Mühlhäuser Leo ist Großbaustelle

Mühlhausen  Räume der Diskothek sollen künftig variabel genutzt werden und Hotelgästen Platz bieten. Göbel-Gruppe investiert eine halbe Million Euro

Hotelchef Marco Fongern lässt das Erlebnislokal Leo, 17 Jahre nach dessen Eröffnung, rundum sanieren.

Hotelchef Marco Fongern lässt das Erlebnislokal Leo, 17 Jahre nach dessen Eröffnung, rundum sanieren.

Foto: Alexander Volkmann

Mehr als ein Dutzend Handwerker ist in diesen Tagen damit beschäftigt, das Leo, die Mühlhäuser Diskothek in der Felchtaer Straße, komplett umzukrempeln. Dort, wo sonst am Wochenende getanzt und gefeiert wird, herrscht auch jetzt große Betriebsamkeit. Ein Großteil der alten Einrichtung wurde ausgebaut, Strippen werden gezogen, Platten verschraubt, Fliesen verlegt.

17 Jahre nach der Eröffnung wird im Leo fast alles neu. Die Modernisierung soll vor allem Platz für Hotelgäste des Brauhauses zum Löwen schaffen und ein neues Ambiente für die künftigen Besucher von Tanzlokal und Erlebnisgastronomie.

„Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Hotelchef Marco Fongern. 99 Doppelzimmer und vier Einzelzimmer bietet das Haus an. Vor einem halben Jahr erst wurde angebaut, 22 zusätzliche Zimmer sind entstanden (diese Zeitung am 8. November 2018).

Paare haben sich im Leo kennen und lieben gelernt

Wenn alle Hotelgäste morgens zeitgleich frühstücken wollen, wird es im jetzigen Gastraum im Brauhaus eng. Und wenn abends zusätzlich zu den regulären Reservierungen noch spontan Hotelgäste speisen möchten, sei es in der Hauptsaison fast unvermeidlich, einzelne Gäste abweisen zu müssen, meint Fongern – vor allem, wenn der Biergarten wetterbedingt geschlossen ist.

Gäste wegschicken, das will der Hotelier natürlich nicht und deshalb wird das Leo umgebaut. Der vorhandene Platz soll besser genutzt werden und künftig nicht nur Disko-Besuchern sondern auch Hotelgästen für Frühstück und Abendessen zur Verfügung stehen. So entstehen zusätzlich 100 Sitzplätze.

„Wir haben 400 Quadratmeter Fläche, die von Sonntag bis Donnerstag leer stehen“, sagt Fongern. Im Dezember 2002 wurde das Leo eröffnet. Bis auf ein paar optische Veränderungen und den Einbau einer Cocktailbar wurde baulich seither wenig verändert. In der Anfangszeit war hier auch in der Woche viel Betrieb. Es gibt eine ganze Reihe Paare, die sich hier kennen und lieben lernten, weiß Fongern, der das Tanzlokal scherzhaft auch schon mal als „größten Ehestifter der Region“ bezeichnet.

Doch das Ausgehverhalten sei mittlerweile anders als in den 90ern und 2000ern, meint Fongern. „Den meisten Jugendlichen reicht heute ein Smartphone, ein Wlan-Zugang und eine bequeme Couch.“ Dennoch sei das Leo, zumeist samstags, weiterhin gut besucht.

In fünf Wochen sollen die Bauarbeiten der ersten Bauphase im hinteren Bereich abgeschlossen sein, also dort, wo die bisherige Tanzfläche war und künftig zusätzlich eine Buffetanlage stehen soll. Die Fenster in diesem Bereich wurden vergrößert, um mehr Tageslicht herein zu holen.

Mit Beginn der Herbstsaison sollen die Hotelgäste hier frühstücken können. Allerdings sollen Buffet und Tanzfläche vorerst mobil eingerichtet werden, um das Laufverhalten der Gäste zu studieren, sagt Fongern. Die bisherigen Arbeitsabläufe werden hinterfragt und optimiert. Alles soll variabler werden. So können die Räume sowohl als Gastraum wie auch für Tagungen, geschlossene Veranstaltungen oder als Diskothek genutzt werden. „Die eierlegende Wollmilchsau“, sagt Fongern.

Bis zum Jahresende soll auch der vordere Bereich umgebaut sein, der sich mehr zu Felchtaer Straße hin konzentriert. Cocktailbar, Biergarten und Raucherbereich ziehen dorthin. Die Garderobe wird es zugunsten einer barrierefreien Toilette nicht mehr geben. Die sei längst überfällig gewesen, meint Fongern. Ein zweiter Eingang an der Felchtaer Straße entsteht.

Vom rustikalen Ambiente mit den alten Holzbalken und dem Backstein-Mauerwerk wird künftig nicht mehr viel zu sehen sein. Einzig ein überdimensionaler „Bilderrahmen“ zeigt Teile der ursprünglichen Optik. Während der Bauzeit soll dann montags bis donnerstags gearbeitet werden. Freitag und Samstag habe das Leo regulär geöffnet. Etwa eine halbe Million Euro wird die Göbel-Gruppe, zu der Leo und Brauhaus gehören, in die Modernisierung investieren – allein 100.000 Euro in neue Polstermöbel und Tische.

Im Brauhaus selbst, mit etwa 100 Plätzen, werde das kulinarische Angebot für Einheimische und Touristen erweitert – mehr Gerichte mit Rind nach Steakhaus-Art verspricht Fongern.

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