Ein Verein soll in Ufhoven einen Konsum eröffnen

Ufhoven  Ortsteilbürgermeister Uwe Domni sucht ehrenamtliche Helfer, die das Lädchen 18 Stunden pro Woche betreiben.

Mehrere Bäcker versuchten es mit einer Filiale in Ufhoven und gaben sie wegen Unwirtschaftlichkeit wieder auf. In diesem einstigen Bonsack-Laden war zuletzt Bäcker Bundschuh.

Mehrere Bäcker versuchten es mit einer Filiale in Ufhoven und gaben sie wegen Unwirtschaftlichkeit wieder auf. In diesem einstigen Bonsack-Laden war zuletzt Bäcker Bundschuh.

Foto: Sabine Spitzer

Ufhovens Ortsteilbürgermeister Uwe Domni (WIR) will einen Verein gründen, um einen Konsum zu betreiben. Ein Laden ist schon gefunden. Allerdings fehlen noch Freiwillige, die ehrenamtlich in dem Geschäft arbeiten.

Im September 2018 machte der Bäcker an der alten Feuerwehr zu. Seitdem fehlt in Ufhoven ein Geschäft – und auch ein Anlaufpunkt. „Denn es geht um mehr als um Brötchen“, sagt Dom­ni. Er hat sich mit vielen Älteren im Ort unterhalten. Dabei erfuhr er, dass mit dem Laden auch ein Kommunikationsort weggebrochen ist. „Die Leute wollen ihr Anlaufzentrum wiederhaben.“

Daher klopfte er bei den Einkaufsketten an. „Doch keine hat Interesse an einem Tante-Emma-Laden“, so Domni. Denn das Geschäft soll nur eine Zusatzversorgung sein. Er weiß, dass die älteren Ufhover einmal pro Woche in die Märkte nach Bad Langensalza fahren, um Großeinkauf zu machen.

Nur eine Sorte bei den Produkten

Diese Zusatzversorgung im Ort hält er dennoch für notwendig. Er kenne das von seiner Mutter früher. „Beim Backen stellt man fest, dass das Mehl nicht reicht oder die Hefe fehlt“, sagt er. Solche Dinge solle es in dem geplanten Lädchen geben. „Das Geschäft müssen wir aber hart führen“, sagt Domni und meint damit, dass jeweils nur ei­ne Sorte bei den Produkten geben wird. „Das darf nicht ausufern.“ Auch werde das Lädchen nur geringe Stückzahlen vorhalten können.

Bäckerei Schmidt und ein Deunaer Fleischer haben schon zugesichert, das Ufhover Lädchen zu beliefern. Laut Ortsteilbürgermeister soll das meiste im Bestellsystem ablaufen. Heißt: Am Vortag können die Ufhover Brot und Brötchen ordern. Was das Fleischersortiment angeht, soll es vor allem Dauerwurst geben und Wurst in Gläsern.

Domni hatte auch über einen Verkaufscontainer nachgedacht, wie er in Nägelstedt steht. Aber zum einen ist nicht klar, ob dieser jemals öffnen wird (diese Zeitung am 10. Juli). Zum anderen meint Domni, die Senioren von heute seien noch nicht so weit, ohne Personal und nur mit Geldkarte einzukaufen. „Für die nächste Generation wird das keine Hürde mehr sein.“

Ladeneinrichtung kann übernommen werden

Der Ortsteilbürgermeister hält daher die Vereinslösung für den Konsum für die beste. Auch in Bayern oder Baden-Württemberg klappt das bereits. Selbst in Thüringen gibt es Beispiele. In Ballstädt (Landkreis Gotha) etwa betreibt eine Bürgergenossenschaft einen Konsum.

Das Betreiben mit einem Verein hält Domni schon allein deshalb für gut, weil dann Fördermittel beantragt werden könnten. Noch fehlt es an freiwilligen Unterstützern, Zusagen gibt es bisher nur von vier Ufhovern. Sieben Leute aber sind nötig, um einen Verein zu gründen. Um das Lädchen betreiben zu können, würden zehn bis zwölf Engagierte gebraucht. 18 Stunden pro Woche soll der Konsum nach Domnis Konzept geöffnet sein. Auch nachmittags zwei Stunden, damit die Menschen dort Kaffee trinken können.

Der Ortsteilbürgermeister hat bereits mit dem Vermieter gesprochen, der Verein könnte das ehemalige Bäckergeschäft an der alten Feuerwehr mieten. Auch die Ladeneinrichtung übernahm er vom letzten Betreiber Bundschuh, der das Geschäft von Bonsack weiterführte. „Einen Kühlschrank würde ich spenden und eine Registrierkasse habe ich noch zu Hause“, erklärt er. Miete, Nebenkosten, Unfall- und Haftpflichtversicherung will er über Einnahmen und auch Spenden abdecken.

„Ich weiß, es würde sich rechnen“, ist Uwe Domni überzeugt.­ Schon im August möchte er den Konsum in Ufhoven eröffnen. Jetzt komme es nur noch auf die Ufhover an. „Ein Ortsteil zu sein bedeutet auch Eigenverantwortung“, appelliert Domni und hofft auf ehrenamtliche Helfer.

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