Wetter im Unstrut-Hainich-Kreis 2020 erneut zu warm und zu trocken

Grabe  Jahresbilanz der Station in Grabe im Unstrut-Hainich-Kreis.

Die Wetter-Jahresbilanz 2020 mit zu viel Sonne und zu wenig Regen. Im Bild ist ein Sonnenaufgang 21. Januar um 9.30 Uhr.

Die Wetter-Jahresbilanz 2020 mit zu viel Sonne und zu wenig Regen. Im Bild ist ein Sonnenaufgang 21. Januar um 9.30 Uhr.

Foto: Eckhard Götze

Das zurückliegende Jahr 2020 war an der Messstation in Grabe, verglichen mit den langjährigen Durchschnittswerten, um ein Grad zu warm und brachte es auf 94 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge - es war damit zu trocken. Es ist das siebente Jahr in Folge, in dem die Durchschnittstemperatur den Mittelwert übertraf. Neun der zehn wärmsten Jahre lagen innerhalb der letzten 20 Jahre.

Ein Blick auf die Jahreszeiten: Der vergangene Winter war in Deutschland der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Dem Frühling fehlte das Wasser fürs Wachstum der Pflanzen; dafür machte die Sonne Überstunden. Die warmen Sonnenstrahlen vermisste man im durchwachsenen Sommer komplett. Der Herbst brachte die vorweg genommene Wetterjahresbilanz – warm, trocken, sonnig. Den Schlusspunkt setzte der Dezember, der zu wenig Sonne hatte, aber trotzdem warm daherkam.

Die vergangenen Monate im Überblick

Januar: Von Hochwinter keine Spur. Mit der Blüte von Schneeglöckchen, Winterling und Haselnuss kam es bereits zum phänologischen Vorfrühling – vier Wochen zu früh.

Februar: Mit 4,7 Grad war es der wärmste Februar seit 1990 (6 Grad). Stürme und extrem viel Regen, so wie 2020, sind nicht unbedingt die dominanten Eigenschaften eines Wintermonats.

März: Nach einem sehr milden Winter brachte der März 19 Frostnächte und sehr viel Sonnenschein. Doch dieses Gemisch ließ noch keine Frühlingsgefühle aufkommen, da die zweite Hälfte von Trockenheit und kalter Ostluft geprägt war.

April: Wenn es im ersten Wachstumsmonat nicht regnet und die Sonne doppelt so oft scheint wie im langjährigen Durchschnitt, haben alle Pflanzen ein Problem. Sogar bei den Bäumen gab es Waldbrandgefahr.

Mai: Der Wonnemonat war der einzige, der temperaturmäßig aus der Reihe tanzte. Die Eisheiligen vom 11. bis 15. hatten daran ihren Anteil.

Juni: Nach warmem Beginn kam die Schafskälte. Am 13. Juni ereignete sich im Großraum Mühlhausen ein Gewitter mit Unwetterpotenzial. Der Monat war mit 130 Liter Niederschlag pro Quadratmeter der niederschlagreichste Juni seit Messbeginn an der Station in Grabe.

Juli: Der sehr verhaltene Sommermonat hatte eine Schwäche bei der Planerfüllung. Die Temperaturen verpassten knapp das Limit. Der Niederschlag war nicht ausreichend, ebenso wenig wie die Sonnenscheindauer mit 75 Prozent des langjährigen Durchschnitts.

August: Obwohl es dem Erntemonat an Sonnenschein fehlte, war er mit Abstand der wärmste Sommermonat. Am 8. August erreichte die Hitze mit 37 Grad ihren Höhepunkt. Am 26. August kam Kirsten – und es wurde stürmisch.

September: Drei Wochen kein Regen und eitel Sonnenschein. Der Sommer ging im ersten Herbstmonat in die Verlängerung. Erst am Ende kamen die Abkühlung und der erhoffte Regen.

Oktober: Goldener Oktober? Fehlanzeige. Denn wo Wolkenreichtum herrscht, ist Sonnenscheinarmut vorprogrammiert. Wie immer begann im Weinmonat der faszinierende Kranichzug.

November: November und April waren sich im vergangenen Jahr vollkommen einig. Beide waren zu warm, brachten keinen Regen, dafür ein Überangebot an Sonnenschein.

Dezember: Mit Wärme hatte das Jahr begonnen, und so ging es auch zu Ende, begleitet von Sonnenscheinarmut und Trockenheit.

Die Werte von Grabe für das Jahr 2020

Jahresdurchschnittstemperatur: 9,8 Grad (langjähriger Durchschnitt 8,9).

Niederschlag: 550 Millimeter pro Quadratmeter (585).

Gewitter: 10 (24)

Sonnenschein: 1752 Stunden (1640)

Temperaturextreme: 37 Grad am 8. August, minus 10 Grad am 1. April.

Niederschlagsreichster Tag: 13. Juni mit 61 Liter Regen pro Quadratmeter.