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Ruhla.  Die Folklorevereinigung Alt-Ruhla besteht seit 120 Jahren. Das wird gefeiert – Rühler Mundart und Humor spielen eine zentrale Rolle dabei

Im Volksstück „Die Rühler Lüter“ von Arno Schlothauer prahlen die Glockenläuter aus Ruhla im Wirtshaus über ihr außergewöhnliches Können. Einen Ausschnitt daraus gab es beim Mundart-Theater-Abend zum 120-jährigen Vereinsbestehen zu erleben.

Im Volksstück „Die Rühler Lüter“ von Arno Schlothauer prahlen die Glockenläuter aus Ruhla im Wirtshaus über ihr außergewöhnliches Können. Einen Ausschnitt daraus gab es beim Mundart-Theater-Abend zum 120-jährigen Vereinsbestehen zu erleben.

Foto: Susanne Reinhardt

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Wenn die Ruhlaer ein Jubiläum feiern – und das auch noch 30 Jahre nach dem Mauerfall in Berlin – finden der Bundespräsident des Trachtenverbandes und der Landrat des Wartburgkreises trotzdem Zeit, um dabei zu sein. Im Laufe des Abends unterhielt sich auf der Bühne des Kulturhauses der Mundartstammtisch in Rühler „Spraoch“ zwischen einer Wirtshauskulisse.

Albrecht Michel übernahm, wie an vielen Mundart-Theaterabenden, das Ausrufen mit Glocke, gefolgt von Danilo Ritz, dem Nachtwächter-Darsteller. Letzterer erhielt von Bürgermeister Gerald Slotosch (parteilos) ein Geschenk, schließlich unternimmt dieser seit zehn Jahren Stadtführungen in Nachtwächter-Funktion und macht die Stadt über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

In den verschiedensten bunten Trachten hatten Vertreter befreundeter Trachtenvereine aus Nah und Fern und die Schönauer Backfrauen Platz genommen. Letztere brachten die Jubiläumszahl 120 gebacken mit. In Tracht wirbelten die Jüngsten von Alt-Ruhla unter Leitung von Claus-Dieter Schuchardt über die Bühne. Dabei fehlte auch der Traditionstanz, der Rühler Springer, nicht.

Ausschnitte aus Mundart-Theaterstücken wie zum Beispiel „Damenschnieder“, bei denen Hans-Joachim Brenn mit Jörg Rödiger und Christina Müller brillierte, den „Rühler Lütern“, die dem Bürgermeister von Arnstadt gemäß einer alten Überlieferung einen Bären aufbinden, oder das Stück „Önger faolschen Verdoicht odder Gestürt Kirmesenlost“, das 2017 nach Überarbeitung durch den bereits verstorbenen Heimatforscher Lotar Köllner zur Aufführung kam, sorgten schon für gute Stimmung im Saal.

Gesungen und getanzt wurde im zweiten Teil des Programms, genauso auch gelacht. „Die schöne Elephantine“ und „Herzich Weelhmhänner unn si Doppelgänger“ stammen aus der Feder von Lotar Köllner und Karl-Heinz Herrmann. Beiden verstorbenen Heimatfreunden wurde ebenfalls gedacht, genauso wie langjährigen Mitgliedern von Alt-Ruhla. Hans-Joachim Brenn erzählte vom Entstehen und Erhalten des Vereins.

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