Für diese Projekte wünscht sich Bad Tennstedt Geld

Bad Tennstedt  Für den Kurpark, viele Straßen, Gebäude und die Stadtmauer werden Fördermittel benötigt. Allerdings müssen Prioritäten gesetzt werden.

Die Um- und Neugestaltung des Bad Tennstedter Kurparks ist eines der größten Projekte in der Stadt und eng mit dem Erhalt des Kur-Prädikats verknüpft. Im Bild ist der Gartenbauer Rene Krummt, der am Montag neue Pflanzen setzte.

Die Um- und Neugestaltung des Bad Tennstedter Kurparks ist eines der größten Projekte in der Stadt und eng mit dem Erhalt des Kur-Prädikats verknüpft. Im Bild ist der Gartenbauer Rene Krummt, der am Montag neue Pflanzen setzte.

Foto: Daniel Volkmann

Es liest sich wie ein Wunschzettel aus dem Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt. Der Stadtrat von Bad Tennstedt hat in seiner vorletzten Sitzung die Prioritätenliste 2020 für Bau- maßnahmen in der Stadt verabschiedet.

Diese Übersicht listet sämtliche aktuellen und kommenden Projekte auf, für die sich die Stadt erneut, weiterhin oder erstmals um Fördergelder bewirbt. „Es ist zunächst nicht viel mehr als eine Wunschliste. In welche Förderung wir reinkommen und welche Maßnahmen dann wirklich berücksichtigt werden, wird sich zeigen“, ordnet Bürgermeister Jens Weimann (CDU) die Zahlen ein.

Mit der Liste macht die Stadt gegenüber den Geldgebern deutlich, welche Projekte aus ihrer Sicht Priorität haben und wie viel Geld auf wie viele Jahre benötigt würde.

In drei Programmen laufen Anträge auf Förderung: Stadtumbau-Sanierung, Städtebaulicher Denkmalschutz sowie Investitionspaket soziale Integration im Quartier (Ipsi). Für die Umgestaltung des Kurparks sind zudem Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) beantragt.

Mehr als 7 Millionen Euro flossen nach Tennstedt

Die Stadt beantragt sowohl für städtische Anlagen – wie etwa den Kurpark oder verschiedene Straßen, Gassen und Häuser – wie auch für private Gebäude Fördermittel. So steht beispielsweise das Privathaus Brückenstraße 9 auf Platz 3 und damit dem letzten Platz der Liste für das Programm „Stadtumbau“. Die ersten beiden Plätze werden von der Alten Feuerwache und dem Gebäude Kurstraße 12 belegt. Diese sind kommunales Eigentum.

Zu der gewählten Rangfolge in diesem und den anderen Programmen sagt der Bürgermeister: „Wir arbeiten uns meistens im Sanierungsgebiet von innen nach außen vor. Aber diese Reihenfolge ist nicht unumstößlich. Ob wir den nötigen Eigenanteil aufbringen können, hängt auch von der weiteren Bewilligung des Kurstadt-Titels ab.“

Besonders begehrt bei den Stadtoberen ist eine Berücksichtigung im Programm Ipsi, denn hier werden 90 Prozent der beantragten Kosten vom Bund und vom Land übernommen.

Mit Hilfe dieses Programms soll ab 2020 die Sanierung von zwei städtischen Gebäuden realisiert werden. Das Sportzentrum soll energetisch saniert werden. Unter anderem brauche es dort eine neue Heizung und LED-Beleuchtung, sagt Jens Weimann. Auch im Haus des Gastes, in dem die Bibliothek und die Tourist-Information ihren Sitz haben, wurde zuletzt in den 1990er-Jahren Hand angelegt. Dort soll nun die Heizung in die Kur.

Für das Sportzentrum werden 295.000 Euro beantragt, die in Jahresscheiben von 2020 bis 2022 ausgezahlt werden sollen. Für das Haus des Gastes sind 100.000 Euro vorgesehen, die 2020 und 2021 fließen könnten.

Länger ist die Wunschliste für das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz. Hier sind sieben Positionen aufgeführt. Die Kleine Kirchgasse soll für annähernd 250.000 Euro in die Kur, die Turmstraße für rund 500.000 Euro. Ebenfalls saniert werden soll die Stadtmauer entlang der Gothaer Straße und die Fronveste (500.000 Euro). Auch für die Stadtmauer an der Promenade und das halbe Torfragment (800.000 Euro) ist Fördergeld beantragt.

Für die weitere Instandsetzung der Kirche Sankt Trinitatis sind 2020 und 2021 zusammen 300.000 Euro vorgesehen. Um auch private Hauseigentümer im Sanierungsgebiet zu unterstützen, werden 30.000 Euro Förderung beantragt.

Welchen Stellenwert die Förderprogramme von Land, Bund und Europäischer Union in der Stadtentwicklung haben, zeigt ein Blick auf die Liste der aktuell laufenden und kürzlich beendeten Bauprojekte. 7,3 Millionen Euro flossen aus verschiedenen Töpfen nach Bad Tennstedt.

Dass aus Sicht der Stadtplaner auch künftig weitere Millionen nötig werden, zeigt der Blick in die Zukunft bis ins Jahr 2024 und darüber hinaus.

Mehr als 9 Millionen Euro Fördermittel müssten nach Bad Tennstedt fließen, um alle Projekte anzugehen, die derzeit bekannt sind. Dazu zählt beispielsweise das Rathaus. Allein um den Sitz der Verwaltungsgemeinschaft zu sanieren, wird von 1,2 Millionen Euro Fördermitteln ausgegangen.

Vorerst sind das – wie alles hier genannte – Wünsche.

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