Verein aus Großengottern wird gelobt als Musterbeispiel

Sabine Spitzer
Veronika Klein (rechts) zeigt Julian Latzko und Isabel Klocke (von links) von der Bundesstiftung Baukultur und Mario Lerch vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, was der Verein im Spittel bereits geschafft hat.

Veronika Klein (rechts) zeigt Julian Latzko und Isabel Klocke (von links) von der Bundesstiftung Baukultur und Mario Lerch vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, was der Verein im Spittel bereits geschafft hat.

Foto: Sabine Spitzer

Großengottern.  Warum es für den Spittel-Verein in Großengottern jetzt von Bundes- und Landesebene viel öffentliche Anerkennung gibt.

Großes Lob für den Spittel-Förderverein in Großengottern: Das Engagement der Mitglieder für den Erhalt des historischen Gebäude-Ensembles um das ehemalige Spital „St. Andreas“ haben Vertreter der Bundesstiftung Baukultur als „mustergültig“ bezeichnet. Die Stiftungsvertreter sind derzeit auf Sommerreise. Auf ihrer Tour von Berlin bis zum Bodensee machten sie am Mittwoch in Großengottern Station.

Ziel der inzwischen dritten Sommertour ist es, herausragende Projekte der Baukultur in den Fokus zu rücken, informierte Isabel Klocke, die Vize-Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Dabei solle zivilgesellschaftliches Engagement gewürdigt und sichtbar gemacht werden.

Ein Totgeglaubter kehrt aus dem Kreuzzug wieder zurück

„Förderprogramme nützen nichts ohne Initiativen wie diese“, zollte auch Mario Lerch vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, das bei den Tour-Terminen mit der Stiftung kooperiert, dem Spittel-Verein Respekt. „Das ist gelebte Baukultur“, sagte er.

Der Förderverein hatte sich 2012 gegründet, um das Spittel zu retten. „Es wäre sonst zum Zusammenbruch sämtlicher Häuser gekommen“, informierte die Vorsitzende Veronika Klein die Besuchsdelegation. Der Sage nach ließ die Familie von Hopffgarten das Hospital und die Kapelle im 14. Jahrhundert bauen, weil sie sich über die Rückkehr eines totgeglaubten Familienangehörigen aus einem Kreuzzug freute. Dort, wo das Gebäude-Ensemble entstand, sollen sie sich einst wiederbegegnet sein.

Bis auf die Kapelle konnte der Verein die Gebäude bereits wiederherstellen. „Wir müssen Kräfte sammeln, aber auch das schaffen wir noch“, sagte Veronika Klein zuversichtlich. Sie erhofft sich durch den Besuch der Stiftung, dass das Spittel bekannter wird.