DRK Mühlhausen braucht zusätzlichen Rettungswagen für Pandemieaufkommen

Mühlhausen  In einem Monat gab es 130 Verlegungen in andere Kliniken.

Etwa eine Stunde lang haben Franziska Luig und Martin Mußbach vom DRK Mühlhausen zu tun, um das Fahrzeug nach einem Covid-Tramsport wieder einsatzfähig zu machen.

Etwa eine Stunde lang haben Franziska Luig und Martin Mußbach vom DRK Mühlhausen zu tun, um das Fahrzeug nach einem Covid-Tramsport wieder einsatzfähig zu machen.

Foto: Daniel Volkmann

Das Aufkommen an Fahrten war anders nicht mehr zu bewältigen, zumal die Touren aufwendiger und länger wurden: Seit Mitte Dezember ist beim Deutschen Roten Kreuz in Mühlhausen täglich sieben Stunden lang ein weiterer Rettungswagen im Einsatz. Corona-Blog: Zwei Thüringer Kreise bundesweite Hotspots – 50 Verfahren nach Verstößen bei Demonstrationen

Notwendig wurde er unter anderem wegen der vielen Corona-Verlegungsfahrten aus dem Unstrut-Hainich-Kreis in andere Kliniken – in der Region, aber auch nach Halle, Leipzig und Niedersachsen. Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Wolfsburg, Braunschweig wurden Ende Dezember angesteuert.

Laut Kreisverwaltung war es „eine Mischung aus Engpass am Hufeland-Klinikum und medizinischer Notwendigkeit“, die zu den vielen Verlegungen führte – vornehmlich zwischen Mitte und Ende Dezember. Allein im Dezember gab es 130 Verlegungsfahrten – der überwiegende Teil für Covid-Patienten.

Schon Ende November hatte der Landkreis reagiert und mit den Krankenkassen über die Kostenübernahme für ein samstägliches Krankentransport-Fahrzeug verhandelt. Laut Kreisverwaltung ist sein Einsatz auch für die nächsten Wochen beantragt.

Um das Fahrzeug zu bewegen, werden in den samstäglichen Einsatzablauf jeweils zwei Ehrenamtliche des DRK integriert – aus den Ortsgruppen Mühlhausen, Bad Langensalza und Niederdorla sowie von der Wasserwacht, heißt es von DRK-Geschäftsführer Michael Watterott.

Vieles ist seit Beginn der Corona-Pandemie im März bei den Transporten Routine geworden – auch im Umgang mit den Patienten selbst. Wenngleich Infektionstransporte schon immer zum Alltag gehörten, bedeuten sie für Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter Arbeit unter Vollschutz mit Handschuhen und Brille und eine noch intensivere Desinfektion der Fahrzeuge nach dem Einsatz, noch aufwendigeres Auffüllen der Schutzkleidung und der Verbrauchsmaterialen. Vor allem Sauerstoff wird beim Transport der Covid-Patienten benötigt, sagt Andreas Meyer, der Leiter des Bereichs Rettungsdienst beim DRK, „bei nahezu allen Patienten“. Die Nachbereitung würde – über den Daumen – eine Stunde dauern und damit doppelt so lange wie bei normalen Fahrten.

Im eigenen Haus in der Windeberger Landstraße habe das Hygienekonzept bisher gut funktioniert. Es habe im Bereich der Rettung keinen positiven Fall gegeben – und so auch keinen personellen Engpass. Für den zusätzlichen Rettungswagen hat man laut Watterott zwei Mitarbeiter binden können. „Wir haben einen Arbeitsvertrag verlängert und einen Mitarbeiter vorfristig eingestellt“, sagt der Rot-Kreuz-Chef.

Dass die Ehrenamtlichen jeweils zusammen mit einem Profi samstags auf den Wagen gehen, sieht Watterott auch als Würdigung des Ehrenamts. Gerade in einer Zeit, in der sich die Ortsgruppen nicht treffen dürfen, sei es wichtig, das Ehrenamt bei der Stange zu halten.

Aktuell sind im Unstrut-Hainich-Kreis 649 Menschen mit Covid infiziert, 81 von ihnen werden, Stand Dienstagmorgen, mit Corona in Krankenhäusern im Landkreis und außerhalb behandelt, 15 weniger als am Vortag. Zwei kämpfen mit einem schweren Verlauf. Seit Pandemiebeginn sind 90 Menschen aus dem Landkreis an oder mit Corona gestorben.