Lachen bis der Arzt kommt im Vogteier Sommertheater

Niederdorla  Beim aktuellen Dreiakter steuern alle mit komödiantischen Umwegen auf das gute Ende zu.

Bauer Alfons am Mittagstisch, genervt von seiner Frau Agnes, Tochter Eva und Schwägerin Hilde (von links) – dargestellt von Christine Schulz, Anne Dietz, Corina Götz und Heiko Tautor.

Bauer Alfons am Mittagstisch, genervt von seiner Frau Agnes, Tochter Eva und Schwägerin Hilde (von links) – dargestellt von Christine Schulz, Anne Dietz, Corina Götz und Heiko Tautor.

Foto: Michael Zeng

Zum 11. Vogteier Sommertheater hatte der Niederdorlaer Carneval Club (NCC) geladen. Das Festzelt stand auf dem heimischen Anger. Diesmal spielte der NCC vom Pfullendorfer Autor Erich Koch den Dreiakter „Alles Bauerntheater“.

Mit frivolem Sprachwitz und Situationskomik finden vier Pärchen auf der Bühne zum fröhlichen „Ende gut, alles gut“. Bauer Alfons (Heiko Tautor) möchte unbedingt mit der neuen Kellnerin im geplanten Bauerntheater die Hauptrollen spielen. Für eine Intrige benutzt er darum seinen gutmütigen Freund Heinz (Christian Ludwig).

Die Frauen riechen Lunte und sabotieren die Intrige

Der soll Hilde heiraten. Die nervige Schwägerin des Bauern (Corina Götz) soll aus dem Haushalt von Alfons verschwinden. Seine alte Milchkuh will der Bauer auch noch loswerden. Am liebsten auch seine flippige Tochter Eva (Anne Dietz).

Die Frauen bekommen Wind von den Plänen. Darauf laden sie ihre weiblichen Waffen, anstatt dem Sittlichkeitsverein der Pfarrköchin (Anika Pohl) beizutreten. Am Schluss findet der Bauer wieder seine Frau Agnes (Christine Schulz). Heinz bekommt Lust auf Alfons Schwägerin Hilde. Statt der Milchkuh des Bauern erwirbt der Schrotthändler Franz (Torsten Böhm) das Herz der Pfarrköchin. Tochter Eva wird brav und kriegt ihren Studenten Hans (Michael Schulz). Das Publikum tobte. Die Regie führte zum elften Mal Jens Ackermann.

Ob das Stück lustig war, beantwortet Souffleuse Anja Pickel so: „Bei der Generalprobe habe ich vor Lachen geheult. Ich konnte den Text nicht mehr lesen.“ Was das Publikum lustig findet, kann für den NCC nicht eingeschätzt werden. „Morgen lachen die Zuschauer oft an anderen Stellen als heute“, sagt die erfahrene Souffleuse. „Die Rolle muss unbedingt auf den Charakter des Schauspielers passen“, sind sich Corina Götz und Christian Ludwig einig.

Dazu kommen die Erfahrungen aller NCC-Schauspieler aus dem Fasching. Sie können improvisieren und in ihrer Rolle auf das aktuelle Publikum reagieren. Der Text des Autors wird den Niederdorlaer Eigenheiten angepasst. So bekommen auch beim NCC-Theater die Heyeröder und die Oberdorlaer noch ihr Faschings-Fett weg.

Zum ersten Mal stand Anne Dietz als Schauspielerin auf der NCC-Bühne. „Es war ein schönes Gefühl“, sagt die 20-Jährige. Am Anfang sei sie aufgeregt gewesen. Aber dann habe sie sich wohl gefühlt auf der Bühne und mit dem Publikum.“Ich war textsicher, das half”, verrät die frühere Souffleuse. Sie sammelte Spiel-Erfahrungen beim Abiturienten-Theater in Großengottern.

Das Sommertheater des NCC ist nicht nur eine Sache der Schauspieler, des Regisseurs, der Maske und der Souffleusen. „Der ganze Verein ist wichtig und nötig“, sagt NCC-Präsident Jens Rauch. Dazu kommen Sponsoren und Niederdorlaer Bürger, die helfen, hieß es weiter.

Der NCC baut das komplette Festzelt auf und ab. Der Verein stellt und bedient die Technik. Der NCC gestaltet aufwendig die Anger-Bühne zur Kulisse um. Das dauert fast eineinhalb Wochen. Außerdem übernimmt der Verein die Gastronomie mit Ausschank, Tisch-Service und Würstchen-Grillen.

Über 30 NCC-Mitglieder und Freunde des Vereins haben je Aufführung rund um das Sommertheater alle Hände voll zu tun. „Jeder ist wichtig“, sagt der Präsident Jens Rauch.

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