Ein Stück thüringisch-deutsche Erziehungsgeschichte

Der gebürtige Kammerforster Gerd Kley hat die erste zusammenfassende Biografie des Pädagogen Friedrich Polack geschrieben.

Der gebürtige Kammerforster Gerd Kley hat die erste zusammenfassende Biografie des Pädagogen Friedrich Polack geschrieben.

Foto: Heidi Zengerling

Kammerforst.  Der gebürtige Kammerforster Gerd Kley setzt mit seinem Buch dem Pädagogen Friedrich Polack ein literarisches Denkmal.

Seit seiner Jugend befasst sich der gebürtige Kammerforster Gerd Kley mit Adolf Rettelbusch, in dessen Lebenserinnerungen steht, dass seine Entwicklung ohne den Volksschullehrer Friedrich Polack (1835–1915) nicht möglich gewesen wäre. „Ich fühlte mich als Biograf der Rettelbusch-Brüder verpflichtet, ihrem Lehrer ein Denkmal zu setzen“, erklärt Kley. Polacks Engagement für Kleys Ururonkel sind für ihn persönlicher Bezugspunkt zum Pädagogen.

Der Umfang von Polacks Arbeiten ist immens. In Kleys Besitz befinden sich 20 Bücher des Pädagogen. Kleys Versuche, die Erziehungswissenschaftler der Uni Jena und Erfurt für eine wissenschaftliche Arbeit über Polack zu gewinnen waren bis dato erfolglos. „Polacks Wirken stellt ein Stück thüringisch-deutsche Erziehungsgeschichte dar. Viele seiner Aussagen sind noch heute gültig und sollten in die Ausbildung der Lehrer einfließen“, äußert Kley, der mit seinem Buch die erste zusammenfassende Biografie Polacks erarbeitet hat.

Er sieht in Polack jemanden, der seine Fähigkeiten in den Dienst der Schule stellte. Sein Gerechtigkeitssinn brachte ihm oft Konflikte ein. Auch politisch ließ er sich nicht verbiegen, erzielte große Fortschritte, wie das gemeinsame Unterrichten von Jungen und Mädchen, die Verstärkung der Naturkundefächer oder die Erziehung zur Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Ihm gelingt der Aufstieg vom Kammerforster und Schierschwender Dorfschullehrer, Lehrer einer Erfurter Mittelschule, Rektor einer Nordhäuser Bürgerschule zum Schulrat des Eichsfeldkreises.

Kley standen die Sammlung seines Vaters, des Flarchheimer Ortschronisten Hans Thilo, des Heimatmuseums Treffurt und Franz-Josef Stützers zur Verfügung. Auch Gerald Gräbedünkel und die verstorbene Schierschwender Ortschronistin Gisela Degenhardt lieferten Daten.

Gerd Kley: Friedrich Polack – Der Pestalozzi des Eichsfeldes, Verlag Rockstuhl, 68 Seiten, 14,95 Euro.