Eine Idee für zwei neue Bronzeglocken für die Helmsdorfer Kirche

Helmsdorf.  Karl-Josef Dreiling restaurierte sieben Wegkreuze um Helmsdorf. Nun muss das Geläut der Kirche St. Peter und Paul saniert werden.

Karl-Josef Dreiling ist alle paar Wochen auf dem Glockenturm, um das Geläut abzuschmieren. Dieses muss saniert werden.

Karl-Josef Dreiling ist alle paar Wochen auf dem Glockenturm, um das Geläut abzuschmieren. Dieses muss saniert werden.

Foto: Sebastian Grimm

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„Ein Anruf, dann geht es los“, sagt Pfarrer Günter Christoph Haase. Mit diesem Satz beschreibt er das Engagement von Karl-Josef Dreiling, der sich schon fast 50 Jahre um die Kirche St. Peter und Paul kümmert. Immer, wenn es was zu tun gibt, ist der Helmsdorfer zur Stelle. In ein paar Tagen baut er die große Krippe in der Kirche wieder ab, die er liebevoll vor der Adventszeit aufbaute. Auch das weihnachtliche Schmücken der Kirche liegt mit in seinen Händen.

Stolz erzählt Karl-Josef Dreiling von einem Haus in der Kirche und wie modern alles ist. Gemeint ist der Neubau des Gemeindezentrums in einem Teil der Kirche, der nach zwei Jahren Bauzeit im Sommer 2013 eingeweiht wurde. Ein roter Korpus empfängt den Kirchenbesucher – rechts und links führt ein breiter Gang in den Altarraum. „Die Fußbodenheizung im Gemeindezentrum wird jede Woche programmiert, je nachdem wie Veranstaltungen sind. Mittlerweile macht das meine Tochter Sabine“, sagt Karl-Josef Dreiling. Er weiß auch, dass die Kirche von Pilgern, die auf dem Pilgerweg Loccum Volkenroda unterwegs sind, gern besucht wird. „Sie holen sich den Pilgerstempel“, sagt Dreiling. Gern nutzten diese auch die in der Kirche eingerichteten Sanitäranlagen, weiß der Helmsdorfer.

Dies geht aber nur, da die Kirche tagsüber immer geöffnet ist. „Das ist heute nicht mehr selbstverständlich“, sagt Pfarrer Haase. Und das ein oder andere Wegkreuz von den sieben Kreuzen mit Korpus erfreut die Pilger. Diese erstrahlen dank Karl-Josef Dreiling wieder rings um Helmsdorf in neuen Farben. Drei bis vier Monate nahm sich Dreiling für ein Wegkreuz Zeit, um es zu restaurieren. „Herr Dreiling hat ein goldenes Händchen“, meint Haase, denn kein professioneller Kirchenmaler hat bei der Restauration geholfen. Die Kirchengemeinde habe so eine Menge Geld gespart; nur die Farbe bezahlte die Gemeinschaft. „Man muss auch Danke an Ehefrau Erika sagen, die alles so mitträgt“, untermauert der Geistliche das Engagement.

Gemeinsam verfolgen beide nun mit der Kirchengemeinde ein großes Ziel. Die zwei kleineren der drei Glocken des Gotteshaus müssen neu werden. Nur noch eine historische Bronzeglocke hängt im Turm der Helmsdorfer Kirche. Selbst die muss laut Andreas Philipp, Glockensachverständiger für das Bistum Erfurt, im Glockenschweißwerk repariert werden. Der Fachmann besichtigte im vergangenen Jahr das Geläut und empfahl eine Generalsanierung, auch des Glockenstuhls. Einst hingen drei Bronzeglocken im Turm. Die zwei kleineren mussten, wie in fast allen Kirchen, während der Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts abgegeben werden.

Erst 1954 wurden die fehlenden zwei Exemplare durch Eisenhartgussglocken ersetzt. „Die haben aber nur eine Lebensdauer von ungefähr 50 Jahren“, sagt Pfarrer Haase. Für die Sanierung des Glockenstuhls könnten laut Philipp Mittel aus dem Sonderfonds des Bistums für Glockenmaßnahmen bereit gestellt werden. Für die zwei Bronzeglocken muss die Kirchengemeinde selbst aufkommen. Eine große Herausforderung, die es nun in den nächsten Wochen zu stemmen gilt. Laut Schätzungen kostet die Generalsanierung inklusive Anschaffungen der neuen Glocken über 80.000 Euro. Der Anfang ist gemacht, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen. So haben bereits vier Benefizkonzerte in St. Peter und Paul stattgefunden. „Bei der Türkollekte sind jeweils rund 500 Euro gespendet wurden“, berichtet Pfarrer Haase.

Aber vielleicht braucht man gar nicht so viel Geld, denn auch hier hat Karl-Josef Dreiling eine Idee. „Ich habe vor ein paar Wochen einen Bericht im Fernsehen gesehen. Dort wurde in Hannover eine Kirche entwidmet. Da habe ich mich gefragt:: was geschieht mit den Glocken“, erinnert sich Dreiling. Dabei sei ihm die Idee gekommen, dass man vielleicht Bronzeglocken aus solch einer entwidmeten Kirche für Helmsdorf bekommen könnte. Jedoch wissen er und Pfarrer Haase, dass natürlich die Größe, die Beschaffenheit und auch das Klangbild genau passen müssen.

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