Bad Langensalza: Konzept für die Museen

Bad Langensalza  Leiterin stellt Pläne im Hauptausschuss vor. Stadtmuseum soll im Juni 2020 nach Neugestaltung wieder eröffnen. Nun geht es um die Finanzfrage

Der Altaraufsatz von 1493 - ein sogenanntes Retabel – aus der St. Gangolfi-Kapelle ist eines der Prunkstücke im Stadtmuseum. Es wird künftig in der Sakristei des ehemaligen Augustinerklosters zu sehen sein.

Der Altaraufsatz von 1493 - ein sogenanntes Retabel – aus der St. Gangolfi-Kapelle ist eines der Prunkstücke im Stadtmuseum. Es wird künftig in der Sakristei des ehemaligen Augustinerklosters zu sehen sein.

Foto: Daniel Volkmann

Am 26. Juni 2020 soll das Stadtmuseum in Bad Langensalza wieder öffnen – nach dann fast sechs Jahren Schließung. Einhergehen könnte die Wiedereröffnung mit einer Ausweitung der Öffnungszeiten, auch im Apothekenmuseum, und mehr Personal. Zudem wird die Ausstellung neu gestaltet. Ob alles so kommt, darüber wird vor allem der Stadtrat entscheiden, mit dem Haushalt 2020.

In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses stellte die amtierende Leiterin des Stadt- und des Apothekenmuseums, Sabine Tominski, ihr umfassendes Konzept für die Wiedereröffnung und die künftige Arbeit der beiden Häuser vor. Am Ende nahm sie den Auftrag mit, diese Vorstellungen nun auch mit den nötigen Finanzen zu unterlegen.

Die Neugestaltung des Stadtmuseums ist im Inneren schon fortgeschritten (wir berichteten mehrfach). Zu dem Konzept gehören die Verlegung des Empfangs in einen seitlichen Raum, um mehr Platz in der Eingangshalle zu schaffen. Die Räume im ehemaligen Augustinerkloster werden sich dann mit der Geschichte der Klöster und Hospitäler der Stadt befassen, ebenso mit Martin Luther. Weiter wird es um die Schule gehen, die nach der Reformation hier einzog, ebenso um die Schlacht von Langensalza 1866. Der Hof – wo der Kreuzgang saniert wurde – soll mehr in den Rundgang einbezogen werden.

Die Öffnungszeiten wolle man ausweiten – sechs statt fünf Tage sollen beide Museen künftig offen sein. Das Stadtmuseum ganzjährig Dienstag und Mittwoch von 13 bis 17 und Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr; das Apothekenmuseum soll samstags bis 17 Uhr öffnen, statt nur bis 13 Uhr und zudem dienstags, wo bisher geschlossen ist. Im Winter sollen hier weiter verkürzte Zeiten gelten.

Auch das pädagogische Angebot soll ausgebaut werden. Doch für all dies ist laut Tominski mehr Personal nötig, teils auf Honorarbasis, teils in Festanstellung. Ohnehin müsse sich man sich bis in die Leitungsebene hinein neu sortieren, um für die Zukunft gerüstet zu sein .

So hat Tominski in ihrem Plan auch die neue Aufgabenverteilung für die Beschäftigten vorgesehen, die sich nicht nur um die Besucherbetreuung, pädagogische Angebote und die Gestaltung der Ausstellungen kümmern müssen, sondern auch um die fachgerechte Inventarisierung, Aufbewahrung und die Erforschung der Stücke sowie die Erstellung von Katalogen. Vor allem mit der elektronischen Erfassung der Stücke und deren Präsenz in wichtigen Datenbanken sei man noch sehr im Rückstand, sagte Tominski. Das Apothekenmuseum, das überörtliche Ausstrahlung habe und das regional bedeutende Stadtmuseum könnten damit höhere Aufmerksamkeit auch außerhalb der Stadt erreichen, nicht nur in Fachkreisen.

Die Besucherzahlen lagen im Apothekenmuseum zuletzt bei fast 7500 im Jahr. Im Stadtmuseum wurde 2010 der Höchstwert erreicht mit knapp 7000 Besuchern. Nach der Schließung vor fünf Jahren waren es nur noch 670, zuletzt kamen trotz der nur punktuellen Öffnung gut 1000. Der Termin zur Wiedereröffnung im nächsten Jahr sei mit Bedacht gewählt, sagte Sabine Tominski: Denn am 27. Juni 1900 wurde die Einrichtung eröffnet. Zum 120. Geburtstag könnte sie dann eine Art Wiedergeburt erleben.

„Wir müssen das 2020 hinkriegen, auch wenn das Museum eine freiwillige Aufgabe ist“, sagte Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos). Alexander Ernst (BL/FDP) mahnte belastbare Zahlen an, „denn wir werden über Geld reden müssen“.

Dass etliche Bad Langensalzaer an ihrem Museum hängen, unterstrich Sabine Tominski: So gebe es trotz der Schließung immer wieder Gönner, die die Restaurierung einzelner Stücke ermöglichen.

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