1000 Menschen in Bad Langensalza auf Demo gegen Krisenpolitik - Bürgermeister am Rednerpult

Friedemann Mertin
| Lesedauer: 2 Minuten
Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos, am Pult stehend) spricht bei der Kundgebung am Montag vor dem Rathaus in Bad Langensalza.

Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos, am Pult stehend) spricht bei der Kundgebung am Montag vor dem Rathaus in Bad Langensalza.

Foto: Daniel Volkmann

Bad Langensalza.  Viele Menschen aus der Region rund um Bad Langensalza folgten dem Aufruf von Bürgermeister Matthias Reinz. Er verkündete düstere Prognosen für die Stadt.

Etwa 1000 Menschen haben sich am Montagabend am Rathaus zu einer Kundgebung versammelt. Bad Langensalzas Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) hatte zum Protest gegen die Krisenpolitik der Bundesregierung eingeladen. Auf dem vollen Neumarkt sagte Reinz, dass er täglich mit besorgten Menschen spreche, die angesichts massiv steigender Preise für Energie, Lebensmittel und andere Dinge nicht mehr weiter wüssten.

Von der Bundesregierung forderte er „schnell zielführende Lösungen, ehe der Zug vor die Wand fährt – es ist 5 nach 12.“ Als Bürgermeister könne er auf die Situation kaum reagieren. Auf Bad Langensalza bezogen, sagte er, dass der städtische Haushalt für 2023 aus jetziger Sicht nicht ausgeglichen werden könne. Die Haushaltskonsolidierung stehe im Raum. Die möglichen Folgen seien Erhöhungen der Steuern und der Elternbeiträge für Kitas sowie Kürzungen bei freiwilligen Aufgaben wie Bibliothek, Veranstaltungen und Rumpelburg.

Die Ursache der Inflation, der Angriff Russlands auf die Ukraine, verurteilte Reinz als völkerrechtswidrig. „Ja, es braucht Sanktionen, aber sie müssen so ausgestaltet werden, dass sie die eigene Bevölkerung nicht mit voller Härte treffen“, fügte er hinzu. Ein weiterer Redner war der Gastronom Gordon Keiling, Inhaber der Thiemsburg und anderer Restaurants. Sein Unternehmen leide u.a. unter massiven Stromkosten. An die Politik gerichtet sagte er: „Handelt bitte jetzt – für uns!“

Im Anschluss an die Kundgebung zog die Menge vom Neumarkt über den Lindenbühl Richtung Erfurter Straße. Die Versammlung blieb laut Polizei friedlich.

In ganz Thüringen waren Montagabend über 18.000 Menschen auf den Straßen unterwegs, um gegen die Energiekosten, Inflation, Krieg und Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.

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