Zugeparkte Rettungswege: Kritik an Klinik-Parkplätzen in Mühlhausen

Mühlhausen  Immer wieder werden Rettungswege in der Albert-Schweitzer-Straße in Mühlhausen zugeparkt.

Auch wenn es auf den angebotenen Bezahl-Parkplätzen noch freie Stellflächen gibt, wird zuweilen wild geparkt.

Auch wenn es auf den angebotenen Bezahl-Parkplätzen noch freie Stellflächen gibt, wird zuweilen wild geparkt.

Foto: Daniel Volkmann

Die Parksituation am Hufeland-Klinikum in Mühlhausen ist seit Jahren in der Kritik. Die vorgesehenen Flächen – so zumindest der Eindruck vieler Besucher – reichen bei Weitem nicht, Fahrzeuge stehen im Halteverbot, das Ordnungsamt ahndet das mit Knöllchen.

Ein Zustand, den Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung erneut moniert hat. Die neu geschaffenen 70 Parkplätze für die Mitarbeiter seien nicht ausreichend. Er habe stattdessen auf ein Parkhaus gehofft, genau das sei gegenüber der Verwaltung angekündigt worden.

Im Frühjahr 2018 hieß es vom damaligen Geschäftsführer des Klinikums, Manfred Bohn, gegenüber unserer Zeitung: Die Situation am Klinikum habe sich sehr zugespitzt; es gebe eine Warteliste mit 120 Anträgen von Mitarbeitern auf einen Parkplatz. Die Beschäftigten würden ins angrenzende Wohngebiet ausweichen oder auf Besucherplätze, so dass diese wiederum nicht reichten. Mit zusätzlichen Mitarbeiter-Stellplätzen wolle man die Situation entspannen.

Weitere Flächen sollen geschottert werden

Auch wenn es die Parkplätze mittlerweile gibt, ist die Situation problematisch. „Ich bin nach wie vor verärgert, die Klinikleitung muss sich in dieser Frage bewegen“, meint Bruns.

Auch mit der neuen Hufeland-Geschäftsführerin Kerstin Haase hat der OB mittlerweile über dieses Thema gesprochen. „Ich kann aber ad hoc leider keine Lösung anbieten“, sagte Haase. Ein Parkdeck zu bauen, das „würde uns Millionen kosten“. Es würde geprüft, ob noch weitere Flächen am Mühlhäuser Klinikum zu Parkplätzen umgewidmet werden könnten, aber das gehe nicht so schnell. Etwas Erleichterung sei zu erwarten, wenn die jetzt noch geschotterten Flächen befestigt und die Parkplätze damit deutlicher geordnet würden.

Zudem, so Johannes Bruns, müsse es endlich eine Busverbindung zum Krankenhaus geben. „Ich kenne keine Stadt, wo nicht ein Bus zum Krankenhaus fährt.“ Haltestellen in der Nähe gibt es in der Martinistraße, auch von dort sind es 200 Meter, oder in der Langensalzaer Straße. Mitte August soll es nach Aussage von Bruns ein Gespräch mit dem Landkreis und der Regionalbus GmbH über eine mögliche Busverbindung geben. Deren Geschäftsführung kann sich prinzipiell eine solche Verbindung vorstellen, integrierbar wäre sie in bereits bestehende Linien. Auch gäbe es bereits Überlegungen, wo eine solche Haltestelle ihren Platz finden könnte – in der Erfurter Höhle.

Klinik-Chefin: Bus hält um die Ecke

Die Krankenhaus-Chefin Kerstin Haase selbst sieht keine vordringliche Notwendigkeit für eine neue Busführung. „Der Bus hält um die Ecke“, sagt sie. Für Besucher sei das Gelände „gut zu erreichen“. Wer mit dem Bus kommt, hat vier Möglichkeiten: Zum einen die nach Felchta fahrende Linie. 500 Meter sind es von der Haltestelle Eisenacher Landstraße über die Albert-Schweitzer-Straße zum Haupteingang des Klinikums. Genauso groß ist die Entfernung mit der Stadtbuslinie von der Haltestelle in der Langensalzaer Landstraße, Haltestelle „Kreiskrankenhaus“. Gar 700 Meter muss zurücklegen, wer mit dem Bus bis zur Langensalzaer Landstraße, Höhe Martinischule, fährt, und dann über die Albert-Schweitzer-Straße zum Haupteingang läuft. Deutlich kürzer – nämlich 190 Meter lang – und damit auch für weniger mobile Menschen schaffbar ist einzig die Variante, an der Langensalzaer Landstraße, Stopp „Kreiskrankenhaus“, auszusteigen und über einen Nebeneingang das Krankenhaus zu erreichen. Von dort aber ist der Weg über die Flure zur Auskunft weit.

Es gibt laut Johannes Bruns bereits Überlegungen, wo eine krankenhausnahe Bushaltestelle ihren Platz finden könnte – in der Erfurter Höhle.

Gespräche von Kreis und Busunternehmen

Die Albert-Schweitzer-Straße sei, vor allem auch wegen der dort entlang fahrenden Rettungsfahrzeuge, dafür zu schmal. Für den Bau der Bushaltestelle ist die Stadt verantwortlich, die dafür auch die Kosten tragen muss. Der Landkreis muss der Regionalbus dann die zu fahrenden Kilometer bezahlen. Gedankenspiele gibt es auch über den weiteren Verlauf der Linie: Der Bus könnte dann über den Treffurter Weg wieder auf die Langensalzaer Landstraße fahren. Dazu müsste aber erst noch ein Verbindungsweg geschaffen werden. Derzeit ist der Abschnitt nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad passierbar.

Das Thema Busverbindung zum Hufeland-Klinikum wurde in den vergangenen Jahren immer wieder auch von Vertretern der Mühlhäuser Senioren aufgegriffen. Helga Hill und Hans Weigel brachten die Idee eines Kleinbusses ins Spiel, der zwischen dem Ökumenischen Hainich-Klinikum in Pfafferode, dem Steinweg und dem Klinikum an der Langensalzaer Landstraße fährt. „Außer Versprechungen ist bisher nichts passiert“, meinen sie und hätten sich eine schnellere Umsetzung der Idee, zumindest aber eine Rückmeldung, gewünscht.

Zu den Kommentaren