Ein Profi übernahm die Erwärmung für die Kinder

Bad Langensalza. Das Sparkassen-Meeting der Leichtathletik brachte 200 Kinder an die Anlage an der Salzahalle. Ex-Profi-Weitspringer Nils Winter sorgte für eine gute Erwärmung der Kinder.

Zielgenaue und hohe Sprünge waren in die Weitsprunggrube gefragt. Die Kinder sollten möglichst in einem der Reifen landen.Foto: Martin Zenge

Zielgenaue und hohe Sprünge waren in die Weitsprunggrube gefragt. Die Kinder sollten möglichst in einem der Reifen landen.Foto: Martin Zenge

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Es war sonnig, das Meeting vor dem Meeting. Das Sparkassen-Event der Kinderleichtathletik in Bad Langensalza ging in diesem Jahr dem Regen aus dem Weg und zog an traditionell 12 Stationen mit insgesamt 52 Helfern Schüler aus zwölf Grundschulen an.

Die Erwärmung war schon der erste Höhepunkt: Nils Winter, 35 Jahre alt, Profi-Weitspringer außer Dienst, brachte die Kinder der 12 Grundschulen auf Betriebstemperatur. Dann ging es zum Werfen, Springen, Staffellaufen, Hindernislaufen und zu ersten Vorübungen für den Stabhochsprung. Alles Grundschüler, 200 an der Zahl. Fast.

Kinder aus 12 Schulen liefen, sprangen, warfen

Da war nämlich Jesse. Jesse ist 5, kein Schüler, sondern noch im Kindergarten. Aber Sportler beim Ausrichterverein: dem SV Empor Bad Langensalza, der das Meeting mit der AG "Bewegungsfreundliche Schule" inszenierte. Jesse fiel nicht nur wegen seiner dunkelblonden Locken auf, sondern auch, weil er die weiße Uniform mit dem großen Sparkassenzeichen in der Mitte nicht getragen hat. "Das mag ich nicht. Das hier mag ich lieber", sagte er voller Stolz und deutete mit dem Zeigefinger auf sein London-T-Shirt: Olympia 2012. Dann der Wechsel, vom Springen in Reifen, die in der Grube ausgebreitet lagen, zum Hindernislaufen. Das Ende der zehn Minuten Stationslänge wurde mit lauter Musik illustriert. Jeder wusste das Zeichen zu deuten, die Menge verschob sich wie von selbst zur nächsten Anlage.

Wie gesagt, Jesse war beim Hindernislauf. Mitten im Lauf hielt er inne, blockierte den Weg. Er beugte seinen Oberkörper nach unten und hob die Kiste, das eigentlich zu überlaufende Hindernis, an. Warum? "Da war eine Spinne. Die war so groß", erklärte er seine Pause und formte mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis in der Größe eines Zwei-Euro-Stückes. Und dann? "Ich bin einfach drumherum gelaufen." Dabei grinst er und tippelt mit seinen kleinen Füßen verlegen auf dem Boden hin und her.

Es war - wie jedes Jahr - ein Projekt, bei dem nicht die sportliche Leistung, sondern die bloße sportliche Aktivität im Zentrum steht. Die Freude am Sport, Gesundheit, Körpergefühl: Deswegen kamen die zwölf Grundschulen, unter anderem die Mühlhäuser Martini-Grundschule oder die aus Schlotheim, Heyerode, Schönstedt.

Die Helfer waren Ehrenamtliche von Empor, Lehrer aus den Schulen, ältere Schüler oder Sportler. Vier Helfer an jeder Station, vier für die Versorgung - die 12 Gruppen bekamen reichlich Fürsorge.

Am Ende gab‘s für jeden die "Ich war dabei"-Urkunde, das T-Shirt durfte behalten werden. Geschenkt. Und 200 Kinder strahlten um die Wette.

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