Großübung simuliert Brand und Evakuierung am Mühlhäuser Hufeland-Klinikum

Mühlhausen  Die Feuerwehr und Katastrophenschutz-Einheiten waren am Samstag wegen einer Übung mit rund 50 Kräften in Mühlhausen am Hufeland-Klinikum im Einsatz. Patienten wurden in andere Kliniken verlegt – als Simulation.

Winfried Bötticher aus der Kreisleitstelle erläutert den Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes, wo sich die mobile Einsatzleitstelle und der Bereitstellungsplatz befinden.

Winfried Bötticher aus der Kreisleitstelle erläutert den Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes, wo sich die mobile Einsatzleitstelle und der Bereitstellungsplatz befinden.

Foto: Claudia Bachmann

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„Achtung Feueralarm!“: Diese Dauer-Durchsage schreckte am Samstagmorgen um 9.01 Uhr das Hufeland-Klinikum in Mühlhausen auf. Damit begann eine unangekündigte Übung, die rund 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Polizei auf Trab brachte – und das gesamte Klinikum.

Von der Brandmeldeanlage angezeigt wurde ein Feuer auf der Inneren Station 12, die evakuiert werden musste. 14 teils schwer verletzte Patienten waren aus dem Gebäude zu bringen und zu versorgen, viele mussten in andere Krankenhäuser transportiert werden, etwa nach Bad Langensalza, Eisenach und Eschwege. Auf geschminkte Darsteller wurde verzichtet, 14 Karten mit Beschreibungen der Verletzungen ersetzten die Patienten. Nur simuliert wurde auch der Einsatz von Rettungshubschraubern, die zwei Verletzte ausflogen.

Einsatzleitstelle im Hof des alten Klinikgebäudes

Um den regulären Rettungsdienst aufrecht erhalten zu können, wurde auf Krankenwagen des Katastrophenschutzes zurückgegriffen. Auch war nur die Mühlhäuser Berufsfeuerwehr samt Drehleiter im Einsatz: „Bei einem richtigen Brand im Krankenhaus kämen viel mehr Feuerwehren dazu“, sagte Einsatzleiter Sören Zengerling.

Im Hof vor dem alten Klinik-Gebäude wurde eine mobile Einsatzleitstelle eingerichtet, im Gebäude kam der krankenhausinterne Einsatzstab zusammen. Es ging bei der Übung um mehrere Aspekte: Das richtige Verhalten der Beschäftigten und Patienten des Klinikums, ordnungsgemäße Funktion der Technik, die Orientierung der Rettungskräfte in den weitläufigen Gebäudekomplex, das Zusammenspiel aller Kräfte bei einer so großem Lage, die Versorgung vieler Verletzter.

So wurde am Treffurter Weg ein sogenannter Bereitstellungsplatz eingerichtet, an dem die eintreffenden Rettungswagen die Patienten übernahmen. Die Verletzten waren vorab im sogenannten Triage-Verfahren eingeteilt worden, das auch in der Notaufnahme angewandt wird. Grün heißt dabei „leicht verletzt“, gelb schwer und rot heißt: lebensbedrohlich, sofortige Behandlung nötig – sechs solcher Fälle gab es bei der Übung, dazu je vier grüne und gelbe.

Die schiere Zahl von Verletzten stellte die Retter vor große Herausforderungen, sagte Kreisbrandinspektor Florian Krieg: Krankenhäuser „haben nur Kapazitäten für den Normalbetrieb“, wie auch der Rettungsdienst. Solch ein „Massenanfall von Verletzten“ benötige deshalb funktionierende Strukturen im Katastrophenschutz.

Ebenfalls alarmiert wurden die Notfallseelsorger, die bereit standen, um bei Bedarf mit Opfern, Angehörigen und Helfern psychisch Halt zugeben. Ebenso zum Einsatz kam eine Versorgungseinheit des Katastrophenschutzes, die für Verpflegung sorgte – nötig, wenn im Ernstfall möglicherweise hunderte Helfer länger im Einsatz sind.

Heiko Fuchs, der bei der Übung den Rettungsdienst gemeinsam mit dem Leitenden Notarzt Jan Gräbedünkel führte, zog nach der ersten Auswertung gegen Mittag ein recht zufriedenes Fazit für die Übung, die am Krankenhaus in diesem Ausmaß die erste ihrer Art war. Im November hatten die Stäbe nur in der Theorie geübt, im Klinikum selbst gibt es regelmäßig Brandschutzübungen.

Nun, da darauf aufbauend ein Einsatz im großen Stil durchgespielt wurde, habe bis auf einige kleinere Mängel alles gut funktioniert. „Im Klinikum weiß sowieso jeder, wo sein Platz ist“, lobte Fuchs. Die ehrenamtlichen Kräfte des Katastrophenschutzes seien binnen einer Stunde einsatzbereit gewesen, was ein beachtlicher Wert sei.

Die erste Phase nach dem Alarm sei immer chaotisch, weil unübersichtlich. „Sobald klar ist, wie viele Betroffene es gibt, was sie haben und brauchen“ münde alles in geregelte Abläufe, für die es im Detail vorbereitete Pläne gebe. Das habe geklappt.

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