Bad Langensalzaer Ehepaar stellt Kleingärten für bedürftige Familien bereit

Bad Langensalza.  "Wir möchten Familien mit Kindern die Möglichkeit geben, einen Garten kostenfrei zu nutzen." Die Bad Langensalzaer Lutz Giesecke und Ehefrau Fernanda Pino Licea unterstützen Bedürtige aus der Region.

Lutz Giesecke und Ehefrau Fernanda Pino Licea aus Bad Langensalza vor einem Waggon der zu einem Gartenhaus umgebaut wurde. Das Ehepaar stellt zwei Kleingärten für bedürftige Familien zur Verfügung.

Lutz Giesecke und Ehefrau Fernanda Pino Licea aus Bad Langensalza vor einem Waggon der zu einem Gartenhaus umgebaut wurde. Das Ehepaar stellt zwei Kleingärten für bedürftige Familien zur Verfügung.

Foto: Daniel Volkmann

Mehrere Jahre lebten Lutz Giesecke und Ehefrau Fernanda Pino Licea auf Kuba. Sie kehrten zurück, kauften 2019 ein rund 11.000 Quadratmeter großes Areal in unmittelbarer Nähe des Bad Langensalzaer Bahnhofs.

Auf dem Gelände sind neben einer ehemalige Kleingartenanlage, zwei Wohnhäuser und einige in die Jahre gekommene Lager und Werkstattgebäude. Giesecke möchte das Gelände in der kommenden Zeit erschließen und für sich nutzen.

Zwei Gärten der einstigen Anlage hat das Ehepaar jetzt für Familien mit wenig Platz in den eignen vier Wänden hergerichtet.

„Wir möchten Familien mit Kindern, die sich derzeit nur in ihren Wohnungen aufhalten können, die Möglichkeit geben, einen Garten samt Häuschen, Wasser und Strom kostenfrei zu nutzen“, sagt Giesecke. Dies sei keine Einladung, um in Scharen Richtung Bahnhofsgelände zu pilgern. Gespräche habe er bereits mit den Familien geführt.

Mit Ehefrau Fernanda Pino möchte er den Menschen Gutes in einer außergewöhnlichen Zeit tun. „Über ein Netzwerk im Internet haben wir Familien gefunden, die unser Angebot wirklich brauchen. Sie kommen aus Bad Langensalza und haben Kinder, die nicht ganz gesund sind“, sagt Giesecke. Für die Familien sei es wichtig, dass sich die Kinder an der frischen Luft bewegen, ein umfriedeter Garten sei ideal. Falls die derzeitige Situation länger anhalte, könne sich das Ehepaar auch wechselnde Gartennutzer vorstellen.

Mit seinem Angebot möchte Lutz Giesecke die Menschen im Landkreis animieren, sich Gedanken zu machen. Jeder könne mit seinen eigenen Möglichkeiten etwas bewegen. „Jede Krise hat Chancen. Vielleicht werden die Menschen nach Corona etwas sozialer“, sagt der 53-Jährige. Aus seiner Sicht gibt es zu viele Egoisten in der Bevölkerung. Er sei ein Kind der DDR, zu dieser Zeit habe man mehr acht auf den anderen gegeben und auch geschaut, wo Hilfe benötigt wird.