Über Strohballen und Schwefelbecken zum Stadtlauf in Bad Tennstedt

Bad Tennstedt  Hürden auf der Strecke gehören zum Programm bei der Spaßveranstaltung. 261 Teilnehmer wollen diese zum Strohballenfest meistern

Es galt nicht nur, gemeinsam zu laufen, sondern sich auch gemeinsam aufzuwärmen.

Es galt nicht nur, gemeinsam zu laufen, sondern sich auch gemeinsam aufzuwärmen.

Foto: Susann Salzmann

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Das Ziel ist klar abgesperrt für die 261 Läufer des vierten Stadtlaufes in Bad Tennstedt: Große Strohballen markieren zur Veranstaltung den Start- und Zielpunkt für die Sportler. Sportlich ist nach Ansicht der Läufer aber auch das rührige Engagement der Organisatoren vom Kultur- und Heimatverein Bad Tennstedt.

Sie richten die verschieden langen Routen ansprechend her beziehungsweise wählen sie aus, lobt der 21-jährige Maximilian Hoyer. Der junge Mann aus Bad Langensalza hatte sich vor Monaten eine Sehne gerissen und musste daraufhin sechs Monate gezwungenermaßen pausieren. „Seit drei Wochen stehe ich wieder im Training“, plaudert der Freizeitläufer.

Ohne merkliche Anstrengung erreicht Hoyer das Ziel auf dem Tennstedter Markt nach fünf Kilometern schon in der 19. Minute. Die Spitzenzeiten lägen bei 17 Minuten für fünf Kilometer und bei 35 Minuten für die Zehn-Kilometer-Strecke.

Hoyer war einer von 261 Läufern – und diese Anzahl wiederum schmeichelt den Vereinsmitgliedern. Sie übertraf gar die Erwartungen der Vereinsvorsitzenden Gabriele Méresse. Auch wenn zu Anfang das hochgesteckte Ziel der 300 Läufer im Raum stand, rechnete sie bis zuletzt mit etwa 200 Teilnehmern.

Seit 10. August 2009 – so lange gibt es den Kultur- und Heimatverein zur Pflege und zum Bewahren von Traditionen schon – bereichert er das städtische Leben. „Wir wünschen uns, dass es genauso weitergeht“, hofft Méresse für die Zukunft.

Genauso weitergeht unter anderem mit dem gut besuchten Weihnachtsmarkt oder dem Strohballenfest, zu dessen festem Bestandteil der Stadtlauf geworden ist. 400 Euro „Geburtstagsgeld“ von den Linken aus dem Thüringer Landtag werden helfen, dieses Ziel ein Stück weit umzusetzen.

Mit seinen Ideen schafft es der Verein, auch bei der jungen Generation zu punkten. So etwa bei Karl Spangenberg. Der 15-jährige Kutzlebener entscheidet sich für den 3,5 Kilometer langen Spaßlauf und hatte Ungewohntes zu überwinden. „Am schwierigsten war es, über die Strohballen zu springen. Die waren etwa einen Meter hoch so wie die“, deutet der junge Mann auf die Ballen am Start und Zieleinlauf.

Diese Raffinesse helfe, Teilnehmer Jahr für Jahr wieder zu begeistern, weiß Méresse. So mussten die Spaßläufer etwa einmal durch das Schwefelbecken im Kurpark waten und über eine Zehn-Meter-Distanz einen zehn Kilogramm schweren Sack tragen. Für den Jugendlichen Karl steht fest: Seiner Lauf-Premiere in Tennstedt werden wohl weitere Läufe folgen.

Ein Gefühl von Heimat und Ankommen erlebt Kevin Erler beim Lauf. Der gebürtige Ballhausener verbrachte große Teile seiner Kindheit in Tennstedt und hat in seinem Leben bereits beim Chemnitz-Marathon teilgenommen. Nun, zum ersten Mal, läuft er in Tennstedt den Hauptlauf mit zehn Kilometern Länge. Zusammen mit seinem Vater. Und die einzige Ansage, die er im Nachgang den Veranstaltern macht, lautet „Weiter so“.

Weiter so – für den Kultur- und Heimatverein in Bad Tennstedt bedeutet das eine Mischung aus Bewährtem und Neuem. So werde beispielsweise die Beteiligung zum Tag des offenen Denkmals fortgeführt und „sicherlich wird es auch Premieren geben“.

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