Bad Langensalza: Wahl-Bewerber bekennen Farbe

Bad Langensalza  Wahl 2019: Vertreter aller sieben Wahllisten stellen sich Fragen von Hardy Krause und dem Publikum.

An der Runde nahmen teil (von links): Jane Croll (CDU), Monika Ortmann Linke), Thomas Kühmstedt (WIR), Alexander Ernst (Bürgerliste/FDP), Moderator Hardy Krause, Steffen Eke (BLU), Judith Keidel (Grüne) und Dagmar Kleemann (SPD).

An der Runde nahmen teil (von links): Jane Croll (CDU), Monika Ortmann Linke), Thomas Kühmstedt (WIR), Alexander Ernst (Bürgerliste/FDP), Moderator Hardy Krause, Steffen Eke (BLU), Judith Keidel (Grüne) und Dagmar Kleemann (SPD).

Foto: Friedemann Mertin

Die Aufbruchstimmung in der Bad Langensalzaer Kommunalpolitik setzt sich fort. Der frische Wind, der seit dem Bürgermeister-Wahlkampf im vergangenen Jahr durchs Kurstädtchen weht, war auch am Montagabend im Burgtheater zu spüren. Die erstmals antretende Bürgerinitiative Bad Langensalza + Umland (BLU) lud Vertreter aller sieben Wahllisten zu einer Gesprächsrunde ein. „Eine Veranstaltung dieser Art gab es bisher nicht. Das zeigt mir, dass die Bevölkerung in einem Umbruch ist, sich einbringen und beteiligen will“, sagte Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) vorab.

Die Menge der Kandidaten und der potenziellen Themen machte eine Eingrenzung nötig. Gesprochen wurde über den Einwohnerrückgang und Möglichkeiten, den Zuzug junger Familien zu verbessern. Die Ausschreibung neuer Baugebiete, und die Ausweitung des Gewerbegebietes Nord waren weitere Themen. Abschließend standen der Themenkomplex Hufeland-Klinikum und das damit verbundene Verhältnis zwischen Stadt und Kreis auf der Tagesordnung.

Deutlich wurde der Unterschied zwischen den erfahrenen Stadtratsmitgliedern Jane Croll (CDU), Alexander Ernst (Bürgerliste/FDP), Dagmar Kleemann (SPD) und Monika Ortmann (Linke) auf der einen Seite und den Neueinsteigern Steffen Eke (BLU), Judith Keidel (Grüne) und Thomas Kühmstedt auf der anderen Seite.

Die Stadträte waren in ihren Argumentationen deutlich ausschweifender, nahmen Bezug auf vergangene Entscheidungen und hielten sich mit konkreten politischen Versprechen zurück. Das mag aus den Erfahrungen resultieren, was im kommunalpolitischen Kleinklein tatsächlich umsetzbar ist und was nicht. Erst wenn der Flächennutzungsplan aktualisiert und fertiggestellt sei, können über Bauland und Gewerbeflächen entschieden werden, betonten alle. Eine Bürger-App für digitale Behördengänge schlug die CDU vor. Der Kurstadt-Status muss verteidigt werden, forderte die SPD. Keine Schuldentilgung mit Gewinnen aus der Klinik, darauf beharrte die Bürgerliste/FDP. Ermäßigungen für Familien verlangte Die Linke.

Die Kandidaten von BLU und WIR argumentierten mitunter freier, verwegener, womöglich auch naiver. Thomas Kühmstedt beklagte den Leerstand und Sanierungsstau in der Innenstadt. Er schlug vor, unsanierte Gebäude jungen Menschen zu überlassen. „Wir haben eine leere Malzfabrik in Thamsbrück oder die Häuserzeile in der Neustädter Straße. Lasst junge Menschen da ran, für einen Euro oder weniger, sie sollen einfach mal machen.“ Steffen Eke warf in den Raum, ob im Druckhaus Thomas-Müntzer nicht ein medizinischer oder Metallbau-Ableger einer Hochschule angesiedelt werden könnte.

Judith Keidel hingegen warnte davor, in Bezug auf die Ansiedlung neuer Unternehmen Luftschlösser zu bauen. Mit viel Geld geförderte Industrieruinen brächten niemandem etwas.

Hardy Krause forderte die Bürger abschließend auf, am 26. Mai von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen – zum Wohle der Stadt.

Unsere Zeitung wird alle Programme bis zur Wahl detailliert vorstellen.