Nikolaus ist zurück in Thamsbrück

Thamsbrück.  Den Wunsch, seinem Geburtsort dieses Geschenk zu machen, trage er schon lange im Herzen, sagt Klaus Reinz über die Nikolaus-Skulptur für Thamsbrück.

Klaus Reinz aus Treffurt spendet seinem Geburtsort Thamsbrück eine Nikolaus-Skulptur.

Klaus Reinz aus Treffurt spendet seinem Geburtsort Thamsbrück eine Nikolaus-Skulptur.

Foto: Alexander Volkmann

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Als gebürtiger Thamsbrücker bezeichnet sich der 71 Jahre alte Klaus Reinz selbst als Nikolaus. Optisch ist die Ähnlichkeit nicht gleich festzustellen. Dass sich die Einwohner des Ortes aber selbst als Nikoläuse bezeichnen, hat sich schon herumgesprochen. Reinz widmet seinem Heimatort nun eine hölzerne Skulptur des Heiligen. Zwar wohnt der Rentner schon seit mehr als 40 Jahren in Treffurt im Wartburgkreis, aber Familienmitglieder und Freunde leben im Unstrut-Hainich-Kreis.

Seit sechs Jahren schnitzt der studierte Veterinäringenieur Reinz in seiner Freizeit Kunst aus Baumstämmen – vornehmlich mit der Kettensäge. Den Wunsch, seinem Geburtsort dieses Geschenk zu machen, trage er schon lange im Herzen. Aber es sollte eine besondere Skulptur werden, die auch aus einem besonderen Holz geschnitzt ist. Vor fast zwei Jahren bot sich die Gelegenheit, als im Garten von Reinz‘ Nachbar ein großer Birnenbaum vom Sturm umgeworfen wurde. „Birnenholz ist edel und besonders witterungsbeständig“, sagt Reinz.

Etwa zwei Wochen lang bearbeitete er den Stamm und die Astgabelung. Die Vorlage für die über zwei Meter hohe und 70 Zentimeter breite Figur bildete das Holz selbst, erklärt Reinz. Am Nikolaustag soll die Skulptur offiziell übergeben werden. Bereits am Donnerstag brachte der Rentner die etwa 200 Kilogramm schwere Figur gemeinsam mit Sohn Michael, dem Bürgermeister von Treffurt, nach Thamsbrück. Auch Bad Langensalzas Bürgermeister Matthias Reinz, Neffe des Künstlers, half beim Abladen.

Im Ort soll die Figur nach der Einweihung erst einmal zwischengelagert werden, bevor sie im Frühjahr einen zentralen Platz an der Hauptstraße nahe dem Nikolausturm findet. Der ist der einzig noch erhaltene Teil einer Burganlage mit Kapellen und Befestigungsmauern aus der Zeit vor dem 17. Jahrhundert, erläutert Andreas Eckert vom Heimatverein. Er spielt seit Jahren den Nikolaus beim Fest unter dem Turm, zu dem der Verein seit 28 Jahren immer am 6. Dezember einlädt.

Früher habe es viele junge Leute gegeben, die an diesem Tag durch Thamsbrück zogen. Die Tradition gibt es nicht mehr, weshalb der Heimatverein das Fest initiierte. An die Zeit der rot gekleideten Gestalten kann sich auch Klaus Reinz noch erinnern: „Sie hatten auch Ruten dabei, das war nicht immer so fröhlich.“

Auch die Worte seiner Großmutter, die heute jedes Thamsbrücker Kind kennt, hat Reinz noch im Ohr: „Der Nikolaus kommt jeden 6. Dezember aus seinem Turm heraus. Er beschenkt das Gute, dem Bösen zeigt er seine Rute.“ Der Spruch steht auch auf einer Plakette an der Skulptur.

Nikolaus von Myra ist einer der bekanntesten Heiligen der Kirche. Er ist Schutzpatron für mehr als ein Dutzend Berufsgruppen, darunter Seefahrer, Kaufleute, Rechtsanwälte, Apotheker, Metzger und Bäcker. Er ist auch Patron von Reisenden, Liebenden, von Alten und von Kindern, aber auch von Dieben und Prostituierten.

Bei einem Hochwasser 1815 soll die Sandsteinfigur aus einer Kapelle am Thamsbrücker Dammtor davon gespült worden sein. Kurz darauf zog der Nikolaus sinnbildlich in den Burgturm, der deshalb Nikolausturm genannt wird. Nun hat der Langensalzaer Ortsteil den Nikolaus wieder.

Das Fest am Nikolausturm beginnt am Freitag, 6. Dezember, mit dem Laternenumzug um 17.30 Uhr.

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