Angst vor weiten Sprüngen: Sandgrube wird verlängert

Bad Langensalza  Vor dem 25. Weitsprung der Weltklasse in Bad Langensalza am Samstag wird die Grube um einen Meter vergrößert.

So erschrocken blickten Juan Miguel Echevarria (rechts) und sein Trainer in die gut neun Meter lange Weitsprunggrube im Salza-Park. Der Hallen-Weltmeister aus Kuba sprang zuletzt 8,83 Meter mit etwas zuviel Wind.

So erschrocken blickten Juan Miguel Echevarria (rechts) und sein Trainer in die gut neun Meter lange Weitsprunggrube im Salza-Park. Der Hallen-Weltmeister aus Kuba sprang zuletzt 8,83 Meter mit etwas zuviel Wind.

Foto: Belvedere Media

Der eine schaute nachdenklich, der andere sogar ein bisschen ängstlich. Die gut neun Meter lange Sandgrube (plus ein Meter Abstand zum Brett) in Bad Langensalza erscheint den besten Weitspringern der Welt fast zu kurz für ihre erhofften weiten Flüge.

„Da breche ich mir ja den Unterschenkel, wenn ich auf die Betonkante falle“, meinte der Freiluft-Weltmeister Luvo Mayonga aus Südafrika (Bestleistung 8,65 m). Man wusste nicht so recht, ob er das am Donnerstagabend bei der ersten Besichtigung im Salza-Park ganz ernst meinte. Sein junger Kollege und Hallenweltmeister, Juan Miguel Echevarria (Bestleistung 8,66 m), hielt sich jedenfalls erschrocken die Hände vor das Gesicht und brabbelte auf Spanisch mit seinem Trainer. Verständlich, schließlich war das 19 Jahre alte Supertalent gerade in Stockholm auf 8,83 m geflogen. Nur der Wind wehte dabei für eine Aufnahme des Sprunges in die Rekordlisten etwas zu stark.

Als die beiden Matadoren dann den Rekordsprung von James Beckford auf 8,60 m auf der erstmals aufgestellten Mega-Leinwand sahen, da zuckten sie erst recht. Nach dem Riesensatz des Jamaikaners 1998 war die alte Anlage schon einmal vergrößert worden. „Wir wollten den Athleten immer das Gefühl geben, ganz weit, bis ans Ende der Grube zu fliegen“, sagte Konstantin Krause, der keine echten Gefahren sieht. „Außer vielleicht bei einem Weltrekord“, schmunzelt Krause. Der liegt bei 8,95 m und wird seit der WM 1991 in Tokio vom US-Amerikaner Mike Powell gehalten.

Frauen-Feld eröffnet Jubiläumsmeeting

Doch so weit träumen die rührigen Bad Langensalzaer Organisatoren um den 8,27-m-Springer natürlich nicht. Ihre beiden Weitsprung-Stars, die das beste Feld der Meeting-Geschichte anführen, sollen den Salza-Park-Rekord von 8,60 Meter von vor 20 Jahren knacken. „Vielleicht feiern wir im Finale auch acht Springer über acht Meter“, glaubt Krause an die Qualitäten seine Sportler, die in der einmaligen Atmosphäre der Kleinstadt zu Höchstleistungen auflaufen.

Damit die Weltmeister ruhig schlafen können, entschied der einheimische Hauptsponsor Bernhard Helbing von Meeting-Namensgeber TMP kurzerhand mithilfe einer Baufirma die Grube zu vergrößern. „Wir verlängern die Anlage auf drei Meter Breite um einen Meter. Schließlich wollen wir einen Rekord nicht aufs Spiel setzen, weil sich ein Sportler fürchtet, über die Grube zu springen“, sagte Helbing. Für das entschlossene Handeln schickte Echevarrias Trainer noch schnell eine SMS. „Danke dafür, in Stockholm war es schon echt gefährlich.“

Das leider durch die verletzungsbedingten Ausfälle der besten Deutschen, Malaika Mihambo und Sosthene Moguenara, etwas reduzierte Frauenfeld eröffnet das Meeting heute um 13 Uhr. Die Show der Männer folgt ab 15 Uhr. Mit fast 600 Karten wurden so viele Tickets wie noch nie im Vorverkauf abgesetzt. „Es gibt noch etwa achtzig Sitzplätze und genug Stehplätze. Durch die große Videowall gibt es zusätzlich beste Perspektiven auf die Sprünge“, so Krause, der hofft zum Jubiläum, die 1000-der Marke zu knacken.

Weitsprung der Weltklasse, Samstag 13 Uhr (Frauen), 15 Uhr (Männer) in Bad Langen-salza, Salza-Park (hinter der Salza-Halle), Sitzplatz 15 Euro, Stehplatz 10 Euro