Andreas Henning soll Kooperation der Landkreise voranbringen

Landkreis  Unstrut-Hainich-Landrat Harald Zanker ernennt den Südeichsfeld-Bürgermeister zum ehrenamtlichen Koordinator für interkommunale Zusammenarbeit.

Landrat Harald Zanker (links) überreichte Andreas Henning die Ernennungsurkunde zum Koordinator für interkommunale Zusammenarbeit.

Landrat Harald Zanker (links) überreichte Andreas Henning die Ernennungsurkunde zum Koordinator für interkommunale Zusammenarbeit.

Foto: Friedemann Mertin

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Landrat Harald Zanker (SPD) hat einen Koordinator für interkommunale Zusammenarbeit ernannt. Andreas Henning (parteilos), Bürgermeister der Landgemeinde Südeichsfeld, übt das Ehrenamt ab sofort aus. Er soll sondieren, in welchen Bereichen und in welcher Form der Unstrut-Hainich-Kreis mit den umliegenden Landkreisen kooperieren kann.

„Es wird für viele Landkreise in Thüringen zunehmend schwieriger, ihren gesetzlichen Aufgaben gerecht zu werden. Es gibt Probleme mit der personellen Abdeckung unserer Fachdienste, von der Leitungsebene abwärts. Die demografische Entwicklung wird das Problem verstärken“, sagte Harald Zanker.

Über Monate fehlten im Landratsamt beispielsweise Ärzte. Um die amtsärztlichen Aufgaben zu bewältigen – etwa Schuleingangsuntersuchungen oder die Erstellung von Gutachten – wurden Teilzeitverträge mit Medizinern geschlossen. Mittlerweile konnten lange vakante Stellen mit zwei Ärztinnen fest besetzt werden (unsere Zeitung am 4. Juli 2019).

Doch das Grundproblem des Personalmangels bestehe auch in anderen Bereichen und in anderen Landkreisen. Die Herausforderungen seien für den Unstrut-Hainich-Kreis an vielen Stellen grundsätzlich dieselben wie für das Eichsfeld, den Kyffhäuserkreis oder den Wartburgkreis, so Harald Zanker.

Dies mache sich unter anderem bemerkbar, wenn von den Nachbarkreisen um Amtshilfe ersucht wird – beispielsweise für eine fachärztliche Beurteilung. Dieses Ersuchen gelte aber nicht pauschal für einen gewissen Zeitraum sondern sei strikt Einzelfallbezogen, erklärte Harald Zanker. Es biete sich daher an, gemeinsam über dauerhafte Lösungen nachzudenken und auf den Gebieten, wo es personell klemmt, die Kräfte zu bündeln.

Der aktuelle Anlass ist die Debatte um eine mögliche Zusammenlegung der Notruf-Leitstellen von Unstrut-Hainich und Eichsfeld. Der Kreistag setzte sich in seiner jüngsten Sitzung Anfang September dafür ein, dass die Leitstelle in Mühlhausen bleibt. Zugleich wurde der Landrat beauftragt, mit dem Eichsfeld eine Zweckvereinbarung zu verhandeln, um technische und personelle Ausfälle im Notdienst abzufangen.

In Andreas Henning sieht Harald Zanker den geeigneten Kandidaten für diese Aufgabe – und darüber hinausgehende Kooperationen. Als Bürgermeister der Landgemeinde Südeichsfeld habe er Verbindungen in beide Kreise. Er ist vernetzt im Ver- und Entsorgungsbetrieb Eichsfeld-Werke, den Gewässerverbänden, in den Tourismusverbänden Heimat- und Verkehrsverein Eichsfeld sowie Welterberegion Wartburg-Hainich und nicht zuletzt Kreisverbandsvorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes.

Erste Bilanz für Frühjahr geplant

„Ich will zunächst prüfen, ob die umliegenden Landratsämter für Gespräche offen sind. Es gibt viele Ansätze, wo ich mir eine engere Zusammenarbeit vorstellen kann, sei es auf Ämterebene, im Tourismus, bei Wasser und Abwasser oder im Öffentlichen Personennahverkehr“, sagte Andreas Henning und schränkte zugleich ein, dass dies nicht von heute auf morgen umzusetzen sein werde.

Zunächst werde er sich wegen der Zweckvereinbarung zu den Leitstellen auf das Eichsfeld konzentrieren. Doch auch die anderen Landratsämter wolle er kontaktieren.

Die Befugnis im Namen des Landrates zu agieren, erhielt Andreas Henning mit der offiziellen Ernennung inklusive Urkunde. Diese Befugnis gelte sowohl für die Gespräche mit anderen Landkreisen wie für die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Landratsamt. „Damit weiß meine Verwaltung, dass sie ihm Auskunft geben darf“, sagte Harald Zanker. Die finale Entscheidung über interkommunale Kooperationen obliege aber weiterhin dem Landrat beziehungsweise dem Kreistag.

Dass Harald Zanker derartige Sondierungen überhaupt aus der Hand gibt, habe vor allem zeitliche Gründe. „Nächste Woche ist beispielsweise Konferenz der Thüringer Landräte. Dort sitzen wir alle an einem Tisch und könnten theoretisch auch über so etwas reden. Aber die Tagesordnung ist derart vollgepackt, dass sie keinen Platz für anderes lässt“, erklärt Harald Zanker. Im Frühjahr soll eine erste Bilanz gezogen werden. Der Koordinator für interkommunale Zusammenarbeit ist eine Art Testballon – das Ergebnis ist offen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.