Straßenbahn durch Mühlhausen: Stadtverwaltung prüft Kosten

Mühlhausen  Oberbürgermeister Bruns meint, dass mit dem Betrieb des Bratwurstmuseums und den Schwanenteich-Plänen auch Gleis-Variante attraktiv sein könnte.

Die Straßenbahn in den 1950er Jahren an der Haltestelle am Schwanenteich. Am 26. Juni 1969 fuhr die letzte planmäßige Straßenbahn durch Mühlhausen. Nun, ein halbes Jahrhundert später, gibt es wieder Bestrebungen, die Strecke zu reaktivieren.

Foto: Günter Kaufhold

Die Stadtverwaltung Mühlhausen prüft die Wirtschaftlichkeit einer Straßenbahnverbindung zwischen Aue-Stadion und Stadtwald. Wie Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) erklärte, sei das seit einiger Zeit Thema in der Verwaltung. Bruns unterstützt die Idee des Vereins zur Förderung handwerklicher Traditionen, der vor knapp zwei Wochen eine Straßenbahn entlang der ursprünglichen ganzen Trasse zwischen Bahnhof und Stadtwald ins Gespräch gebracht hatte, jedoch nicht zwangsläufig auf Schienen und mit Oberleitung.

Bruns hält eine Straßenbahn für touristisch reizvoll und in Teilen auch wieder realisierbar. Der Oberbürgermeister geht sogar noch einen Schritt weiter und lässt nun auch eine Option auf Schienen durchrechnen.

In Betracht komme deshalb zum einen, die alte Trasse entlang des Schwanenteichs wieder mit einem Gleisbett zu belegen und eine Elektro-Bahn fahren zu lassen – diese jedoch ohne Oberleitung. Zum anderen gebe es auch die zeitlich schneller realisierbare Variante, eine oder mehrere Bahnen, ähnlich der Tschu-Tschu-Bahn, aber mit Elektromotor fahren zu lassen.

Das wäre auch ganz ohne Gleise möglich. Touristisch attraktiver sei natürlich der Einsatz einer Bahn auf Schienen, meint Bruns. Möglich sei aber auch eine Kombination aus beidem: Tschu-Tschu-Bahn ab Bahnhof über den Steinweg bis zur Aue und von dort dann mit der Straßenbahn auf den Gleisen weiter zum Stadtwald.

Das Verlegen von Gleisen auf der gesamten Strecke hält Bruns für nicht realisierbar. Jetzt sollen von der Straßenverkehrsbehörde die Kosten analysiert werden. Realisierbar sei das Ganze nur mit einer Förderung. Besonders im Zusammenhang mit dem Thema E-Mobilität und Tourismusförderung erhofft Bruns sich eine mögliche finanzielle Unterstützung von Land und Bund.

Interessant werde das Projekt Straßenbahn vor allem im Zusammenhang mit dem Bau des Bratwurstmuseums als Verbindung zur Altstadt Mühlhausens. Auch die weitere Aufwertung des Erholungsgebietes Schwanenteich stehe im Fokus.

50 Jahre nach der Stilllegung der Mühlhäuser Straßenbahn kommt also wieder Bewegung in die Sache. Angeregt hatte die öffentliche Diskussion der Verein zur Förderung handwerklicher Traditionen, der einen der letzten verbliebenen Mühlhäuser Straßenbahnwagen in seinem Depot aufbewahrt. Am Samstag, 13. Juli (ab 18 Uhr im Lokschuppen am Wendewehr) soll es eine Ideenbörse des Vereins geben, bei der Interessierte Anregungen zum Projekt geben können. Laut Vereinsvorsitzendem und Stadtrat Hans-Jörg Adamaschek (Bürgerliste), könne eine Straßenbahn zur Touristenattraktion werden und die Innenstadt beleben. Das sei ökologisch nachhaltig und könne den Fahrzeugverkehr reduzieren.

Reaktionen der Leser auf unserer Facebook-Seite

Viele Mühlhäuser unterstützen die Vision einer Reaktivierung der Straßenbahn, wie die Reaktionen im sozialen Netzwerk Facebook zeigen:

Jan Riemann, Stadtrat (Freie Wähler): „Eine interessante Idee, die es lohnt, diskutiert zu werden. Vergleichbare erfolgreiche Projekte gibt es bereits. Allerdings nicht auf Schienen, sondern elektrisch und auf Rädern. Ein vertretbarer Kompromiss, alles andere ist nicht machbar.“

Roland Reichenbach, Stadtrat (CDU): „Eine Idee die es wert ist weiter drüber nachzudenken.“

Heiko Eberle: „Eine direkte Anbindung vom Bahnhof zum zukünftigen Bratwurstmuseum am Stadtwald. Wäre ne tolle Sache.“

Anja Hammacher: „Sehr geil wäre das. Wäre ich dafür und total begeistert. Dass man sie weggemacht hat damals, war ein Fehler. Wie hier schon erwähnt, wäre es toll vom Bahnhof zum Bratwurstmuseum über Steinweg und Äußeres Frauentor. Viele Mühlhäuser würden das sicher unterstützen.“

Heiko Stude: „Super Idee, aber kann ich mir nicht vorstellen. Alleine die Finanzierung und dann die strengen Richtlinien und Tüv heutzutage.“

Melanie Pleyer: „Ich wäre dafür, weil das macht Mühlhausen aus und ist eine Touristenattraktion.“

Elisabeth Jäger: „Eine super Idee, die jede Unterstützung finden sollte! Wäre auch für den Tourismus eine gute Sache.“

Edith Meng: „Platz genug ist da und für die Umwelt und Bevölkerung wäre das ein Riesengewinn.“

Gerhard Meister: „Brücke bauen: 1,5 Jahre. Ortsumgehung: fraglich. Kreisverkehre: unbestimmt: Radwege: unzulänglich. Jetzt noch eine Straßenbahn.“

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