An Konzerttagen kurbelt sie ein paar Kilometer weniger

Eisenach  Auf ihrer Radtour von Salzburg nach Leipzig macht die Violinistin Franziska Strohmayr Halt in Eisenach und musiziert in der Georgenkirche.

Die radelnde Violinistin Franziska Strohmayr vor der Georgenkirche in Eisenach.

Die radelnde Violinistin Franziska Strohmayr vor der Georgenkirche in Eisenach.

Foto: Paulina Volkenandt

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Von Salzburg bis nach Leipzig auf den Spuren Bachs – und das mit dem Fahrrad. Für viele undenkbar, für Violinistin Franziska Strohmayr eine außergewöhnliche Herausforderung, der sie sich gern stellt.

Am 30. Juni startete sie ihren zwölftägigen Kulturbiathlon mit dem ersten Konzert in Salzburg. Einen Tag später packte sie ihre Fahrradtaschen und ihre Violine, setzte sich den Fahrradhelm auf und radelte los. Insgesamt gab und gibt sie sie auf der 532 Kilometer langen Strecke sieben Konzerte: in Salzburg, Schärding, Regensburg, Bayreuth, Jena, Eisenach und Leipzig.

Das Publikum bekam alle Solosonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach auf der Violine zu hören.

Die Idee kam der Musikerin während der Fastenzeit. Eigentlich wollte sie auf ihrer Sommertour pilgernd zu Fuß unterwegs sein, „aber durch das ganze Gepäck habe ich mich dann doch für das Fahrrad entschieden“, erklärt die gebürtige Augsburgerin. Dabei hatte sie lediglich ihre Konzertkleider, eine Waschtasche, ein paar wenige Freizeitklamotten und ein Fahrradreparatur-Set. „Ein Buch habe ich auch eingepackt, das ist ganz wichtig“, sagt sie.

An Konzerttagen fuhr sie nicht mehr als 40 Kilometer, an konzertfreien Tagen dafür umso weiter. Die längste Tagesstrecke waren bis jetzt 106 Kilometer. Unterwegs schlief sie bei Gastfamilien. Darum hat sie sich schon vor ihrer Reise gekümmert. Angebote gab es genug. „Alle haben mich ganz herzlich empfangen und super aufgenommen. Ich habe mich überall sehr wohl gefühlt“, berichtet die 29-Jährige.

Ihre wichtigste Begleitung war das Reparatur-Set

Gedanken, dass ihr auf der Strecke etwas passieren könnte, hatte sie nicht: „Meine Familie und Freunde haben sich genug Sorgen gemacht, wenn ich allein unterwegs bin. Da musste ich ein bisschen entspannter an die Sache gehen.“ Ihr Fahrradreparatur-Set war allerdings schon in Gebrauch, als ihre Gangschaltung kaputt ging. Aber ganz nach dem Motto „Selbst ist die Frau“ konnte sie den Schaden beheben und ihre Tour ohne Probleme fortsetzen.

Auf ihrer Reise begeisterte sie besonders die Freundlichkeit ihrer Gastfamilien und das Publikum bei den Konzerten. Diese begann die Violinistin immer mit einem ruhigen Stück. „Man merkt dabei man richtig, wie ruhig auch das Publikum auf einmal wird. Das ist einfach faszinierend“, meint sie.

Zur Vorbereitung übte sie die Stücke auf der Violine immer und immer wieder – sie spielt alle auswendig. Auf das Radfahren bereitete sie sich dagegen eher weniger vor: „Ab und zu war ich mal schwimmen, aber grundsätzlich habe ich das sportliche Training etwas vernachlässigt“, erzählt sie.

Nach dem Konzert in der Georgenkirche in Eisenach, das aufgrund der frühen Tageszeit eher schlecht besucht war, machte sie sich direkt wieder auf den Weg, um am heuigen Freitag, 11. Juli, ihr Abschlusskonzert in der Leipziger Thomaskirche zu geben. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt bei so einem strukturierten Zeitplan nicht. Dafür geht es am Tag nach dem Abschlusskonzert wieder mit dem Zug zurück in ihre Heimatstadt Salzburg.

Der Eintritt für alle Konzerte war kostenlos. Mit den eingenommenen Spenden deckte sie ihre Tourkosten. Beträge, die darüber hinausgingen, werden an Live Music Now gespendet.

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