Von Autohaus bis Krankenkasse – Schüler schnuppern in Berufe

Oldisleben  14 Institutionen und Unternehmen beim Aktionstag „Schule trifft Wirtschaft“ an der Gemeinschaftsschule Oldisleben

Beim Aktionstag „Schule trifft Wirtschaft“ präsentierten 14 Unternehmen und Institutionen den Acht- und Neuntklässlern der Gemeinschaftsschule Oldisleben Möglichkeiten der beruflichen Ausbildung. Fotos: Wilhelm Slodczyk

Beim Aktionstag „Schule trifft Wirtschaft“ präsentierten 14 Unternehmen und Institutionen den Acht- und Neuntklässlern der Gemeinschaftsschule Oldisleben Möglichkeiten der beruflichen Ausbildung. Fotos: Wilhelm Slodczyk

Foto: Wilhelm Slodczyk

Auch wenn es aus Sicht eines Achtklässlers bis zu seinem Einstieg ins Berufsleben noch eine Ewigkeit scheint – die Zeit ist schnell vorbei, und spätestens in einem Jahr möchte er einen Plan haben. „Schule trifft Wirtschaft“ heißt darum ein Aktionstag, mit dem das Regionalmanagement Nordthüringen Acht- und Neuntklässler intensiver auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten möchte.

In der Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS) Oldisleben hatten sich dafür 14 Unternehmen und Institutionen angesagt, von der Agentur für Arbeit über die Berufsschule IBKM und die Kyffhäusersparkasse bis hin zu SEM (Schneider Bauelemente) Oldisleben sowie dem Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen.

Auf dem Pausenhof tuckerte ein großer Traktor. Mitgebracht hatte ihn das VHS-Bildungswerk Roßleben, das für „Grüne Berufe“ warb. Dazu zählt neben dem Landwirt unter anderem auch Hauswirtschafter. „Es ist längst nicht mehr so, dass der Landwirt in Gummistiefeln über‘n Acker trampelt“, räumt Sozialpädagoge Holger Naumann mit einem überholten Bild auf. „Wir wollen zeigen, dass das heute moderne Berufe sind und welche Chancen bestehen, in diesen Berufen Karriere zu machen und Firmen dabei unterstützen, dafür die geeigneten Leute zu finden“, fügt der Projektmitarbeiter hinzu.

Ganz praktisch geht es beim Heldrunger Bauunternehmen Kunze aus Heldrungen zu. Die Baubranche boomt und gute Zimmerer, Dachdecker, Dachklempner, Tiefbaufacharbeiter, Beton- und Stahlbetonbauer sind gefragte Leute. „Wir suchen in allen Bereichen Auszubildende“, sagt Doreen Renner. Die jungen Leute können ihr handwerkliches Geschick beim Nageleinschlagen und Schieferbearbeiten unter Beweis stellen.

Für die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker wirbt das Autohaus Barbarossa Bad Frankenhausen mit Niederlassungen in Artern und Sangerhausen. Drei Lehrlinge will das Unternehmen einstellen – einen pro Standort. Dazu Bürokauffrauen. Werkstattmeister Tino Auerbach und Ilka Schade, Öffentlichkeitsarbeit, stellen die Berufe vor.

Den Aktionstag absolvieren die rund 80 Schüler im Rotationsprinzip. Alle zwanzig Minuten wird gewechselt. Dann darf in die nächsten Berufe geschnuppert werden, etwa bei der Barmer Krankenkasse in Nordhausen, Sonlux aus Sondershausen WM Agrar in Wallhausen oder GSES Glückauf Sondershausen. Auch WAGO Kontakttechnik nutzt die Gelegenheit zur Präsentation. Das Unternehmen mit 1300 Beschäftigten in Sondershausen bildet jedes Jahr zwanzig Lehrlinge aus. Kein Schüler interessiert sich für alles, und mancher hat auch schon klare Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft.

Aber alle bekommen die Gelegenheit, verschiedene Berufsrichtungen kennenzulernen und sich mit ihren Fragen direkt an die Unternehmensvertreter zu wenden. Auch den Firmen gefällt das Format des Aktionstages, sie können sich in kleinen Gruppen mit den künftigen Schulabgängern beschäftigen.

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