Fitnesssportler messen sich in Mühlhausen

Mühlhausen  40 Tonnen Material aus Schweden werden zur zweiten deutschen Meisterschaft Anfang Oktober angeliefert. Simon Stützer und Nico Bade sind die Organisatoren.

Gewicht anheben, dann sieben Kniebeuge – das ist die Aufgabe von Hendrik Senf.

Gewicht anheben, dann sieben Kniebeuge – das ist die Aufgabe von Hendrik Senf.

Foto: Simon Grundmann

Es geht um die Mannschaft mit den komplettesten Athleten – jene, die am besten rennen und Hindernisse überwinden können, die die meisten Klimmzüge schaffen und die schwersten Gewichte stemmen. Es wird ein kompletter Athlet, eine ausgeglichene Mannschaft gesucht.

Die Übungen tragen amerikanische Namen, sind aber, in den groben Zügen, mit denen identisch, die in den Fitnessstudios absolviert werden. Der Variationsmöglichkeiten gibt es viele.

Die 16 besten deutschen Mannschaften werden am 4. und am 5. Oktober in Mühlhausen, im Hotel Stadt Mühlhausen in der Kasseler Straße, ihren nationalen Titelträger ermitteln. Dem vorausgegangen sind verschiedene Wettkämpfe in der Bundesliga als Qualifikation.

Die Mühlhäuser Simon Stützer und Nico Bade waren es, die die Meisterschaft nach Mühlhausen holten. Der eine ist beim Tischtennis und beim Bouldern zuhause, der andere in der Fitnessbewegung. Beide kennen sich seit Schulzeiten am Tilesius-Gymnasium, beide gründeten die Fitness-Bundesliga, sind zu gleichen Teilen Gesellschafter und Geschäftsführer.

Die Bundesliga beendet nun in Mühlhausen ihre zweite Saison. Der Zuspruch sei gigantisch, und er werde immer größer, sagt Stützer, der bereits die Bundesliga im Bouldern aus der Taufe gehoben hat. Fitnesssportler seien extrem gesundheits- und körperbewusst und etwas älter als die, die sich dem Bouldern verschrieben haben.

57 Mannschaften traten in diesem Jahr an, für das kommende Jahr haben Stützer und Bade das Limit auf 96 gesetzt. Deutschlandweit gibt es laut Stützer mehr als 350 wettkampffähige Studios. In Mühlhausen aber werden die deutschen Meister in einer umfunktionierten Tennishalle ermittelt, im ehemaligen Sporthotel. Bade und Stützer erwarten 500 Zuschauer. Titelverteidiger ist das Team aus Berlin, dem auch Bade angehört, der allerdings nicht Teil der um den Titel kämpfenden Mannschaft ist.

Warum man mit dem Wettkampf nicht in eines der deutschen Zentren geht, wo man auch auf das Equipment zurückgreifen kann? „Ich bin eben in Mühlhausen verwurzelt. Und geografisch passt es ja auch, schließlich liegen wir in der Mitte Deutschlands“, sagt Stützer, der inzwischen in Jena lebt. Bade nennt es „den zentralsten Ort in Deutschland“. 40 Tonnen Material bringt ein schwedischer Hersteller der Fitnessgeräte in den nächsten Tagen für die deutschen Meisterschaften nach Mühlhausen. Ein riesiger Aufwand für die zu erwartenden 128 Sportler, für die in der Tennishalle eine 600 Quadratmeter große Wettkampffläche entstehen soll.

Wegen des Feiertages am 3. Oktober und des daraus resultierenden langen Wochenendes habe man bei den Unterkünften bis nach Bad Langensalza schauen müssen.

Und man wird es auch im kommenden Jahr tun. Dann soll, wie auch in den Jahren 2021 und 2022, das Finale um die deutsche Meisterschaft der Fitnesssportler wieder in Mühlhausen stattfinden – allerdings nicht mehr nur, wie in diesem Jahr, mit 16 Mannschaften, sondern mit 48. Stützers Ziel ist ehrgeizig: „Mühlhausen soll der Nabel der Fitnesswelt werden.“ Und er beruft sich dabei auf einen Stadtratsbeschluss, nach dem Mühlhausen den Weg zu einer Sportstadt gehen will.

Der Hauptausschuss des Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung nahezu ohne jede Diskussion 8000 Euro für die Veranstaltung freigegeben. Findet der Wettkampf nicht statt, solle das Geld zurück in die Stadtkasse fließen, hieß es von Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD). Er meint, man solle darüber nachdenken, die Veranstaltung auch in den Folgejahren zu unterstützen.

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