Bad Liebensteiner Bürgermeister führt Christdemokraten an

Creuzburg.  Mit der Fusion der CDU-Verbände des Wartburgkreises und der Stadt Eisenach entstand der zweitgrößte Kreisverband der Union in Thüringen.

Die CDU-Kreisverbände Wartburgkreis und Eisenach wurden bei einem Parteitag in Creuzburg vereint, und mit Michael Brodführer (Mitte) wurde ein neuer Kreisverbandsvorsitzender gewählt. Der frischgebackene CDU-Landesvorsitzende und bisherige Kreisvositzende Christian Hirte (links) und sein Stellvertreter und bisheriger CDU-Eisenach-Vorsitzender Raymond Walk gratulieren dem Mann aus Bad Liebenstein.

Die CDU-Kreisverbände Wartburgkreis und Eisenach wurden bei einem Parteitag in Creuzburg vereint, und mit Michael Brodführer (Mitte) wurde ein neuer Kreisverbandsvorsitzender gewählt. Der frischgebackene CDU-Landesvorsitzende und bisherige Kreisvositzende Christian Hirte (links) und sein Stellvertreter und bisheriger CDU-Eisenach-Vorsitzender Raymond Walk gratulieren dem Mann aus Bad Liebenstein.

Foto: Jensen Zlotowicz

Ein für die christlich-demokratische Union der Wartburgregion geschichtsträchtiges Ereignis hat den zweitgrößten CDU-Kreisverband Thüringens hervorgebracht. Es ist die Verschmelzung der CDU des Wartburgkreises und der Stadt Eisenach. Am Samstag wurde die Fusion bei einem Kreisparteitag in Creuzburg einstimmig besiegelt. 11.21 Uhr war es amtlich. Mit 98,6 Prozent (eine Gegenstimme) wurde der Bad Liebensteiner Bürgermeister und stellvertretende Kreistagsfraktionsvorsitzende, Michael Brodführer (41), zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt.

Zu Stellvertretern wurden Raymond Walk (Eisenach) mit 88 Prozent, Martin Müller (38), Bürgermeister von Vacha, mit 92, 6 Prozent und Ulrike Jary (35) aus Wutha-Farnroda mit 94 Prozent gewählt. Insgesamt sechs Mitglieder zählt das Präsidium, darunter auch der neue Schatzmeister Michael Thomas (31) aus Wolfsbehringen.

Kandidatenliste für Kreistagswahl eine der nächsten Aufgaben

Christian Hirte und Raymond Walk, die die CDU im Wartburgkreis und Eisenach bisher führten, übergaben den Staffelstab planmäßig. Sie bilden seit kurzem das Führungsduo des CDU-Landesverbandes. Dass die Wartburgregion im Landesvorstand stärker denn je aufgestellt ist, spielt auch Brodführer bei seiner Arbeit an der Basis in die Karten. Im nächsten Jahr stehen Kreistags- und Landtagswahlen an. Darauf fokussiert die CDU bereits. Eine der nächsten Aufgaben der Union ist es, die Kandidatenliste für die Kreistagswahl zu erstellen. Dass darauf einige Eisenacher Vordenker wohl fehlen werden, war beim Fusionsparteitag ein Pausenthema.

Geschlossenheit, Stärke, Zusammenhalt – das waren Worte, die nicht nur Christian Hirte unterstrich. Sein Eisenacher Pendant Raymond Walk ließ dazu die Entwicklung der CDU in der Wartburgregion seit 1990 Revue passieren, erinnerte an viele Männer und Frauen auf dieser teils schmerzlichen Wegstrecke. Der Generationswechsel ist längst vollzogen.

Die Fusion der CDU-Kreisverbände ist die logische Konsequenz aus der Verschmelzung von Kreis und Stadt 2022. „Wir haben die Geduld des Wartburgkreises übergebührlich strapaziert“, entschuldigte sich Walk quasi bei Landrat Reinhard Krebs nachträglich für die Hängepartie im Eisenacher Stadtrat 2019 vor dem Fusionsbeschluss. Aber nun sei ja alles im Lot.

Der neue Kreisverbandsvorsitzende hatte sich für das Amt nicht aufgedrängt, sagte er, übernehme aber gerne Verantwortung. Der Jurist und Bürgermeister-Sohn mit Wurzeln in Schleusingen machte unmissverständlich klar, wie seine Marschroute aussieht. Sowohl zur Links-Partei als auch zur AfD müsse es eine klare und kompromisslose Abgrenzung geben. Eine Regierung mit Linken komme für Brodführer nicht in Frage und auch mit der Höcke-AfD habe die Union nichts am Hut.

Wer wie Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Landtag den Mittelfinger zeige, beweise keinen Anstand, so Brodführer. Die AfD sei eine Gruppierung aus „Verschwörern, Neidern, Hetzern, Angstmachern und Taugenichtsen“.

Nähe zu den Menschen ist das Gebot der Stunde

Der neue Mann an der Spitze der CDU der Region wolle und werde kein Alleinunterhalter sein, appellierte er an die knapp 70 Teilnehmer im Klostergarten, darunter hauptamtliche und ehrenamtliche Bürgermeister. Alle seien gefordert, ihren Beitrag im Kreisverband zu leisten. Nähe zu den Menschen vor Ort statt Ferne wie sie die Linken seit Jahren etwa durch Zentralisierung forcierten, sei das Gebot der Stunde.

Ein Wort zur CDU-Bundespolitik war beim Fusionskreisparteitag übrigens nicht zu vernehmen, auch nicht vom Bundestagsabgeordneten Hirte. Er erinnerte an den Gewinn der Direktwahlkreise durch CDU-Personal, aber auch an das historische schlechte Ergebnis bei der jüngsten Landtagswahl.