„Einkaufscontainer sind Luftnummer“ – Stadtverwaltung Bad Langensalza glaubt nicht mehr an das Projekt, das einst auch hier im Oberland begeisterte

In der Bergbahnregion waren sie vor Jahren ein verlockender Ausweg aus der dörflichen Einzelhandelsmisere, Deesbach, Cursdorf und Meuselbach reservierten schon Plätze – die quasi-automatischen Einkaufscontainer. Realisiert wurde später ein Prototyp im Unstrut-Hainich-Kreis, freilich ohne Inneneinrichtung und mit wechselnden Standorten. Im Oberland winkt Deesbachs Bürgermeister unterdessen ab, wenn die Rede auf das Thema kommt, ihr Cursdorfer Amtskollege Frank Eilhauer will die Hoffnung nicht aufgaben, dass wenigstens ein anderer Anbieter die Idee realisiert.

Im Nägelstedter Ortskern steht der Einkaufscontainer. Ursprünglich stand er in Großwelsbach. In ihm ist seitdem Luft.

Foto: Sabine Spitzer

Deesbach/Cursdorf. In der Bergbahnregion waren sie vor Jahren ein verlockender Ausweg aus der dörflichen Einzelhandelsmisere, Deesbach, Cursdorf und Meuselbach reservierten schon Plätze – die quasi-automatischen Einkaufscontainer. Realisiert wurde später ein Prototyp im Unstrut-Hainich-Kreis, freilich ohne Inneneinrichtung und mit wechselnden Standorten. Im Oberland winkt Deesbachs Bürgermeister unterdessen ab, wenn die Rede auf das Thema kommt, ihr Cursdorfer Amtskollege Frank Eilhauer will die Hoffnung nicht aufgaben, dass wenigstens ein anderer Anbieter die Idee realisiert.

Die Stadtverwaltung Bad Langensalza hat das einst vielversprechende Projekt der Einkaufscontainer zu den Akten gelegt. Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) nannte das Vorhaben eine Luftnummer.

Seit Jahren geistert die Idee durch Thüringen. In kleinen Orten mit wenig Einwohnern sollten die vollautomatischen Mini-Supermärkte stehen. Zutritt gibt`s per EC-Karte, damit wird auch bezahlt. Einmal pro Tag soll der Containerladen mit Waren aufgefüllt werden. Verkauft werden sollen frisches Obst und Backwaren, Getränke, Tiefkühlprodukte, Drogerieartikel. Versprochen wurde nichts weniger als die Revolutionierung des ländlichen Raumes. Der Container sollte ohne Verkaufspersonal und ohne Schließzeiten auskommen. Von Anfang an machte sich die hinter dem Projekt stehende Firma IVVB mit Sitz in Hannover rar. Presseanfragen wurden nicht beantwortet, auch für die angesprochenen Bürgermeister und Verwaltungen waren die Vertreter des Projektes oft nur schwer greifbar. Mittlerweile höre man gar nichts mehr von ihnen, bestätigten Matthias Reinz und Großwelsbachs Ortsteilbürgermeister Horst-Günter Aurin (parteilos).

In Großwelsbach sollte ursprünglich der angeblich deutschlandweit erste Container stehen. So war es dann auch, auf einer kostenfrei zur Verfügung gestellten Fläche der Agrargenossenschaft Neunheilingen. Doch mit Waren gefüllt war und geöffnet hatte dieser im November 2017 errichtete Einkaufspunkt nie.

Ein Jahr später wurde der Verkaufspunkt demontiert und in Nägelstedt neben der Feuerwache wieder aufgebaut. Dort steht das Häuschen bis heute – leer. „Die Fläche gehört der Stadt. Momentan stört der Container dort nicht. Wenn sich das ändert, werden wir die Firma kontaktieren und auffordern, den Container abzuholen“, so Reinz.

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