Bad Langensalza als Alternative zu Erfurt

Bad Langensalza  Konzept beschreibt, wohin sich die Kur- und Rosenstadt entwickeln soll. Es ist die Planungsgrundlage für die nächsten 15 Jahre

In der Altstadt von Bad Langensalza gibt es weiter viel Sanierungsbedarf, der im Stadtentwicklungskonzept detailliert aufgelistet ist.

In der Altstadt von Bad Langensalza gibt es weiter viel Sanierungsbedarf, der im Stadtentwicklungskonzept detailliert aufgelistet ist.

Foto: Daniel Volkmann

Die Stadt Bad Langensalza hat in den vergangenen 30 Jahren ihr Gesicht extrem verändert. Dass es trotzdem noch viel zu tun gibt, zeigt das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2035“ (abgekürzt Isek), das der Stadtrat vor gut einem Jahr beschlossen hat. Auch für den neu gewählten Rat ist das fast 200-seitige Konzept eine richtungsweisende Arbeitsgrundlage.

Denn der Flächennutzungsplan für die Stadt, der im Herbst auf die Tagesordnung kommen soll, ist die nächste Stufe in Sachen längerfristiger Zukunftsplanung. Er baut auch auf das Isek auf. Was steht in dem Konzept, das „ein freiwilliges, selbstverpflichtendes Planungsinstrument“, aber auch „Richtlinie und Entscheidungshilfe“ ist, wie es im Vorwort heißt? Das wird unsere Zeitung in mehreren Beiträgen in den kommenden Wochen vorstellen.

Das Werk enthält ein Stadt-Leitbild und elf thematische Leitmotive, die vergleichsweise allgemein gehalten sind. „Starker Kern“ und „Lebenswertes Land“ lauten die zusammenfassenden Überschriften. Die Mischung aus einem starken städtischen Zentrum und „zahlreichen hochwertigen ländlichen Teilzentren“ sei der größte Vorteil der Stadt. Ihre „individuelle Stärkung und Vernetzung untereinander sind entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung der Stadt Bad Langensalza als Ganzes“.

Für elf Themenfelder von Wohnen über Finanzen und Grünflächen bis zu Kur und Tourismus sind dann Leitsätze formuliert, meist naheliegende, wie ein bedarfsgerechtes Wohnraumangebot, „Stärkung des Steueraufkommens“, die Sicherung von Freiflächen und der Ausbau der Marke „Kur- und Rosenstadt“. Etwas konkretere Schwerpunkte werden dann unter dem Punkt „Entwicklungsstrategie“ genannt.

Demnach will die Stadt weitere Betriebe gewinnen. Dafür benötige sie „eine proaktive Ansiedlungspolitik und funktionierende Wirtschaftsförderung“ sowie Flächen für Erweiterungen und neue Niederlassungen. Eben darum wird es auch beim Flächennutzungsplan gehen, in dem ein Kernpunkt die deutliche Erweiterung des Gewerbegebiets Nord ist.

„Stärkung und Ausbau der Freizeit- und Tourismusfunktionen“ ist der zweite thematische Schwerpunkt. Naturnaher Tourismus, Kur, Wellness, Erholung und Genesung müssten gesichert und ausgebaut werden heißt es im Isek.

Dritter Schwerpunkt ist Bad Langensalza als Wohnstandort. Der sei wegen seiner Lage und Verkehrs-Anbindung „ein besonders attraktiver Wohnort für ,außerhalb‘ arbeitende Menschen“. Die Stadt will sich auch „als attraktive Wohnortalternative“ zu Erfurt aktiv anbieten.

Vor allem dieses Thema wird beim Flächennutzungsplan eine große Rolle spielen. Denn dessen bisheriger Entwurf sieht vor, auf dem Gelände der Kleingartenanlage „Am Volkspark“ auf Dauer ein Neubaugebiet zu entwickeln. Begründet wird dies von der Stadt damit, dass man innerstädtische Baumöglichkeiten brauche. Denn sowohl der enge Markt in und um Erfurt als auch mögliche neue Betriebe sollen für Zuzug sorgen.

Schwerpunkte: Altstadt und große Wohngebiete

Einzelne Bauplätze gibt es zwar über das ganze Stadtgebiet verteilt, aber größere Flächen, die dazu noch in städtischer Hand sind, werden langsam knapp. Während im Isek längerfristige Entwicklungsziele nur grob umrissen werden, enthält es für drei Gebiete sehr konkrete Pläne: Für die historische Altstadt, die weiter Sanierungsgebiet ist und für die beiden Stadtumbau-Wohngebiete Nord und Süd.

Hier wird ein Sanierungsbedarf von insgesamt fast 46 Millionen Euro konstatiert. Die aufgelisteten Vorhaben reichen von der weiteren Sanierung von Gebäuden und Straßen im Stadtkern und der Bebauung von Brachen bis hin zur Wiederherstellung des Salza-Laufs auf bestimmten Abschnitten.

Die dörflichen Ortsteile spielen in dem Konzept insofern eine Rolle, als dass für jeden von ihnen – bis auf die beiden neuen Klettstedt und Ufhoven – ein Steckbrief erarbeitet wurde. Wie beim gesamten Isek wurden dabei die Bürger einbezogen, indem es 2018 dazu überall Werkstätten gab, bei denen Stärken und Schwächen besprochen wurden.

Nun müssten für die Dörfer spezifische, vertiefende Konzepte erarbeitet werden, die sich im Detail mit Fragen der Bebauung, des Leerstands und der weiteren Entwicklung befassen, heißt es im Isek. Dazu gehör auch der finanzielle Bedarf.

Als Beispiel könne das Entwicklungskonzept dienen, das für die laufende Dorferneuerung in der Region „Südost“ mit Aschara, Eckardtsleben und Illeben erstellt wurde.

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