Buch über die Brandenburg von Lauchröden erschienen

Lauchröden.  Stephan Knop stellt sein neues Büchlein über „Die alten Sagen der Ruine Brandenburg“ vor.

Autor Stephan Knop mit seinem Büchlein „Die alten Sagen der Ruine Brandenburg"

Autor Stephan Knop mit seinem Büchlein „Die alten Sagen der Ruine Brandenburg"

Foto: Heidi Zengerling

Schon als junger Mensch – Stephan Knop nannte gerade das erste Auto sein Eigen – reiste er quer durch Deutschland. Seither hat der ehemalige Brandenburger hunderte Burgen und Schlösser fotografiert. Knop erinnert sich, dass wohl der Besuch einer kunstinteressierten englischsprachigen Freundin und die Suche nach Sehenswürdigkeiten im Jahr 2008 das Interesse an Burgen weckte. Später kamen zu den alten Mauern die Sagen hinzu. „Wer sich einmal für Sagen interessiert, der steht schon mit halbem Fuß in der Mythologie“, erklärt der Verleger. Seine bevorzugten Themen sind Burgen, Sagen und die vorchristliche Mythologie.

Im Spätsommer ist mit dem Sagenbuch über die Ruine Brandenburg die erste Publikation des Ganterkiel-Verlages erschienen. Es ist sozusagen die Premiere für den Verleger. Parallel dazu ist ein zweites Büchlein gerade fertig, welches sich mit den Sagen der Burg Falkenstein im Harz beschäftigt. Knop hat seinen Verlag nach dem mittelalterlichen Wort für eine Schreibfeder (Gänsekiel) benannt.

Mythisches Burgfräulein,Fotos und Illustrationen

Der Verlag wurde erst im Jahr 2017 in Hamburg gegründet. Damals war Stephan Knop als Kinderfotograf tätig. Ein eigenes Gewerbe war gefordert, und Pläne spukten im Kopf des heutigen Verlegers herum, ein Buch zu schreiben. Diese Idee war Grundstein für den Ganterkiel-Verlag. Dass der bei Oranienburg Aufgewachsene das Gemäuer bei Lauchröden zum Thema der Publikation wählte, geht auf die Schönheit und Vielfalt der an der Burgruine anhaftenden, oftmals mythischen Sagen zurück. Es wird von einem Flachssamen trocknenden, am Spinnrad arbeitenden Burgfräulein berichtet, welches heiratswillige Liebespaare reichlich beschenkt. Knop zog daraus Rückschlüsse auf eine bekannte, vorzeitliche Göttin. „Vielleicht waren es die Rätsel der Vergangenheit, welche mich bewogen haben, über die Brandenburg zu schreiben.“

Im Laufe des Entstehungsprozesses der Broschüre entschied sich der Autor, nicht nur seine Fotografien einfließen zu lassen, sondern auch mit Illustrationen zu untermalen. Die Illustratorin Yang Wang ist eine langjährige Freundin seiner Frau, die gern bereit war, Knops Buch zu illustrieren. Der Autor nutzt historische Bücher zur Recherche. Der wertvollste Inhalt seien nicht nur die Sagen selbst, sondern die Quellennachweise, über die er an die Originalschriften gelangt. Diese sind oftmals schon digitalisiert abrufbar.

Nächstes Werk befasst sich mit Burg Ranis

Ein nächstes Büchlein ist in Planung. Thema werden die alten Sagen der Burg Ranis und die Sonnenwendlinie der Kelten sein. Auf der Internetseite gantenkiel-verlag.de gibt es einen aktuellen Überblick über die Verlagsarbeit. Knop ist offen für Menschen, die ein eigenes Buch herausgeben möchten. Wer dahingehend Ambitionen hat, darf sich gern an den Verlag wenden.

Auf die Frage, was ihn an Thüringen reizt, antwortet der Verleger: „Es sind die Sagenberge, die mich faszinieren. Ich könnte mindestens ein halbes Leben über Thüringen schreiben. Da meine Frau Schiffbauingenieurin ist, werde ich wohl nur Gast in Thüringen sein können. In den letzten Jahren hat es mich dennoch mindestens zweimal pro Jahr nach Thüringen gezogen.“

Stephan Knop: „Die alten Sagen der Ruine Brandenburg“, ISBN 978-3-948354-01-5, 8,95 Euro