Weniger Besucher in den Freibädern im Kyffhäuserkreis

Kyffhäuserkreis.  Coronabedingt sind die Gästezahlen in einzelnen Orten bis auf die Hälfte gegenüber dem Jahr 2019 gesunken.

Am 1. Juni öffnete in Artern das Soleschwimmbad seine Pforten. Aufgrund der Coronapandemie begann die Saison zwei Wochen später als sonst. Zu den ersten Badegästen gehörten Hugo (links) und Hannes.

Am 1. Juni öffnete in Artern das Soleschwimmbad seine Pforten. Aufgrund der Coronapandemie begann die Saison zwei Wochen später als sonst. Zu den ersten Badegästen gehörten Hugo (links) und Hannes.

Foto: Patrick Weisheit

Die klassische Freibadsaison dauert bis spätestens 15. September. Viele Freibäder im Landkreis beenden ihre Saison aber früher – auch im Corona-Jahr, das allen Beteiligten viel abverlangt hat. Wie die Bilanz in den Freibädern in der Region ausfällt, hat die Lokalredaktion erfragt.

Wiehe: Bereits seit 31. August geschlossen ist das Familienbad in Wiehe. „Klar, bei 30 Grad sehnt mancher Abkühlung herbei – aber für zehn Mann nochmal ein paar Tage aufzumachen, lohnt sich nicht“, sagt Dirk Köhler. Das Wasser in den Becken ist schon ein Stück weit abgelassen, die Chemikalien sind nicht nachgefüllt. „Wir wollen Kosten sparen“, so der Chef des Badevereines. Als „durchwachsen“ bezeichnet er die Saison, die wegen Corona zwei Wochen später als geplant begonnen hatte. Das große Kessel-Buntes-Kinderfest fiel aus. Einzige größere Veranstaltung war das gesellige Vereinsfest mit 30 Leuten als Obergrenze. Vor allem die zweite Juli-Hälfte sei gut gelaufen. Die Corona-Obergrenze von maximal 285 Besuchern sei nie ein Problem gewesen. Insgesamt seien es 7000 Besucher gewesen, etwas weniger als in den Jahren zuvor.

Roßleben: Das Freibad in Roßleben ist seit 4. September geschlossen. Dennoch herrscht Betrieb: Die Klosterschüler absolvieren in den Becken Kanukurse, weil die Unstrut wegen der Krokodilsuche derzeit tabu ist. „Wir hatten bei der Hitze auch einige Anrufer, die fragten: Macht ihr jetzt nochmal auf?“, sagt Jens Barthel. „Nein, tun wir nicht – das würde das Kraut auch nicht mehr fettmachen“, so der Schwimmmeister. 9000 Besucher kamen diese Saison, die zehn Tage verspätet losging und „wettermäßig schlecht begann“, so Barthel. Insgesamt seien ein Viertel weniger Leute als in den Jahren zuvor gezählt worden. Gut angenommen wurde das spontan organisierte, von Artern abgeguckte Nachtschwimmen mit gut 200 Besuchern.

Heldrungen: Als „überschaubar“ beschreibt Kerstin Zielonka die Saison im Naturbad Heldrungen, das ebenfalls bereits geschlossen hat. „17 Grad im Wasser, das ist den meisten zu kalt.“ Statt der 12.000 Gäste aus dem Vorjahr kamen diesmal nur die Hälfte. „Einerseits waren die Leute durch das Wetter der letzten Jahre verwöhnt. Andererseits blockte sicher Corona einiges ab“, so die Chefin. „Das sind schon Einbußen.“ Gut frequentiert, vor allem durch den vorbeiführenden Radwanderweg, war der Badimbiss „Zett-Inn“, der noch bis 25. September geöffnet bleibt.

Artern: Ebenfalls am 30. August die Saison beendet hat das Arterner Soleschwimmbad. Den Abschluss bildete dann am 31. August das Hundeschwimmen. Dieses und die beiden Nachtbade-Aktionen retteten die Saison besuchermäßig, obwohl letztlich insgesamt weniger Besucher kamen als 2019. „Das lag daran, dass wir coronabedingt erst später öffnen konnten, dann das Wetter bis Anfang Juni nur mäßig war und viele sicherlich auch vor den Corona-Vorkehrungen zurückschreckten“, sagt Bürgermeister Torsten Blümel (Linke).

Harras: Auch im Freibad Harras gab es deutlich weniger Besucher als 2019. „Wir hatten vom 1. Juni bis 31. August geöffnet, und man hat gemerkt, dass die Leute wegen Corona verunsichert sind. Viele haben nämlich im Vorfeld angerufen und sich über die Vorschriften informiert“, sagt Klaudia Daßler, Vorsitzende des Bade- und Freizeitsportvereins Oberheldrungen-Harras.

Bad Frankenhausen: Im Solewasser-Vitalpark läuft die diesjährige Saison noch bis zum 30. September. „Wir hatten natürlich nicht so viele Besucher wie 2019, waren aber dennoch gut besucht“, sagt Kurdirektor Jens Lüdecke. Einige Male sei man auch an die zum Coronaschutz festgeschriebene Grenze der Besuchernennzahl gekommen. Es durften maximal 266 Menschen gleichzeitig die Anlage betreten. Die geringere Frequentierung war förderlich für die Wasserqualität, weshalb die Anlage in diesem Jahr nicht wegen zu schlechter Wasserqualität geschlossen werden musste.

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