Dokumentarfilm zum Luftkrieg über Bad Langensalza

Klettstedt  Ein Paar aus Seebach arbeitet zwei britische Flugzeugabstürze rund im Bad Langensalza im Zweiten Weltkrieg filmisch auf. 60 Zuschauer besuchten die Premiere in Klettstedt.

Knut Kuhse (rechts) und Jutta Kuhse-Kemper aus Seebach produzierten den Film „Fliegeralarm", der in Klettstedt gezeigt wurde. Ortsteilbürgermeister Martin Schmidt (links im Bild, parteilos) und Helmut Beck (2. von links) waren bei der Premiere unter den 60 Zuschauern.     

Knut Kuhse (rechts) und Jutta Kuhse-Kemper aus Seebach produzierten den Film „Fliegeralarm", der in Klettstedt gezeigt wurde. Ortsteilbürgermeister Martin Schmidt (links im Bild, parteilos) und Helmut Beck (2. von links) waren bei der Premiere unter den 60 Zuschauern.     

Foto: Klaus Wuggazer

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Zwei Flugzeugabstürze bei Nägelstedt und Klettstedt im Zweiten Weltkrieg stehen im Mittelpunkt des Films „Fliegeralarm“. Produziert haben ihn Jutta Kuhse-Kemper und Knut Kuhse aus Seebach, die schon mehrere Dokumentarfilme zur Lokalgeschichte der Region gedreht haben.

Am Freitag hatte ihr jüngstes Werk im Saal in Klettstedt Premiere. Gut 60 Zuschauer kamen, um sich den 75-minütigen Film anzuschauen. Die Autoren erzählen darin die Geschichte des Luftkriegs insbesondere gegen die Zivilbevölkerung anhand von vielen historischen Sequenzen. Den beiden Ereignissen in der Region nähern sie sich mit historischen Fotos von Klettstedt und Nägelstedt, der Befragung von Zeitzeugen und mit Hilfe von Archiv-Aufzeichnungen über den Luftkrieg.

Die Zeugen waren damals noch Kinder, erinnern sich aber trotzdem an manches Detail in der Nacht zum 25. März 1944. Damals startete die britische Air Force (Luftwaffe) zu ihrem letzten großen Luftangriff auf Berlin. Auf dem Rückflug gerieten die Flieger in Luftkämpfe und Abwehrfeuer. 72 britische Flugzeuge wurden abgeschossen.

Eine Lancaster stürzte im Unstruttal bei Nägelstedt ab, alle sieben Mann an Bord wurden getötet. Eine Halifax zerschellte bei Klettstedt wo zwei der sieben Besatzungsmitglieder überlebten. Spannend waren vor allem die Details, an die sich die Befragten erinnerten. So erfuhren die Zuschauer etwa, dass serbische Zwangsarbeiter, die in Nägelstedt in der Schenke einquartiert waren, die Überreste unter SS-Bewachung wegräumen mussten.

Ausgangspunkt für die Recherche der Seebacher Filmer war der Gedenkstein für die Getöteten, der am 24. März im Unstruttal eingeweiht wurde. Der Absturz bei Klettstedt Richtung Großvargula war bisher weitgehend unerforscht.

Auch ihr nächstes Film-Thema fanden die Kuhses bei den Recherchen: Ein deutsches Soldatengrab in Klettstedt, das seit 75 Jahren gepflegt wird. Der Film dazu soll Anfang 2020 fertig sein.

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