Hütscheroda Lama-Besuch und Abschiedsgrüße für Chefin des Wildkatzendorfes

Hütscheroda  Claudia Wilhelm wechselt nach sieben Jahren als Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich GmbH in Hütscheroda bei Behringen ins Eichsfeld und wird dort Naturparkleiterin.

Claudia Wilhelm hatte als Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich GmbH in Hütscheroda zumeist mit Wildkatzen zu tun. Ungeachtet dessen wird sie auch von Lama Max (12 Jahre) verabschiedet.

Claudia Wilhelm hatte als Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich GmbH in Hütscheroda zumeist mit Wildkatzen zu tun. Ungeachtet dessen wird sie auch von Lama Max (12 Jahre) verabschiedet.

Foto: Norman Meißner

„Sie ist für uns Herz, Kopf und Seele – und wir die Arme und Beine“, lässt der Tierpfleger des Wildkatzengeheges in Hütscheroda, Jens Bawey, seine Chefin Claudia Wilhelm nur ungern weiter ziehen. An ihrem letzten Arbeitstag als Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich GmbH nimmt sie zwar von unzählig vielen Wegbegleitern der letzten Jahre die besten Wünsche für ihren neuen Job entgegen, aber über einen Gast freut sich die Überraschte ganz besonders. Max, ein zwölf Jahre altes Lama, empfängt sie mit ganz vielen Streicheleien und Lama-Betreuer Peter Kroll mit Worten des Dankes für seine gelungene Überraschung zu ihrem Abschied.

„Ich habe heute ganz viele, herzliche Abschieds-Mails und dabei Gänsehaut bekommen“, erzählt Wilhelm.

Eine Viertelmillion Besucher in Hütscheroda

In den sieben Jahren habe sie viele tolle Momente erlebt, erinnert sich Claudia Wilhelm beispielsweise an die Eröffnung des Wildkatzendorfes mit der damaligen Ministerpräsidentin, an die vielen organisierten Projekte mit Schülern oder an die zahlreichen Besuche verschiedener Naturschützer, Touristiker und Politiker aus Bundes-, Landes- und Kommunalebene.

Sie freut sich, dass in ihrer Amtszeit knapp eine Viertelmillion Besucher das Wildkatzendorf besuchten. Pro Jahr interessieren sich rund 30.000 Besucher für die Wildkatzen im Hainich.

Die am weitesten gereisten Gäste, die die Einrichtung begrüßen konnte, kommen aus Australien. Fernsehstationen geben sich die Klinke in die Hand. Gerade hat ein Sender das Impfen des Luchses gefilmt. Auch für die ZDF-Sendung „Terra X“ rollt ein Filmteam an. Die für den Herbst geplante Ausstrahlung verschiebt sich auf Januar. Der neue Arbeitsweg von ihrem Zuhause in Falken verlängert sich nur um gut fünf Minuten: Statt nach Hütscheroda am Kindel fährt sie nun nach Fürstenhagen im Eichsfeld. Sie tritt in die Fußstapfen von Johannes Hager, der bis zu seiner Pensionierung im März den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal leitete. „Ich bin ein Naturparkkind und wollte unbedingt hier bleiben – ich bin in Mühlhausen geboren, in Eisenach groß und in Falken größer geworden“, erzählt die 38-Jährige.

Von den sieben Nationalen Naturlandschaften Thüringens wird bislang nur eine von einer Frau geleitet. „Ich bin die zweite – ich habe keine Angst als Frau – ich bin Optimist“, freut sich Claudia Wilhelm auf ihre neue Aufgabe im Naturpark. Zunächst möchte sie in Fürstenhagen ankommen, die Mitarbeiter kennenlernen und sich einen Überblick verschaffen.

Neben dem Verfassen von Sachberichten gehörte in Hütscheroda ein Großteil ihres Aufgabebereichs der Antragstellung für Fördermittel, dem korrekten Abrufen und Dokumentieren dieser Mittel sowie der Kommunikation mit Sponsoren, Unterstützern, Geldgebern und Partnern. Vier Semester Betriebswirtschaftslehre kamen ihr in dieser Tätigkeit wirklich zugute.

Am neuen Schreibtisch fallen solche Aufgaben für Claudia Wilhelm deutlich geringer aus. Dafür mehrt sich nicht nur die Arbeit mit Behördenträgern, sondern aktuell auch mit dem Problem des Waldsterbens – und dabei will die Frau ihren Mann stehen. „Ich dürfte als Revierförster arbeiten – ich habe an der Fachhochschule Göttingen Forstwirtschaft studiert und war im gehobenen technischen Dienst bei Hessen-Forst verbeamtet“, erzählt die neue Naturparkleiterin. 2009 beendete sie mit Babybauch erfolgreich einen Masterstudiengang für Umwelt und Bildung an der Uni Rostock. Nach der einjährigen Elternzeit entwickelte sie an der Jugendherberge „Urwald-Life-Camp“ auf dem Harsberg das „Nakundu“-Spiel.

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