THC-Express überrollt Oldenburg

Erfurt  Die Thüringer Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC nehmen Fahrt auf. Mit dem 36:19 feiern sie einen prächtigen Heimstart

Josefine Hubersetzt sich gegen Jane Martens und Ann-Kristin Roller durch.

Josefine Hubersetzt sich gegen Jane Martens und Ann-Kristin Roller durch.

Foto: Sascha Fromm

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Die Handballerinnen des Thüringer HC haben ihre Meisterschaftsambitionen den VfL Oldenburg spüren lassen. Nachdem sie Mainz abgefertigt hatten (40:20), machten sie auch mit dem Pokalsieger von 2018 wenig Federlesens und eroberten mit dem 36:19 (19:7) die Tabellenführung zurück. Mehr als deutlich, aber trotzdem mit etwas Luft nach oben.

Als Letzte auf der Abklatsch-Runde mit dem Publikum machte Josefine Huber an der Gäste-Bank Halt. Bei aller Freude über den zweiten Saisonsieg wollte die 23-Jährige ihre Freundin und Nationalmannschaftsgefährtin Kristina Logvin aufbauen. „Sie hat es ziemlich hart getroffen“, empfand die österreichische Nationalspielerin ein wenig Mitleid mit den Gästen, nachdem der siebenmalige Meister im ersten Heimspiel seine Stärke demon-striert und sich vor dem Spitzenspiel am Sonntag gegen Dortmund warm geworfen hatte.

„Ich finde, wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt“, lobte THC-Trainer Herbert seine Mannschaft und freute sich, dass sie in der Riethalle angekommen ist. Er dankte den 958 Zuschauern. Die feierten das THC-Team und mit großem Beifall auch Kerstin Wohlbold und Nina Schilk. Beide beendeten vergangene Saison ihre Karriere und wurden offiziell verabschiedet. Die langjährige Kapitänin Kerstin Wohlbold wurde zur ersten Ehrenspielführerin ernannt.

Zuvor konnten sich beide an einem torreichen Heim-Start des THC erfreuen. Gäste-Coach Niels Bötel indes war dabei nach dem 26:39 gegen Dortmund nicht zu beneiden. „So ein schweres Auftaktprogramm wie wir will man nicht haben in der Bundesliga“, wurde er auf der VfL-Internetseite zitiert. Sein Blick galt der langen Verletztenliste beim viermaligen Pokalsieger, der einen Umbruch zu meistern hat.

Das jüngste Team der Bundesliga war am Sonntag vom THC-Express überrollt worden. Angeführt von einer herausragenden Ann-Cathrin Giegerich im Tor setzte der Gastgeber den Pokalsieger von 2018 zunächst unter Druck. Josefine Huber warf am Kreis das erste Bundesliga-Tor für den Vorjahreszweiten in der Riethhalle. Von einem historischen Moment an der neuer Wirkungsstätte wollte sie indes nicht sprechen. „Das ist nicht wichtig“, erklärte die sechsfache Torschützin. Vielmehr bestimmte das Kalkül die Partie, einen Sieg zu landen und Treffer sprechen zu lassen. „Jedes Tor zählt“, sagte Josefine Huber und spielte auf die vergangene Saison an. In der triumphierte Bietigheim durch das bessere Torverhältnis.

Nach dieser Lehre schauen die Thüringerinnen umso mehr auf die Treffer. So wurde es angesichts der THC-Dominanz beinahe von Minute zu Minute bitterer für den VfL. Durch Emily Bölks Doppelschlag hieß es nach knapp einer Viertelstunde 9:2, nach weiteren 13 Minuten stellte Alexandra Mazzucco per Doppelschlag den ersten Zehn-Tore-Vorsprung her. Huber und Mariana Lopes legten nach.

Zum Leidwesen von Niels Bötel. Dessen Team fand trotz offensiver Deckung und einer acht Mal treffenden Helena Mikkelsen keine Mittel, die Mannschaft um Regisseurin Iveta Koresova (6 Tore) aufzuhalten.

Das Schützenfest setzte sich in der zweiten Hälfte fort, wobei die Einheimischen zunächst weniger Zugriff auf Oldenburgs Angriffsspiel bekamen. Mit vier Toren in Folge zum 26:13 durch Lydia Jakubisova (42.) war das Aufflammen von Oldenburgs Hoffnungen, das Resultat in Grenzen halten, jedoch wieder erloschen. „Da merkt man den Unterschied“, meinte der Gäste-Trainer anerkennend. Rundum zufrieden gaben sich die Einheimischen trotz des überdeutlichen Sieges nicht. Gegen ein Top-Team müsse man sich noch ein wenig mehr strecken und die wenigen Fehler abstellen, merkte Josefine Huber an.

Etwas mehr Konsequenz hätte sich Herbert Müller zu Be­ginn der zweiten Halbzeit gewünscht. „Aber man soll auch nicht das Haar in der Suppe suchen“, sagte er. Dortmund kann kommen

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