Weimarischer Hof in Oldisleben verschwindet teilweise

Der Ortskern von Oldisleben soll neu gestaltet und ansehnlich werden. Einen Sanierungsbeschluss gibt es längst, Geld allerdings nicht. Ein Anfang kann jetzt aber gemacht werden. Das Saalgebäude vom Weimarischen Hof wird bald abgerissen. Das Backsteinhau bleibt aber stehen.

Das hintere Saalgebäude vom Weimarischen Hof soll abgerissen, der Ortskern nach und nach ansehnlich gestaltet werden. Foto: Jacqueline Schulz

Das hintere Saalgebäude vom Weimarischen Hof soll abgerissen, der Ortskern nach und nach ansehnlich gestaltet werden. Foto: Jacqueline Schulz

Foto: zgt

Oldisleben. Er war mal Zentrum für die vielen FDGB-Urlauber, eine Gaststätte mit eigener Schlachterei und Stall war mal drin. Jetzt bietet der historische Ort, wo einst das Leben so pulsierte einen jämmerlichen Anblick. Seit Mitte der 90er Jahre ist hier komplett Ruhe.

Das Sanierungskonzept für den Ortskern verabschiedeten die Gemeinderäte im Vorjahr. An eine Umsetzung ist in Geldnot nicht zu denken. Ein erster kleiner sichtbarer Schritt kann nun gegangen werden. Die Regionale Arbeitsgruppe (RAG) Kyffhäuser macht’s möglich. Oldisleben hatte hier einen Förder-Antrag gestellt.

Innerhalb der ländlichen Entwicklung gab es jetzt Zuwendungsbescheide vom Flurneuordnungsamt Gotha. Der Abriss des Weimarischen Hofs in Oldisleben wird mit 26.900 Euro gefördert. Das rote Backsteinhaus bleibt stehen, der kaputte Saalbereich muss aber abgerissen werden, erläutert Bürgermeister Joachim Pötzschke (pl). Das Haus ist sanierungsfähig und es bleibt stehen, egal ob es künftig ins Konzept integriert wird oder nicht, sagt er. Als Begegnungsstätte wäre es doch beispielsweise sehr gut geeignet.

Ausweichplätze wurden für die zwei benachbarten Grundstücksnutzer gefunden. Ins Zentrum passen diese auch nicht richtig. Der Holz- und Kohle-Handel findet beim Bauhof am Ortsrand Platz und für die Autos vom Kfz-Schlosser ist ebenso eine Lösung gefunden. Die beiden Grundstücke sollen erworben und mitgestaltet werden. Die Ausschreibung ist längst raus. Am kommenden Montag ist Auftragsvergabe für den Abriss, bestätigt der Bürgermeister. Danach werde die Fläche erst mal saubergemacht und eingeebnet.

Dann sollen die Ideen, wie der Ortskern, 6000 Quadratmeter stünden insgesamt zur Verfügung, gestaltet werden kann und soll von allen Bürgern gefragt sein. Für ratsam hält der Bürgermeister einen Streifen mit Auto-Parkplätzen parallel der Bundesstraße, der Bedarf sei da. Auch nach der Absage des Investors für ein Zentrum für altersgerechtes Wohnen in Oldisleben sei für diese Fläche nach wie vor ein Seniorenzentrum erhofft, versichert Pötzschke. Vielleicht wird ja doch noch was draus.

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