntergewehte Dachziegeln hielten die Feuerwehren im Kyffhäuserkreis in Atem gehalten. Entgegen der Erwartungen lief der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von rund 120 Stundenkilometer jedoch weitgehend glimpflich auf. Für die Feuerwehrleute war es allerdings eine kurze Nacht.

Kurz vor 4 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Frankenhausen aus dem Schlaf gerissen. Auf der Bundesstraße 85 über den Kyffhäuser hatte der Sturm mehrere Bäume quer über die Straße quer gekippt und blockierte zwei Laster. Als die Feuerwehrleute die Bundesstraße befreit hatten, war an ein Weiterschlafen nicht zu denken. „Dann ging es eigentlich Schlag auf Schlag. Als es hell wurde, haben die meisten Leute das Ausmaß er Schäden erst gesehen“, schildert am Montag Stadtbrandmeister Jens Fischer. Beim Kindergarten Wippergärtchen hingen große Äste in einer Eiche direkt über dem Gehweg. Und in der Schlossstraße, Jahnstraße und am ehemaligen Haus 2 des Kyffhäusergymnasiums an der Unterkirche hatte der Sturm Ziegel von Dächern geweht. „Bei dem Haus in der Schlossstraße haben wir eine Notsicherung vornehmen müssen“, berichtet Fischer. Ein harter Tag für die Einsatzkräfte, der zu diesem Zeitpunkt aber noch lange nicht zu Ende war. „Im Schnitt waren wir 15 Kameraden im Einsatz“, so Fischer.

Umgestürzte Bäume riefen auch die Feuerwehren zwischen Badra und Kelbra auf den Plan. Nichts ging mehr zwischen Otterstedt und Westerengel, zwischen Wasserthaleben und Westgreußen, in Immenrode, in Greußen in Höhe Aldi und in der Nordhäuser Straße, zwischen Göllingen und Seega, zwischen Kalbsrieth und Schönewerda, und auch zwischen Oldisleben und Sachsenburg.

Zwischen Artern und Voigstedt behinderte ein Verkehrsschild den Verkehr, im Almenweg von Roßleben hatte eine Tanne ein Nebengebäude unter sich begraben.

Auch der Nahverkehr der Bahn war beeinträchtigt und musste am Sonntagabend auch im Kyffhäuserkreis eingestellt werden, wie die Pressestelle der Deutschen Bahn auf Anfrage mitteilt. Erst im Laufe des Montagvormittag fuhren wieder Züge.Stich-Wort