Mögliche Bauplätze für Zimmern dank Fernwasser

Zimmern.  Fließt erst Wasser aus der Ohra-Talsperre, könnte die Schutzzone um den Bad Langensalzaer Ortsteil schrumpfen.

Verkehrszeichen wie dieses weisen auf die Trinkwasserschutzzone rund um die Golken-Brunnen bei Zimmern hin.

Verkehrszeichen wie dieses weisen auf die Trinkwasserschutzzone rund um die Golken-Brunnen bei Zimmern hin.

Foto: Jens König / TA

Nach Jahren des Stillstandes könnten im Bad Langensalzaer Ortsteil Zimmern künftig wieder Bauplätze ausgeschrieben werden. Darüber wurde im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung informiert. Ob und – falls ja – ab wann Häuslebauer den Spaten ansetzen dürfen, ist aber noch offen. Da Zimmern in einer Trinkwasserschutzzone liegt, sind Eingriffe in den Boden derzeit streng reglementiert.

Mögliche Änderungen hängen mit der Umstellung auf weicheres Trinkwasser im Bereich des Verbandswasserwerks Bad Langensalza zusammen. Das Wasser soll spätestens ab Anfang 2022 aus der Talsperre Ohra gewonnen werden.

Bisher kommt das Trinkwasser unter anderem aus vier Brunnen im Quellgebiet Golken nahe Zimmern. Rund um dieses Areal liegt eine Trinkwasserschutzzone. Bad Langensalzas Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos), zugleich Vorsitzender des Verbandswasserwerks, sagte im Stadtrat, dass er und Werkleiter Matthias Vogt sich für eine Verkleinerung dieser Schutzzone einsetzen wollen.

Matthias Vogt erklärte am Donnerstag die Hintergründe. „Länge und Form einer Trinkwasserschutzzone hängen unter anderem mit der Fließgeschwindigkeit des Wassers im Untergrund zusammen. Je schneller das Wasser fließt, desto größer muss die Zone sein, damit im Falle einer Verunreinigung genug Zeit bleibt, diese zu entfernen“, so Vogt. Zimmern ist wegen des Zimmerbaches Teil der Schutzzone. Dieser entspringt im Ort und fließt Richtung Golken, muss also auch geschützt werden.

Seit 2010 ist Zimmern an das zentrale Abwassersystem angeschlossen, es könnten also keine Umweltschäden durch Abwasser entstehen. Nach der Umstellung auf Fernwasser sollen die Golken-Brunnen als Reserve betrieben, aber nicht mehr so intensiv genutzt werden wie bisher. Aus Sicht des Verbandes könnte die Zone also verkleinert werden, sagte Matthias Vogt.