Feste Anlaufstelle für Belebung der Innenstadt Bad Langensalza

Bad Langensalza  Braucht die Kurstadt einen City-Manager? Im Hauptausschuss gibt es auch skeptische Wortmeldungen. Stadt will Fördermittel beantragen.

Auch das Heimatshoppen, hier am vergangenen Wochenende in Bad Langensalza, ist Teil der Innenstadt-Belebung.

Auch das Heimatshoppen, hier am vergangenen Wochenende in Bad Langensalza, ist Teil der Innenstadt-Belebung.

Foto: Alexander Volkmann

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Braucht Bad Langensalza eine feste Anlaufstelle, die sich um die Entwicklung der Innenstadt kümmert, alle dafür bisher schon Aktiven zusammenbringt, Aktionen koordiniert, kurz: Einen City-Manager? Mit dieser Frage wird sich der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Sie beginnt am Donnerstag, 26. September um 19 Uhr im Rathaus und ist öffentlich.

Die Eingangsfrage wird fast durchweg bejaht von denen, die sich bisher schon um die Belebung des Stadtzentrums in der Initiative kümmern, die von IHK, Stadtverwaltung und Gewerbeverein vor fast zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. Im Hauptausschuss, der am Dienstagabend die Stadtratssitzung vorbereitete, gab es dann teilweise Skepsis.

Aktivitäten bündeln, Bürger einbinden

Was steht in dem Beschluss? Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, „die Funktion eines Citymanagements in geeigneter Trägerschaft zu etablieren“ und dabei EU-Fördermittel nutzen. Der Citymanager soll, so einige Beispiele aus der Vorlage, Aktivitäten koordinieren, Partner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen, Bürger aktivieren und einbinden, Imagepflege und Öffentlichkeitsarbeit betreiben, Analysen und Konzepte erstellen, Schlüsselprojekte in Gang bringen und Anlaufstelle sein – alles in Bezug auf eine lebendige Innenstadt.

Dagmar Kleemann (SPD) störte sich an dem Begriff: „Wir haben ja gar keine City“, sagte sie. Stadtplanungschef Gerrit Haase verwies darauf, dass der Begriff den Fördervorgaben entspreche. Die Bezeichnung, die Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) mit „Innenstadt-Beauftragter“ übersetzte, ist auch laut Internet-Lexikon Wikipedia ein fester Begriff im Stadtmarketing. Kleemann fragte zudem, wo die Stelle angebunden sein soll. Die Stadt selbst könne wegen der Förderrichtlinien nicht Träger sein, sagte Haase. Möglich wäre eine ihrer Tochterfirmen oder auch eine private Firma. Doch für präzisere Angaben sei es jetzt noch zu früh.

Stadt darf nichts vorschreiben

Man könne als Stadtrat einer städtischen GmbH aber nichts vorschreiben, wandte Kleemann ein – das sei ein unzulässiger Eingriff. Haase entgegnete, dass man dies auch über einen Vertrag regeln könne – die Stadt würde die Stelle dann mit Fördergeld und eigenen Mitteln finanzieren. Die Gesamtkosten wurden von der Verwaltung auf Nachfrage von Thomas Kühm-stedt (WIR) auf einen mittleren fünfstelligen Bereich beziffert.

Monika Ortmann (Linke) meinte, dass die beschriebenen Aufgaben aus ihrer Sicht zur Kur und Tourismus GmbH (KTL) gehören. „Kann das dort keiner mit machen?“, fragte sie. Matthias Reinz verneinte dies. Die KTL sei ausgelastet. Der Bürgermeister bat darum, „die Sache jetzt nicht zu kritisch zu sehen“. Es gehe zunächst darum, einen grundsätzlichen Beschluss zu fassen und den Förderantrag zu stellen. Sobald sich das Thema weiter verdichte, werde der Stadtrat wieder einbezogen.

Er lobte die bisherige Arbeit der Innenstadt-Initiative, zu der auch Vereine, der Erprobungsraum und engagierte Bürger gehören. Die weitere Entwicklung sei aber nur zu schaffen, „wenn man sie jetzt bündelt“, so Reinz.

Mehr betrachten als nur die Innenstadt

Jane Croll „(CDU) fand den Antrag „zu unkonkret“: Für sie gehöre nicht nur die Innenstadt zu so einem Projekt, sondern auch „Vereinsmanagement und die Vernetzung der Wirtschaft“. Über die genauen Inhalte des Citymanagements könne man noch reden, sagte Gerrit Haase.

Volker Pöhler (CDU) erinnerte daran, dass just vorige Woche in Bad Langensalza Vertreter mehrerer Städte erneut eine Kooperationsvereinbarung zum Thema „Innenstädte erfolgreich machen“ unterschrieben – gemeinsam mit der IHK und dem Wirtschaftsministerium (unsere Zeitung vom 11. September).

Bad Langensalza hat damit zudem die Federführung in dem Prozess übernommen, in dem auch Sömmerda, Apolda, Heiligenstadt, und als neuer Partner Leinfelde-Worbis zusammenarbeiten. Auch Gotha, Mühlhausen, Eisenach und Sondershausen bilden so ein Netzwerk zur Innenstadt-Belebung.

„Wir müssen jetzt einen Anfang machen, unseren Willen bekunden und sehen, was möglich ist“, sagte Volker Pöhler. Konkretere Schritte würden dann später folgen müssen.

Zu einer Vorabstimmung kam es im städtischen Hauptausschuss nicht. Damit ist offen, wie der Stadtrat am nächsten Donnerstag in Sachen City-Manager entscheidet.

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