Besucherzahlen im Bachhaus Eisenach brechen ein

Eisenach  Museum zählt im vergangenen Jahr nur 25.670 zahlende Gäste

Bachhaus-Direktor Jörg Hansen mit zwei Büsten von Johann Sebastian Bach im leeren Museum am Eisenacher Frauenplan.

Bachhaus-Direktor Jörg Hansen mit zwei Büsten von Johann Sebastian Bach im leeren Museum am Eisenacher Frauenplan.

Foto: Peter Rossbach

Auch für den Direktor ist es schon ein eigentümliches Gefühl, an einem Dienstagvormittag durch ein gähnend leeres Bachhaus zu laufen. Den eigens aufgestellten und liebevoll geschmückten Weihnachtsbaum hat kein Besucher zu sehen bekommen, „und dabei ist er diesmal ganz gerade und auf der genau richtigen Höhe", übt sich Jörg Hansen trotz allem ein wenig in Humor. Seit 3. November ist das Haus wieder dicht. Aber angesichts der Corona-Zahlen kann Hansen es natürlich verstehen. „Wir sind nun einmal ein weicher Standortfaktor, ein Besuchermagnet und damit ein Ort, der zu Reisen und Kontakten einlädt. Und genau das geht eben gerade nicht“.

Der Blick auf das vergangene Jahr verbessert die Laune nicht. Im Schnitt hat das Bachhaus über die Jahre rund 60.000 Besucher. Das hatte nach dem Reformations-Jubiläum etwas nachgelassen, 2019 waren es knapp 48.000. Aber 2020 ist die Zahl durch die beiden Lockdowns auf 25.670 Besucher gefallen.

Noch dramatischer fällt die Bilanz beim Blick auf die ausländischen Besucher aus. Aus Übersee – also USA oder dem asiatischen Raum – gab es so gut wie keine Besucher, nur wenige aus dem europäischen Ausland. Nicht einmal der Bachgeburtstag, immerhin der 335., durfte gefeiert werden. „Das ist umso trauriger, wo sich doch die Zunft solch eine Mühe gemacht und für den ausnahmsweise auf den Tag des Bachgeburtstages fallenden Sommergewinns-Festumzug, vier Bach-Festwagen gebaut hat“.

Insgesamt brach der Umsatz um 45 Prozent ein. „Die Kurzarbeit war eine große Hilfe. Die galt ab 18. März für alle 17 Mitarbeiter inclusive Geschäftsführer“, so Hansen. Und die finanzielle Hilfe vom Land in Höhe von über 90.000 Euro taten mehr als gut. „Für ein zwar gemeinnütziges, aber eben privat geführtes Museum, das in weiten Teilen von den eigenen Einnahmen lebt, ist solch ein Jahr dennoch nur schwer verkraftbar“.