Kandidat Steffen Thormann aus Mühlhausen: Politisch erfahren mit 25 Jahren

Mühlhausen  Der 25-jährige Politikstudent Steffen Thormann aus Mühlhausen will für die Linke in den Thüringer Landtag einziehen.

Steffen Thormann ist der Kandidat der Linke für den Raum Mühlhausen. Seit 2014 ist er bereits Mitglied des Stadtrates.

Steffen Thormann ist der Kandidat der Linke für den Raum Mühlhausen. Seit 2014 ist er bereits Mitglied des Stadtrates.

Foto: Alexander Volkmann

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Weil er Christ ist. So begründet Steffen Thormann (25) seinen Weg in die Partei Die Linke. Dabei war der durch seine Mutter vorgezeichnet, die seit Jahren Stadtratsmitglied ist. Nächstenliebe, Solidarität, Pazifismus nennt er als Grundwerte. Thormann hat seinen Bachelor in Politikwissenschaft in der Tasche, arbeitet an der Uni in Jena an seinem Master-Abschluss.

Nun tritt er als Direktkandidat für die Linke um einen Sitz im Landtag an. Er erwartet: Die Vertreter von AfD, CDU und Linke werden im Wahlkreis 8 um Mühlhausen 90 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Steffen Thormann fand früh den Weg in die Politik. 13 war er, als er vom Landtagsabgeordneten Jörg Kubitzki zu einem Landesschülertreffen geschickt worden war. Das habe den ersten Einblick in den Politikbetrieb gegeben, er sei zu einem politischen Menschen geworden, der dann im Jugendparlament der Kreisstadt mitgearbeitet hat.

Der 25-jährige Mühlhäuser sieht sich als einen Realpolitiker. „Es nützt mir nichts, wenn ich Marx in allen Lebenslagen zitieren kann, aber keine Antworten auf die Probleme der Menschen finde.“

Seine Partei schwimme auf der Bodo-Welle. „Wir haben keine schlechte Arbeit gemacht in den vergangenen Jahren. Bodo Ramelow hat es geschafft, als erster linker Ministerpräsident eine Popularität jenseits der 50 Prozent zu erreichen. Er ist pragmatisch, stellt die Entscheidung hinter seine politische Ideologie.“ Als Erfolge sieht er die 83-Millionen-Euro-Investition in die Bildung und das Abschaffen der Straßenausbaugebühren. „Auch wenn wir die Gebührenfreiheit gern früher als 2019 angesetzt hätten.

Das Bildungsgesetz gehe „ganz klar auf unsere Kappe“. Die Region Mühlhausen fühlt sich nach Thormanns Meinung abgehängt. „Die Menschen glauben, dass ihnen etwas weggenommen wurde. Die Region hatte eine schwierige Zeit bei Land und Regierung. Es muss uns gelingen, die Erfolge besser zu kommunizieren.“

Für die Region will er Geld für den Tourismus einfordern. Erst recht, da derzeit viel Geld des Landes in die Rennsteigregion fließt. Kritisieren will es Thormann nicht. „Aber es könnte schon etwas mehr Geld hierher zu uns fließen.“ Der Tourismus könne helfen, die hiesige Region weiterzuentwickeln.

Seit 2010 ist er Parteimitglied, 2014 zog er erstmals in den Stadtrat ein. „Damals habe ich mir erstmals ernsthaft die Frage gestellt: Will ich das? Was kann ich erreichen.“ Er habe Vorurteile ausgemacht gegenüber seiner Jugend und seinem Parteibuch. Seine Mutter war während seiner ersten Amtsperiode die Vorsitzende der Stadtratsfraktion aus Linke und Grüne. Sie habe ihn zuweilen einbremsen müssen, wenn er zu emotional reagierte. Aber seine Entscheidungen in den Abstimmungen nicht beeinflusst. „Ich habe nicht immer wie meine Mutter gestimmt.“ Inzwischen sei er gelassener geworden. Hart an der Sache diskutieren, um zu einer Entscheidung zu kommen, nennt er seine Devise. „Wenn es um die Sache geht, rede ich in der Stadtpolitik auch mit der AfD.“ Das tat er auch kürzlich im Stadtrat, als er der AfD dankte und sich prompt den Rüffel des Erfahrensten aus der Fraktion einhandelte.

Innerhalb der Linke sieht er sich „in der Mitte zwischen SPD und ‚schwarzem Block‘“ angesiedelt. Über die Organisation von Veranstaltungen, bei Vor-Ort-Terminen, Straßen- und Haustürwahlkampf will er um die Stimme für sich werben. Thormann ist seit knapp 20 Jahren bekennender Rot-Weiß-Erfurt-Fan, bei Heim- und Auswärtsspielen dabei und steht als Torwart im Kader des Fußball-Landesklasse-Vertreters SG SC Großengottern. „Ich will nicht in meiner Filterblase leben, sondern suche den Diskurs auch mit Andersdenkenden.“

Die Kandidaten im Wahlkreis 8:

Jonas Urbach (CDU), Politikwissenschaftler, Anrode

Steffen Thormann (Linke), Politikwissenschaftler, Mühlhausen

Oleg Shevchenko (SPD), Betriebswirt, Mühlhausen

Thomas Gröger (AfD), CNC-Anwendungsfachmann, Unstruttal

Tino Gaßmann (Grüne), wissenschaftlicher Mitarbeiter, Mühlhausen

Gerald Werner Schmidt, (FDP), Diplom-Ingenieur, Mühlhausen.

Zum Wahlkreis 8 gehören im Unstrut-Hainich-Kreis die Gemeinden Anrode, Dünwald, Menteroda, die Stadt Mühlhausen mit den Ortsteilen Felchta, Görmar, Windeberg und Saalfeld (ohne die Ortsteile Bollstedt, Grabe, Höngeda und Seebach) und außerdem die Gemeinden Rodeberg, Südeichsfeld und Unstruttal.

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